Recall ist eine Windows-11-Funktion für Copilot+ PCs, die Snapshots der Bildschirmaktivität aufzeichnet. Benutzer:innen können damit zuvor angesehene Inhalte leicht wiederfinden, was bei eng getakteten Arbeitsabläufen die Produktivität steigern kann. Gleichzeitig wirft diese Funktion wichtige Fragen zu Datenschutz und Kontrolle auf, gerade in verwalteten IT-Umgebungen.
Sie sind IT-Experte oder Administrator:in und möchten diese Funktion steuern? Dann lesen Sie weiter und erfahren Sie, wie Sie Windows-Recall-Snapshots ein- oder ausschalten. Wir zeigen verschiedene Methoden zur Verwaltung von Recall: über die Einstellungen-App, den Gruppenrichtlinien-Editor, den Registrierungs-Editor und .reg-Dateien.
Sie möchten noch mehr zum Thema erfahren? Dann sehen Sie sich „So aktivieren oder deaktivieren Sie Recall-Snapshots in Windows 11“ als visuelle Zusammenfassung an.
So schalten Sie Recall-Snapshots in Windows 11 ein oder aus
Administrator:innen und erfahrene Benutzer:innen können die Funktion für Recall-Snapshots auf mehreren Wegen aktivieren oder deaktivieren. Welche Methode die beste ist, hängt stark von der Umgebung und den technischen Anforderungen ab.
📌 Voraussetzungen:
- Windows 11: Version 24H2 oder höher
- Ein Gerät, das die Recall-Funktion unterstützt (siehe Welche Geräte unterstützen die Recall-Funktion?)
💡 Tipp: Lesen Sie Worauf Sie achten sollten, bevor Sie fortfahren.
📌 Empfohlene Bereitstellungsstrategien:
| Klicken Sie, um eine Methode zu wählen | 💻 Am besten für einzelne Benutzer:innen | 💻💻💻 Am besten für Unternehmen |
| Methode 1: Einstellungen-App | ✓ | |
| Methode 2: Gruppenrichtlinien-Editor | ✓ | |
| Methode 3: Registrierungs-Editor | ✓ | |
| Methode 4: .reg-Datei | ✓ | ✓ |
Methode 1: Aktivieren oder Deaktivieren über die Einstellungen-App
Mit dieser Methode lassen sich Recall-Snapshots schnell über die Windows-Oberfläche ein- oder ausschalten.
📌 Anwendungsfälle: Verwaltung der Funktion auf privaten Computern sowie in Unternehmen ohne zentrale IT-Steuerung
📌 Voraussetzung: Standardbenutzerrechte
- Öffnen Sie die Einstellungen-App. Drücken Sie Win + I oder suchen Sie sie manuell über die Suchleiste im Startmenü.
- Wählen Sie im linken Bereich Datenschutz & Sicherheit.
- Klicken Sie im rechten Bereich unter Windows-Berechtigungen auf Recall & Snapshots.
- Suchen Sie unter Snapshots den Eintrag Snapshots speichern und stellen Sie den Schalter auf:
- Ein = Snapshots aktivieren
- Aus = Snapshots deaktivieren
- Schließen Sie die Einstellungen.
Methode 2: Aktivieren oder Deaktivieren über den Gruppenrichtlinien-Editor
Diese Methode erzwingt die Einstellungen für Recall-Snapshots über Gruppenrichtlinien auf mehreren Rechnern oder für mehrere Benutzer:innen.
📌 Anwendungsfälle: Konfiguration der Funktion auf ganzen Flotten von Windows-Rechnern in Unternehmen mit strengen Datenschutzvorgaben
📌 Voraussetzungen:
- Windows 11 Pro, Enterprise oder Education
- Administratorrechte
- Öffnen Sie den Gruppenrichtlinien-Editor als Administrator:in.
