Schlüsselpunkte
- Virtuellen Speicher manuell anpassen: Systemweite Speicherfehler lassen sich beheben, indem Sie eine benutzerdefinierte Größe der Auslagerungsdatei zwischen dem 1,5- und 3-Fachen Ihres installierten RAM festlegen. So steht Windows bei anspruchsvollen Aufgaben genügend Auslagerungsspeicher zur Verfügung.
- Desktop-Heap in der Registry ändern: Erhöhen Sie den Wert SharedSection in der Windows-Registry, um mehr Ressourcen für RDP-Sitzungen mehrerer Benutzer:innen und für Umgebungen mit vielen gleichzeitig laufenden Anwendungen bereitzustellen.
- Reparatur- und Wartungstools ausführen: Führen Sie die Systemdateiprüfung (SFC) und DISM über die Eingabeaufforderung aus, um beschädigte Systemdateien zu finden und zu reparieren, die die Speicherverwaltung von Windows 11 stören.
- 32-Bit-Altsoftware erkennen und ersetzen: Prüfen Sie im Task-Manager, welche Anwendungen als 32-Bit laufen und damit auf 4 GB RAM begrenzt sind. Mit einem Upgrade auf 64-Bit-Versionen nutzen Sie den physischen Speicher Ihres Systems vollständig aus.
- Speicherlecks und übervolle temporäre Dateien angehen: Beenden Sie mit dem Ressourcenmonitor Hintergrundprozesse mit unkontrolliertem Speicherverbrauch und entfernen Sie mit der Datenträgerbereinigung Shell-Erweiterungen und temporäre Dateien, die Abstürze des Explorers auslösen.
In Windows 11 erscheint gelegentlich die Fehlermeldung „Nicht genügend Arbeitsspeicher, um diesen Vorgang abzuschließen“. Ausgelöst wird sie etwa durch das Öffnen großer Dateien, durch anspruchsvolle Anwendungen oder durch bestimmte Prozesse. Selbst wenn im Rechner genügend RAM steckt, lassen sich diese Aufgaben dann nicht ausführen. Wer weiß, wie sich solche Fehler beheben lassen, sichert sich eine optimale Performance und einen reibungslosen Arbeitsablauf.
Wenn Sie eine visuelle Erklärung bevorzugen, sehen Sie sich unser Video an: So beheben Sie den Fehler „Nicht genügend Arbeitsspeicher, um diesen Vorgang abzuschließen“ in Windows 11
Checkliste zur Fehlerbehebung
| Priorität | Maßnahme | Behobenes Problem |
| Der „kalte“ Neustart | Schnellstart deaktivieren und neu starten. | Beseitigt fragmentierten Kernel-Speicher und „Geisterfehler“. |
| Virtueller Speicher | Auslagerungsdatei anpassen (Methode 1). | Behebt allgemeine Meldungen wegen zu wenig Arbeitsspeicher. |
| Registry-Korrektur | Desktop-Heap ändern (Methode 2). | Am besten geeignet für RDP-Sitzungen oder viele offene App-Fenster. |
| Systemreparatur | SFC und DISM ausführen (Methode 3). | Repariert beschädigte Windows-Systemdateien. |
| Die Versionsprüfung | 32-Bit-Apps durch 64-Bit-Versionen ersetzen (Methode 4). | Umgeht das 4-GB-RAM-Limit älterer Software. |
| Speicherfresser schließen | Ressourcenmonitor verwenden (Methode 5). | Erkennt und stoppt fehlerhafte Hintergrundprozesse. |
| Platz schaffen | Datenträgerbereinigung ausführen (Methode 6). | Behebt Abstürze des Datei-Explorers und Fehler bei Miniaturansichten. |
6 Methoden gegen den Fehler „Nicht genügend Arbeitsspeicher, um diesen Vorgang abzuschließen“ in Windows 11
Dieser Fehler hat mehrere mögliche Ursachen, und Sie müssen sie angehen, um ihn dauerhaft zu beseitigen. Je nach Situation können Sie den virtuellen Speicher Ihres Geräts anpassen, die Windows-Registry bearbeiten, die Systemdateiprüfung und DISM ausführen, prüfen, ob Sie eine 32-Bit-Anwendung verwenden, oder temporäre Dateien und Shell-Erweiterungen aufräumen.
Voraussetzungen für die Behebung des Fehlers „Nicht genügend Arbeitsspeicher, um diesen Vorgang abzuschließen“
- Sie benötigen Administratorrechte. Um Ihre Berechtigungen zu prüfen, öffnen Sie das Startmenü, klicken Sie auf Einstellungen und wählen Sie Konten. Unter Ihrem Benutzernamen sollte das Wort „Administrator“ stehen.
- Schließen Sie nicht benötigte Programme, um Arbeitsspeicher freizugeben.
- Finden Sie heraus, ob der Fehler das gesamte System oder nur bestimmte Anwendungen betrifft.
- Sichern Sie System und Registry, bevor Sie Änderungen vornehmen, um unerwünschte Folgen zu vermeiden.
