Die wichtigsten Punkte
So unterstützen Sie Kund:innen bei der Verlängerung ihrer Cyber-Versicherung
- Zeitplan aufstellen: Beginnen Sie mindestens 90 Tage vor Ablauf der Police mit der Vorbereitung auf die Verlängerung der Cyber-Versicherung.
- Checkliste aufbauen: Erstellen Sie eine standardisierte Checkliste, um die zentralen Sicherheitsmaßnahmen zu überprüfen.
- Nachweise über Snapshots und Skripte sammeln: Legen Sie Compliance-Nachweise (etwa Logs, Skripte und Richtliniendokumente) in einem zentralen Ordner ab.
- Schlanke Risikobewertung durchführen: Eine kompakte Risiko- und Reifegradbewertung zeigt den Sicherheitsfortschritt im Jahresvergleich.
- Zusammenfassung erstellen: Liefern Sie eine Übersicht zur Sicherheitsbereitschaft, um Gespräche mit Makler und Versicherer zu beschleunigen.
Die Verlängerung von Cyber-Versicherungen ist schwieriger denn je. Versicherer geben sich heute nicht mehr mit mündlichen Zusicherungen von Unternehmen zufrieden, sie verlangen umfassende Nachweise darüber, dass die erforderlichen Schutzmaßnahmen vorhanden sind und proaktiv weiterentwickelt werden.
Für Verantwortliche kann diese Entwicklung einschüchternd wirken, doch MSPs können hier viel bewirken. Wenn Sie Ihre Kund:innen 60 bis 90 Tage vor Ablauf der Frist auf die Verlängerung vorbereiten, steigern Sie deren Chancen auf Zusage, senken die Prämienkosten und zeigen den echten Mehrwert Ihrer Managed Services.
Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Kund:innen mit strukturierten Reviews und klarer Dokumentation auf die Verlängerung ihrer Cyber-Versicherung vorbereiten.
Einen schnellen visuellen Überblick erhalten Sie in unserem Video-Leitfaden So unterstützen Sie Kund:innen bei der Verlängerung ihrer Cyber-Versicherung
So unterstützen Sie Kund:innen bei der Verlängerung ihrer Cyber-Versicherung
Schritt 1: Zeitplan für die Verlängerung erstellen
Beginnen Sie mindestens 90 Tage vor dem Verlängerungstermin mit einem strukturierten Plan. Ein solcher Zeitplan verhindert hektische Last-Minute-Aktionen und sorgt für einen reibungslosen Ablauf.
A. Tag 90 bis 80: Bestehende Police prüfen
- Analysieren Sie den aktuellen Vertragstext, die Ausschlüsse und die Pflichten zu Sicherheitsmaßnahmen.
- Identifizieren Sie veraltete Klauseln oder Deckungslücken.
- Halten Sie alle Punkte fest, die neu verhandelt oder geklärt werden sollten.
B. Tag 75 bis 60: Geschäfts- und Risikoprofil aktualisieren
- Bestätigen Sie die Kontaktdaten der Teams für IT, Recht, Compliance und des Maklers erneut.
- Dokumentieren Sie aktuelle Veränderungen bei Abläufen, Infrastruktur oder Personal (etwa Fusionen, Cloud-Einführung oder neue Services).
- Aktualisieren Sie das Bedrohungsprofil auf Basis aktueller Vorfälle oder neuer Entwicklungen.
C. Tag 60 bis 30: Dokumentation auffrischen und Nachweise sammeln
- Prüfen und dokumentieren Sie die bestehenden Sicherheitsrichtlinien und -verfahren, damit die Nachweise aktuell sind und für die Verlängerung korrekt referenziert werden.
- Sammeln Sie technische Nachweise für Sicherheitsmaßnahmen, etwa Logs, Screenshots und Berichte. Achten Sie darauf, dass jeder Beleg eindeutig datiert und einer verantwortlichen Person zugeordnet ist.
- Beschaffen Sie Belege dafür, dass Sicherheitsmaßnahmen wie MFA (Multi-Factor Authentication), Backups und Patching vorhanden sind und wie erwartet funktionieren.
D. Tag 30 bis 15: Zusammenfassung finalisieren und teilen
- Erstellen Sie ein kompaktes Übersichtsdokument.
- Teilen Sie die aktualisierte Dokumentation mit dem Makler oder dem Versicherer.