- Folgen Sie im linken Bereich diesem Pfad:
Benutzerkonfiguration > Administrative Vorlagen > Windows-Komponenten > Windows-KI
- Suchen Sie im rechten Bereich die Richtlinie Das Speichern von Snapshots zur Verwendung mit Recall deaktivieren und doppelklicken Sie darauf.
- Legen Sie die Richtlinie fest, indem Sie das Optionsfeld neben der passenden Option anklicken:
- Aktiviert = Recall-Snapshots deaktivieren
- Deaktiviert oder Nicht konfiguriert = Recall-Snapshots aktivieren
- Klicken Sie auf OK.
- Falls die Änderungen nicht sofort greifen, starten Sie das System neu oder führen Sie den folgenden Befehl in einer Eingabeaufforderung oder PowerShell mit erhöhten Rechten aus:
gpupdate /force
Methode 3: Aktivieren oder Deaktivieren über den Registrierungs-Editor
Bei dieser Methode konfigurieren Sie Recall manuell, indem Sie die zuständigen Schlüssel in der Windows-Registrierung ändern.
📌 Anwendungsfälle: Steuerung des Recall-Verhaltens auf Systemen ohne Gruppenrichtlinien-Editor sowie Tests fortgeschrittener Bereitstellungsszenarien für Skripting oder Automatisierung
📌 Voraussetzungen: Administratorrechte
⚠️ WARNUNG: Falsche Änderungen an der Registrierung können schwerwiegende Systemprobleme verursachen. Sichern Sie die Registrierung, bevor Sie fortfahren.
- Öffnen Sie den Registrierungs-Editor als Administrator:in.
- Folgen Sie im linken Bereich diesem Pfad:
HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\PolicyManager\default\WindowsAI\DisableAIDataAnalysis
💡 Hinweis: Sollte einer der Schlüssel im Pfad nicht vorhanden sein, legen Sie ihn an. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den letzten vorhandenen Schlüssel, zeigen Sie auf Neu, wählen Sie Schlüssel und vergeben Sie den passenden Namen. Wiederholen Sie das so oft wie nötig.
- Doppelklicken Sie im rechten Bereich des Schlüssels DisableAIDataAnalysis auf den DWORD-Wert value.
💡 Hinweis: Falls der DWORD-Wert value nicht existiert, legen Sie ihn an. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Schlüssel DisableAIDataAnalysis, zeigen Sie auf Neu, wählen Sie DWORD-Wert (32-Bit) und benennen Sie ihn „value“.
- Ändern Sie im Dialogfeld die Wertdaten auf:
- 0 = Recall-Snapshots aktivieren
- 1 = Recall-Snapshots deaktivieren
- Klicken Sie auf OK.
- Navigieren Sie im linken Bereich zu diesem Pfad und folgen Sie dann den Schritten für die gewünschte Aktion:
HKEY_CURRENT_USER\Software\Policies\Microsoft\Windows\WindowsAI:
- Recall-Snapshots aktivieren: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Schlüssel WindowsAI, wählen Sie Löschen und bestätigen Sie die Abfrage.
- Recall-Snapshots deaktivieren: Setzen Sie den DWORD-Wert DisableAIDataAnalysis im rechten Bereich des Schlüssels WindowsAI auf „1“ und klicken Sie auf OK. (💡HINWEIS: Falls der Schlüssel WindowsAI und/oder der DWORD-Wert DisableAIDataAnalysis nicht existieren, legen Sie sie an.)
- Navigieren Sie im linken Bereich zu diesem Pfad und folgen Sie dann den Schritten für die gewünschte Aktion:
HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\WindowsAI
- Recall-Snapshots aktivieren: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Schlüssel WindowsAI, wählen Sie Löschen und bestätigen Sie die Abfrage.
- Recall-Snapshots deaktivieren: Setzen Sie den DWORD-Wert DisableAIDataAnalysis im rechten Bereich des Schlüssels WindowsAI auf „1“ und klicken Sie auf OK. (💡HINWEIS: Falls der Schlüssel WindowsAI und/oder der DWORD-Wert DisableAIDataAnalysis nicht existieren, legen Sie sie an.)
