Schlüsselpunkte
- Ein SaaS-Backup erstellt unabhängige Kopien von Cloud-Daten und ermöglicht so eine schnelle Wiederherstellung nach Datenverlust oder Beschädigung.
- SaaS-Backup-Lösungen nutzen automatisierte APIs, um unabhängige, versionierte Kopien von Cloud-Daten zu extrahieren und zu speichern. Damit lassen sich einzelne Objekte ebenso wiederherstellen wie komplette Datenbestände.
- Verlässliche SaaS-Backup-Strategien setzen auf durchgehenden Schutz durch automatisierte Zeitpläne, inkrementelle Aktualisierungen und Speicherung in mehreren Regionen.
- Für eine wirksame Wiederherstellung aus SaaS-Umgebungen braucht es regelmäßige Restore-Tests, definierte RTO-/RPO-Vorgaben und eine vorausschauende Überwachung, damit versionierte und priorisierte Daten vollständig und nutzbar bleiben.
Moderne Unternehmen verwalten den Großteil ihrer Daten digital. Viele von ihnen setzen dabei auf SaaS-Anwendungen wie Microsoft 365, Google Workspace und Salesforce. Diese Plattformen verarbeiten geschäftskritische Daten und sind darauf ausgelegt, diese Daten durchgehend verfügbar zu halten.
Allerdings sind SaaS-Plattformen nicht dafür gebaut, umfassend vor Datenverlust durch versehentliches Löschen, Ransomware oder Fehlkonfigurationen zu schützen. Genau hier kommt das SaaS-Backup ins Spiel. In diesem Artikel sehen wir uns an, wie ein SaaS-Backup dafür sorgt, dass Daten aus Cloud-Anwendungen verfügbar und wiederherstellbar bleiben.
Das steckt hinter einem SaaS-Backup
Ein SaaS-Backup ist der Prozess, fortlaufend separate, wiederherstellbare Kopien der Daten aus cloudbasierten Anwendungen zu erstellen. Diese Backups liegen außerhalb der ursprünglichen SaaS-Umgebung. Dadurch bleiben die Daten zugänglich, falls es in der Primärquelle zu Problemen mit Datenverlust kommt.
SaaS-Backups sind speziell für Cloud-Anwendungen konzipiert und schützen E-Mails, Dokumente, Datensätze aus dem Kundenbeziehungsmanagement und viele weitere Dateien, die über SaaS-Anwendungen verarbeitet und verwaltet werden. Das wichtigste Ziel von SaaS-Backups besteht darin, Daten schnell und präzise wiederherstellen zu können, wenn sie verloren gehen, beschädigt oder gelöscht werden. Ein SaaS-Backup hilft außerdem, die Ausfallzeit in solchen Szenarien zu verringern.
So funktioniert ein SaaS-Backup
SaaS-Backups nutzen Automatisierung, um Sicherungsvorgänge im Hintergrund auszuführen und Benutzer:innen möglichst wenig zu stören. So läuft das ab:
-
Datenextraktion aus SaaS-Anwendungen
Backup-Tools verbinden sich über sichere APIs und Authentifizierungsmethoden mit SaaS-Plattformen. Sobald die Verbindung steht, gilt Folgendes:
- Sie greifen auf die zu sichernden Anwendungsdaten zu
- Sie erfassen Daten in geplanten Intervallen oder nahezu in Echtzeit
- Sie verfolgen Änderungen und sichern über inkrementelle Aktualisierungen ausschließlich diese
-
Datenduplizierung und Speicherung
Bei diesem Schritt werden die Daten unmittelbar nach der Extraktion in eine separate Backup-Umgebung kopiert und dort gespeichert. Zu Duplizierung und Speicherung gehören typischerweise:
- Eine Cloud-zu-Cloud-Speicherinfrastruktur
- Redundante Kopien an mehreren Standorten
- Eine logische Trennung von der ursprünglichen SaaS-Plattform
Da das Backup unabhängig gespeichert wird, bleibt es auch dann verfügbar, wenn es beim SaaS-Anbieter zu Störungen oder anderen Ereignissen kommt, die Datenverlust verursachen können.
-
Versionierung und Aufbewahrung
Moderne SaaS-Backup-Lösungen können mehrere Datenversionen über längere Zeiträume speichern und vorhalten. Das hilft bei:
- der punktgenauen Wiederherstellung von Daten zu bestimmten Stichtagen
- der Wiederherstellung früherer Datei- oder Datensatzversionen
- dem Schutz vor versehentlichen Änderungen oder einer Verschlüsselung durch Ransomware
Wichtig zu wissen: SaaS-Backup-Lösungen bieten in der Regel längere Aufbewahrungsfristen und flexiblere Wiederherstellungsoptionen als die integrierten Aufbewahrungsrichtlinien der SaaS-Anbieter.