- Vereinbaren Sie Termine zur Verlängerung oder beantworten Sie die Fragebögen des Versicherers.
💡 Tipp: Nutzen Sie Kalendereinladungen oder ähnliche Tools zur Aufgabenverwaltung, um den Prozess am Laufen zu halten.
Schritt 2: Checkliste für die Versicherungsbereitschaft aufbauen
Erarbeiten Sie gemeinsam mit Ihren Kund:innen eine Checkliste, mit der sich die zentralen Sicherheitsmaßnahmen überprüfen lassen. Sie sollte Folgendes enthalten:
- MFA (Multi-Factor Authentication): Stellen Sie sicher, dass MFA auf allen kritischen Systemen aktiviert ist, und exportieren Sie Berichte als Nachweis.
- Backup- und Wiederherstellungsverfahren: Überprüfen Sie die aktuellen Backup-Verfahren, Aufbewahrungsfristen und die letzten Wiederherstellungstests.
- Incident-Response-Plan: Halten Sie einen dokumentierten und getesteten Incident-Response-Plan bereit.
- Abdeckung durch Endpunkt-Erkennung und Reaktion (EDR) und Antivirus (AV): Dokumentieren Sie die Erkennung auf Endpunkten, den Antivirus-Rollout und den Stand der zentralen Überwachung.
- Patching und Schwachstellenmanagement: Dokumentieren Sie die Patch-Zyklen und legen Sie Logs vor, die zeitnahe Updates belegen.
- Security-Awareness-Schulungen für Endanwender:innen: Erfassen Sie die Abschlussnachweise der Mitarbeiter:innen-Schulungen.
- Protokollierung und Zugriffskontrollen: Dokumentieren Sie Prüfungen privilegierter Zugriffe und das zentrale Log-Management.
- Richtliniendokumentation: Halten Sie die Dokumentation zu Nutzungsrichtlinien, Meldepflichten bei Datenschutzverletzungen und Aufbewahrungsfristen aktuell.
Nutzen Sie Excel oder Notion, damit alle Beteiligten gemeinsam an der Checkliste arbeiten und Verantwortung übernehmen.
Schritt 3: Nachweise über Snapshots und Skripte sammeln
Als Nächstes unterstützen Sie Ihre Kund:innen dabei, Nachweise für den Reifegrad ihrer Sicherheitsmaßnahmen zusammenzutragen. Mit Automatisierung und integrierten Tools lässt sich dieser Prozess deutlich vereinfachen.
Beispiele für Automatisierung
(A) MFA-Status (Azure AD)
Install-Module Microsoft.Graph -Scope CurrentUser -Force
Connect-MgGraph -Scopes "User.Read.All","UserAuthenticationMethod.Read.All"
Get-MgUser -All |
ForEach-Object {
$m = Get-MgUserAuthenticationMethod -UserId $_.Id
if ($m.Count -gt 0) {
[pscustomobject]@{
UserPrincipalName = $_.UserPrincipalName
DisplayName = $_.DisplayName
}
}
} | Export-Csv "MFA_Enabled_Users.csv" -NoTypeInformation
(B) Snapshot der Gruppenrichtlinien-Sicherheitseinstellungen
Get-GPOReport -Name "Default Domain Policy" -ReportType XML -Path .\GPOReport_Q2.xml
⚠️ Wichtig: Dieses Skript funktioniert nur, wenn Sie es unter PowerShell 5.1 ausführen.
Sammeln Sie außerdem die folgenden Unterlagen:
- Logs erfolgreicher Backups
- Nachweise zu Security-Awareness-Schulungen
- Screenshots von Wiederherstellungstests
Speichern Sie alle Nachweise in einem eigenen Ordner mit dem Namen CyberInsuranceRenewal_[Year] und versehen Sie jede Datei mit einem Zeitstempel, damit sie leicht auffindbar ist.
Schritt 4: Schlanke Risikobewertung durchführen
Auch Risikobewertungen in kleinem Umfang erhöhen die Chancen Ihrer Kund:innen auf eine Zusage, denn sie belegen proaktive Governance.
So gehen Sie vor:
- Wählen Sie ein Framework als Maßstab. Infrage kommen die CIS Controls oder das NIST Cybersecurity Framework (CSF).
- Reifegrad bewerten: Bewerten Sie jeden Bereich (etwa Zugriffskontrollen, Backup und Patching) auf einer Skala von 1 bis 5.