- Starten Sie den Computer neu, damit die Änderungen wirksam werden.
Methode 4: Aktivieren oder Deaktivieren über die Windows-Registrierung mit einer .reg-Datei
Diese Methode automatisiert das Aktivieren oder Deaktivieren von Recall-Snapshots mithilfe von .reg-Dateien.
📌 Anwendungsfälle: Ausrollen der Einstellung in Laboren oder Unternehmensumgebungen sowie Automatisierung der Aufgabe beim System-Imaging oder bei der Einarbeitung
📌 Voraussetzungen: Administratorrechte
Recall-Snapshots aktivieren:
- Öffnen Sie Notepad und kopieren Sie den folgenden Code hinein:
Windows Registry Editor Version 5.00
[HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\PolicyManager\default\WindowsAI\DisableAIDataAnalysis]
"value"=dword:00000000
[HKEY_CURRENT_USER\Software\Policies\Microsoft\Windows\WindowsAI]
"DisableAIDataAnalysis"=-
[HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\WindowsAI]
"DisableAIDataAnalysis"=-
- Speichern Sie die Datei mit der Endung .reg.
- Suchen Sie die .reg-Datei und doppelklicken Sie darauf, um sie in die Registrierung einzufügen.
- Bestätigen Sie die Abfrage der Benutzerkontensteuerung (UAC).
- Starten Sie das System neu, damit die Änderungen wirksam werden.
Recall-Snapshots deaktivieren:
- Öffnen Sie Notepad und kopieren Sie den folgenden Code hinein:
Windows Registry Editor Version 5.00
[HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\PolicyManager\default\WindowsAI\DisableAIDataAnalysis]
"value"=dword:00000001
[HKEY_CURRENT_USER\Software\Policies\Microsoft\Windows\WindowsAI]
"DisableAIDataAnalysis"=dword:00000001
[HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\WindowsAI]
"DisableAIDataAnalysis"=dword:00000001
- Speichern Sie die Datei mit der Endung .reg.
- Suchen Sie die .reg-Datei und doppelklicken Sie darauf, um sie in die Registrierung einzufügen.
- Bestätigen Sie die UAC-Abfrage.
- Starten Sie das System neu, damit die Änderungen wirksam werden.
⚠️ Worauf Sie achten sollten
| Risiken | Mögliche Folgen | Gegenmaßnahmen |
| Fehler bei der Änderung der Registrierung |
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| Nicht erfüllte Hardware- oder Systemvoraussetzungen |
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| Ungewollte Offenlegung privater Daten |
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| Übermäßiger Speicherverbrauch und Leistungseinbußen |
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Was ist Recall?
Recall ist eine KI-gestützte Funktion, die mit Windows 11 (Version 24H2 und höher) eingeführt wurde und in regelmäßigen Abständen Snapshots der Bildschirmaktivität erfasst und speichert. So entsteht eine lokal indizierte, durchsuchbare Zeitleiste vergangener Aktivitäten: Benutzer:innen finden zuvor geöffnete Inhalte schnell wieder, von Dokumenten und Websites bis hin zu E-Mails und Anwendungen. Recall bildet den Arbeitsablauf visueller ab als klassische Verläufe und Zugriffsprotokolle, sodass weniger Zeit für das Nachvollziehen der eigenen Schritte draufgeht.
Welche Geräte unterstützen die Recall-Funktion?