- Deaktivieren Sie den Schnellstart vorübergehend. Windows 11 speichert den Systemzustand häufig auf der Festplatte, statt einen vollständigen Neustart durchzuführen. Für einen sauberen Speicherzustand gehen Sie zu Systemsteuerung > Energieoptionen > Auswählen, was beim Drücken von Netzschaltern geschehen soll, klicken Sie auf „Einige Einstellungen sind momentan nicht verfügbar“ und entfernen Sie das Häkchen bei Schnellstart aktivieren. Führen Sie anschließend einen vollständigen Neustart durch.
Methode 1: Virtuellen Speicher (Auslagerungsdatei) anpassen
Zu knapp bemessener virtueller Speicher gehört zu den häufigsten Ursachen dieses Fehlers.
- Öffnen Sie das Startmenü. Klicken Sie auf Einstellungen. Wählen Sie System > Info.
- Wählen Sie unter Verwandte Links den Eintrag Erweiterte Systemeinstellungen.
- Wechseln Sie zur Registerkarte Erweitert.
- Wählen Sie im Abschnitt Leistung die Schaltfläche Einstellungen.
- Wechseln Sie zur Registerkarte Erweitert und wählen Sie unter Virtueller Arbeitsspeicher die Option Ändern.
- Entfernen Sie das Häkchen bei Auslagerungsdateigröße für alle Laufwerke automatisch verwalten.
- Wählen Sie Benutzerdefinierte Größe.
- Setzen Sie die Anfangsgröße auf das 1,5-Fache Ihres installierten RAM in Megabyte und die Maximalgröße auf das 3-Fache Ihres installierten RAM in Megabyte.
- Klicken Sie auf Festlegen > OK.
- Starten Sie den Rechner neu, damit die Änderungen wirksam werden.
Hinweis für SSD-Nutzung: Die 1,5-fache Faustregel ist zwar ein klassischer Standard, moderne NVMe- und SATA-SSDs gehen jedoch anders mit Auslagerungen um. Bei 16 GB RAM oder mehr verschwendet eine riesige Auslagerungsdatei (z. B. 48 GB oder 96 GB) nur Speicherplatz. In Systemen mit viel RAM reicht eine feste benutzerdefinierte Größe von 8192 Megabyte (8 GB) meist aus, um die Anforderung von Windows an eine Auslagerungsdatei zu erfüllen, ohne den Speicherplatz zu belasten.
Methode 2: Größe des Desktop-Heap in der Windows-Registry ändern (für Fortgeschrittene)
Das hilft vor allem bei RDP-Sitzungen oder in Umgebungen, in denen viele Anwendungen und Dienste gleichzeitig laufen.
- Öffnen Sie das Startmenü und suchen Sie nach Registrierungs-Editor, um das Programm zu starten.
- Navigieren Sie zu HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager\SubSystems
- Doppelklicken Sie auf den Wert Windows.
- Suchen Sie im Feld Wert den Eintrag SharedSection. Der dritte Wert, üblicherweise 768, steht für den nicht interaktiven Desktop-Heap. Erhöhen Sie ihn auf 1024 oder 2048, insbesondere wenn in Sitzungen mit mehreren Benutzer:innen häufig Fehler auftreten.
- Klicken Sie auf OK.
- Starten Sie den Rechner neu, damit die Änderungen wirksam werden.
Vorsicht: Setzen Sie den dritten Wert von SharedSection nicht höher als 8192. Wird dieses Limit überschritten, fehlen dem Systemkernel nötige Ressourcen. Das kann zu einem Systemabsturz oder beim Neustart zu einem „Blue Screen of Death (BSOD)“ führen.
Methode 3: Systemdateiprüfung und DISM ausführen
Beschädigte Systemdateien können die Speicherverwaltung beeinträchtigen. Die Systemdateiprüfung und DISM beheben solche Probleme.
- Öffnen Sie das Startmenü, suchen Sie nach Eingabeaufforderung, klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie Als Administrator ausführen.
- Führen Sie folgendes Skript aus:
sfc /scannow
Anschließend:
DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth
- Starten Sie den Rechner neu, sobald die Scans abgeschlossen sind.
Methode 4: Speicherlimits von 32-Bit-Apps prüfen
Sie sollten außerdem prüfen, ob die App 32-Bit oder 64-Bit ist. Die meisten Windows-11-Apps sind 64-Bit, manche ältere Programme laufen aber weiterhin mit 32-Bit. Solche Apps unterliegen Speichergrenzen und können bestimmte Aufgaben womöglich nicht abschließen.
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Taskleiste > Task-Manager.
- Wechseln Sie zur Registerkarte Details. Handelt es sich um einen 32-Bit-Prozess, ist er entsprechend gekennzeichnet.
Stellen Sie fest, dass Sie eine 32-Bit-Anwendung nutzen, prüfen Sie, ob eine 64-Bit-Version verfügbar ist, damit der Fehler nicht erneut auftritt.