- Verbesserungen hervorheben: Halten Sie alle Verbesserungen fest, die seit der letzten Verlängerung umgesetzt wurden.
- Lücken identifizieren: Fassen Sie die erkannten Lücken und die Pläne zu ihrer Minderung zusammen.
Dieser Schritt zeigt Versicherern, dass Ihre Kund:innen ihr Sicherheitsniveau kontinuierlich verbessern.
Schritt 5: Zusammenfassung zur Verlängerung erstellen
Erstellen Sie zum Abschluss eine Zusammenfassung zur Verlängerung. Dieses Dokument beschreibt den aktuellen Stand der Cyber-Versicherung Ihrer Kund:innen in klarer, kompakter Form. Die zweiseitige Zusammenfassung sollte Folgendes enthalten:
- Snapshot der Deckung
- Aktueller Versicherungsschutz und empfohlene Änderungen.
- Wesentliche Sicherheitsverbesserungen
- Neue Technologien oder Prozesse, die seit dem letzten Vertragszyklus eingeführt wurden.
- Zusammenfassung der Nachweise
- Ergebnisse der Reifegradbewertungen oder Status der Checkliste zur Versicherungsbereitschaft.
- Sicherheits-Roadmap
- Geplante Erweiterungen, etwa die Einführung eines SIEM im vierten Quartal.
- Verzeichnis der Nachweise
- Liste der beigefügten Nachweisdateien.
Eine solche Zusammenfassung nimmt langen Rückfragen von Maklern den Wind aus den Segeln und beschleunigt die Gespräche mit Versicherern.
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Quick-Start-Guide
Diese Punkte sollten Sie berücksichtigen:
– Dokumentation und Nachweise: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Kund:innen alle erforderlichen Unterlagen bereithalten, darunter Incident-Response-Pläne, Sicherheitsrichtlinien und Nachweise zur Einhaltung von Branchenstandards. Das belegt ihr Engagement für Cybersicherheit.
– Risikobewertung: Führen Sie eine gründliche Risikobewertung durch, um Schwachstellen und Verbesserungspotenziale zu erkennen. Dazu zählen Penetrationstests, Schwachstellen-Scans und die Prüfung von Sicherheitsmaßnahmen.
– Schulung und Sensibilisierung: Stellen Sie sicher, dass die Beschäftigten Ihrer Kund:innen in Best Practices der Cybersicherheit geschult und für mögliche Bedrohungen sensibilisiert sind. Regelmäßige Schulungen und Phishing-Simulationen sind hier hilfreich.
– Incident-Response-Plan: Prüfen und aktualisieren Sie den Incident-Response-Plan Ihrer Kund:innen, damit er vollständig und auf dem neuesten Stand ist. Er sollte Schritte zu Eindämmung, Beseitigung, Wiederherstellung und Kommunikation enthalten.
– Sicherheitsmaßnahmen: Überprüfen Sie, ob robuste Sicherheitsmaßnahmen vorhanden sind, etwa Firewalls, Systeme zur Angriffserkennung, Endpunktschutz und regelmäßiges Patching.
– Externe Bewertungen: Ziehen Sie externe Expert:innen für unabhängige Bewertungen und Zertifizierungen hinzu. Das stärkt die Position Ihrer Kund:innen gegenüber Versicherern.
– Kommunikation mit dem Versicherer: Halten Sie den Kontakt zum Versicherer, um dessen konkrete Anforderungen zu verstehen und offene Fragen zu klären.
Mit diesem Fokus hilft NinjaOne Ihren Kund:innen, ihre Cybersicherheits-Vorbereitung zu belegen und die Chancen auf eine erfolgreiche Verlängerung der Cyber-Versicherung zu erhöhen.
Proaktive Vorbereitung auf die Verlängerung stärkt den Mehrwert von MSPs
Mit der Cyberkriminalität entwickeln sich auch die Anforderungen an die Verlängerung von Cyber-Versicherungen weiter. Versicherer erwarten von Unternehmen klare, überprüfbare Nachweise für robuste Sicherheitsmaßnahmen und die Fähigkeit, auf Vorfälle zu reagieren.
MSPs verbessern die Ergebnisse bei der Verlängerung und positionieren sich als verlässliche Sicherheitspartner, indem sie Kund:innen beim Aufstellen von Zeitplänen und beim Sammeln von Nachweisen unterstützen und technische Maßnahmen in eine für Versicherer verständliche Sprache übersetzen.
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