Recall wird auf Copilot+ PCs unterstützt, die dem Secured-Core-PC-Standard entsprechen, mit diesen Mindestanforderungen:
- Neural Processing Unit (NPU): mindestens 40 TOPs (Billionen Operationen pro Sekunde)
- Arbeitsspeicher (RAM): mindestens 16 Gigabyte
- Prozessorkerne: mindestens 8 logische Prozessoren
- Speicher: 256 Gigabyte Speicherkapazität, davon mindestens 50 Gigabyte frei
- Verschlüsselung: Geräteverschlüsselung oder BitLocker muss aktiviert sein
- Windows Hello: Registrierung für Windows Hello Enhanced Sign-in Security mit mindestens einer konfigurierten biometrischen Anmeldemethode
Darum lohnt sich die Verwaltung von Recall-Snapshots
Recall bringt Vorteile und mögliche Nachteile mit sich. IT-Administrator:innen sollten beides abwägen, bevor sie die Funktion aktivieren oder deaktivieren. Hier einige allgemeine Gründe für eine gezielte Verwaltung:
Die Funktion aktivieren
- Ermöglicht schnellen Zugriff auf bereits angesehene Inhalte und steigert so die Produktivität
- Bietet eine visuelle Zeitleiste, die das Nachvollziehen von Aktionen erleichtert
- Kann für Wissensarbeiter:innen nützlich sein, die große Datenmengen verarbeiten oder häufig mehrere Aufgaben parallel erledigen
- Macht beim Nachvollziehen der eigenen Schritte keinen Internetzugang nötig
Die Funktion deaktivieren
- Kann kürzlich angesehene sensible oder vertrauliche Informationen schützen, etwa Passwörter und Finanzdaten
- Verhindert, dass sich laufend Snapshots ansammeln, und schont den Speicherplatz
- Sichert die Einhaltung von Datenschutz- und Sicherheitsrichtlinien in regulierten Branchen wie Gesundheitswesen, Rechtswesen und Finanzen
- Senkt das Risiko einer Datenoffenlegung, wenn das Gerät gemeinsam genutzt wird, verloren geht oder kompromittiert wird
- Unterbindet Microsoft-Recall-Snapshots, wenn sie als unnötig gelten, und sorgt für einheitliche Konfigurationen
Weitere Aspekte bei der Verwaltung der Recall-Snapshots
Bevor Sie diese Funktion auf Einzelgeräten oder im Unternehmen ausrollen oder anpassen, sollten Sie einige Punkte kennen, die die Funktionsweise von Recall beeinflussen und zeigen, was Änderungen bedeuten können.
- Richtlinien setzen sich durch: Werden Recall-Snapshots per Gruppenrichtlinie oder Registrierung deaktiviert, überschreibt das die Benutzereinstellungen. Endbenutzer:innen können die Funktion dann nicht mehr über die Einstellungen-App ändern.
- Einhaltung von Datenschutzrichtlinien: Prüfen Sie vor dem Aktivieren, ob das Aufzeichnen von Bildschirminhalten in Ihrer Branche zulässig ist, um die Compliance mit Datenschutzrichtlinien sicherzustellen.
- Überwachung des Speichers: Recall-Snapshots können erheblich Speicherplatz belegen. Eine vorausschauende Überwachung der Speichernutzung ist deshalb wichtig, insbesondere bei knappem Festplattenplatz.
- Verfügbarkeit der Funktion: Recall ist nicht auf allen Geräten verfügbar. Unternehmen, die den Einsatz dieser Funktion standardisieren wollen, müssen sicherstellen, dass alle Geräte die genannten Hardware- und Softwareanforderungen erfüllen.
Recall-Snapshots sicher verwalten
Eine wirksame Verwaltung der Recall-Snapshots ist entscheidend, um die Vorteile KI-gestützter Produktivität mit den Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit und Compliance in Einklang zu bringen. Da mehrere Methoden zur Verfügung stehen, sollten Administrator:innen und erfahrene Benutzer:innen die passendste auswählen und dabei Datenschutz- und Betriebsaspekte sorgfältig abwägen. Letztlich bietet diese Funktion großes Potenzial, um die volle Kontrolle über Datenintegrität und Vertrauen der Benutzer:innen zu behalten.
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