Methode 5: Speicherlecks mit dem Ressourcenmonitor aufspüren
Manchmal steckt eine einzelne Anwendung mit einem Speicherleck hinter dem Fehler: ein Fehler, bei dem ein Programm RAM anfordert, ihn aber nie wieder freigibt.
- Drücken Sie Win + R, geben Sie resmon ein und drücken Sie die Eingabetaste.
- Klicken Sie auf die Registerkarte Arbeitsspeicher.
- Beobachten Sie die Spalte Zuweisung (KB). Sie zeigt den gesamten von einer Anwendung genutzten Speicher (physisch + virtuell).
- Zeigt ein nicht benötigter Hintergrundprozess (etwa eine Steuerungssoftware für Peripherie-Beleuchtung oder ein Browser-Hilfsprogramm) einen ungewöhnlich hohen oder stetig wachsenden Wert, klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie Prozess beenden.
- Prüfen Sie, ob für diese Anwendung ein Software-Update vorliegt, damit der Fehler nicht wiederkehrt.
Methode 6: Temporäre Dateien und Shell-Erweiterungen aufräumen
Temporäre Dateien, Miniaturansichten oder Vorschauhandler können im Windows-Explorer Speicherfehler verursachen.
- Drücken Sie Win + R, geben Sie cleanmgr ein und drücken Sie die Eingabetaste. Damit starten Sie die Datenträgerbereinigung.
- Markieren Sie die Dateien, die Sie löschen möchten, und klicken Sie auf OK.
- Sie können außerdem ShellExView herunterladen und ausführen, um Shell-Erweiterungen auf Ihrem System anzuzeigen und zu löschen.
Weitere Punkte bei der Behebung des Fehlers „Nicht genügend Arbeitsspeicher, um diesen Vorgang abzuschließen“
- In der Ereignisanzeige finden Sie Protokolle zu speicherbezogenen Fehlern. So gehen Sie vor:
- Drücken Sie Win + R, geben Sie eventvwr ein > Eingabetaste.
- Navigieren Sie zu Windows-Protokolle und dann je nach Bedarf zu System oder Anwendung.
- Halten Sie nach den Ereignis-IDs 2004, 2019 oder 2020 Ausschau und doppelklicken Sie darauf, um die Protokolle anzusehen.
- Mit dem Ressourcenmonitor können Sie die Speicherauslastung überwachen und die Ursache des Problems eingrenzen. Drücken Sie dazu Win + R, geben Sie resmon.exe ein und drücken Sie die Eingabetaste.
- Auch die Windows-Speicherdiagnose hilft bei der Fehlersuche. Drücken Sie dazu Win + R, geben Sie mdsched.exe ein und drücken Sie die Eingabetaste. Folgen Sie nach dem Start den Anweisungen auf dem Bildschirm.
- Manche Geräte haben Chipsatz- und BIOS-Grenzen für den adressierbaren RAM und lassen sich darüber hinaus nicht erweitern.
Häufige Ursachen des Fehlers „Nicht genügend Arbeitsspeicher, um diesen Vorgang abzuschließen“
- Der virtuelle Speicher ist falsch konfiguriert oder zu knapp bemessen.
- Für Benutzersitzungen gilt eine zu große Begrenzung des Desktop-Heap.
- Im Datei-Explorer gibt es Probleme mit Shell-Erweiterungen oder bei der Erzeugung von Miniaturansichten.
- Sie nutzen eine ältere App, die noch mit 32-Bit läuft. Diese unterliegt Speichergrenzen und kommt mit Ihren aktuellen Aufgaben womöglich nicht zurecht.
- Drittanbieter-Anwendungen verursachen ein Speicherleck.
- Der Fehler geht auf Systemgrenzen zurück, besonders bei intensivem Multitasking.
Darum sollten Sie diesen Fehler beheben
Der wichtigste Grund: Sie vermeiden Unterbrechungen im Arbeitsablauf und im Systembetrieb. Gerade in speicherintensiven Umgebungen wie Videoschnitt oder Webentwicklung lassen sich so Abstürze verhindern.
Außerdem können Sie den RAM Ihres Rechners danach wieder vollständig nutzen. Große Dateien und Anwendungen lassen sich problemlos öffnen. So sichern Sie eine optimale Performance der von Ihnen verwalteten Geräte und stabile Deployments in Unternehmensumgebungen.
Den Fehler „Nicht genügend Arbeitsspeicher, um diesen Vorgang abzuschließen“ in Windows 11 beheben
Der Fehler „Nicht genügend Arbeitsspeicher, um diesen Vorgang abzuschließen“ in Windows 11 geht meist auf die Konfiguration des virtuellen Speichers, auf Grenzen von 32-Bit-Apps oder auf Registry-Einschränkungen zurück. Sie beheben ihn, indem Sie den virtuellen Speicher für mehr Systemstabilität vergrößern, den Desktop-Heap für Umgebungen mit mehreren Sitzungen anpassen, konsequent 64-Bit-Anwendungen einsetzen oder mit SFC beziehungsweise DISM beschädigte Systemdateien reparieren.