-
Wiederherstellung und Restore-Prozess
Kommt es zu einem Datenverlust, bieten SaaS-Backups Unternehmen mehrere Wiederherstellungsoptionen:
- Wiederherstellung einzelner Dateien, E-Mails oder Datensätze
- Wiederherstellung kompletter Benutzerkonten und Datenbestände
- Zurücksetzen von Systemen auf einen bestimmten Zeitpunkt
Werden SaaS-Daten automatisiert gesichert?
Das Kleingedruckte vieler SaaS-Plattformen enthält durchaus ein gewisses Maß an Datenschutzmaßnahmen. Ein vollständiger Backup-Schutz ist das aber noch lange nicht.
Die meisten SaaS-Anbieter bieten:
- Papierkörbe oder kurzfristige Wiederherstellungsoptionen (zum Beispiel eine Schonfrist von einem Monat, bevor gelöschte Daten endgültig entfernt werden)
- Eingeschränkte Versionsverläufe
- Aufbewahrungsrichtlinien mit Ablaufdatum
Häufig bieten SaaS-Plattformen nicht:
- Unabhängige Backup-Kopien außerhalb ihrer eigenen Umgebung
- Eine langfristige Aufbewahrung über die Grenzen der Richtlinie hinaus
- Eine vollständige Wiederherstellung bei allen Arten von Datenverlust
Deshalb liegt es in der Verantwortung der Unternehmen, eine eigene Backup-Strategie umzusetzen oder sich am Shared Responsibility Model zu orientieren.
Strategien für das Backup von Cloud-Anwendungen
Bei der Auswahl einer SaaS-Backup-Plattform sollte im Mittelpunkt stehen, wie verlässlich die Lösung konsistente und wiederherstellbare Kopien der Cloud-Daten vorhält. Typische Funktionen sind:
- Automatisierte, geplante Backups für durchgehenden Schutz
- Vollständige und inkrementelle Backups, um Leistung und Speicherplatz zu optimieren
- Speicherung in mehreren Regionen für zusätzliche Redundanz
- Trennung von Backup- und Produktionsumgebungen
Best Practices für die Wiederherstellung von SaaS-Daten
Ein SaaS-Backup ist eine solide Grundlage für den Schutz von Daten. Unternehmen müssen jedoch auch sicherstellen, dass sie diese Daten wirksam wiederherstellen können. Backups sollen schließlich nicht nur vorhanden, sondern nach dem Restore auch nutzbar sein. Zu den wichtigsten Best Practices bei der Wiederherstellung von SaaS-Daten gehören:
- Den Restore-Prozess regelmäßig testen: Unternehmen sollten geplante Wiederherstellungstests durchführen, um eine gleichbleibende Datenintegrität sicherzustellen.
- RTO und RPO festlegen: Die Zeitvorgabe für die Wiederherstellungszeit (RTO) und das Ziel des Wiederherstellungspunktes (RPO) sollten klar definiert sein. So ist bekannt, wie schnell und auf welchen Zeitpunkt Daten nach einem Vorfall wiederhergestellt werden müssen.
- Versionen vorhalten: Mehrere Versionen der Backup-Daten sorgen für Flexibilität und eine feinere Granularität bei der Wiederherstellung.
- Daten priorisieren: Unternehmen müssen wissen, welche Daten am kritischsten sind, damit diese bei der Wiederherstellung Vorrang bekommen.
- Backups überwachen: Fehlgeschlagene Wiederherstellungen lassen sich vermeiden, wenn Probleme früh auffallen. Dafür sorgt eine konsequente Überwachung des Backup-Prozesses.
SaaS-Backup-Lösungen von Drittanbietern im Überblick
Backup-Lösungen von Drittanbietern sind darauf ausgelegt, die Lücken der nativen SaaS-Schutzmechanismen zu schließen. Üblicherweise bieten sie:
- Automatisierte Backups über mehrere SaaS-Plattformen hinweg
- Unabhängige, sichere Speicherumgebungen
- Granulare Restore-Funktionen für eine punktgenaue Wiederherstellung
- Anpassbare Aufbewahrungsrichtlinien für die langfristige Datensicherung
Diese SaaS-Backup-Lösungen von Drittanbietern arbeiten parallel zu den SaaS-Anwendungen und sorgen für einen umfassenden Datenschutz. So sind Unternehmen nicht allein auf ihren Anbieter angewiesen.
Aufbewahrungsrichtlinien bei SaaS-Anbietern
Aufbewahrungsrichtlinien legen fest, wie lange Daten innerhalb einer SaaS-Plattform gespeichert bleiben. Entscheidend ist dabei, sie nicht mit Backup-Richtlinien zu verwechseln. Das sind die wichtigsten Unterschiede:
Aufbewahrungsrichtlinien:
- konzentrieren sich auf Compliance und das Management des Datenlebenszyklus
- löschen Daten nach einem festgelegten Zeitraum automatisiert
Backup-Systeme:
- speichern unabhängige Kopien der Daten
- ermöglichen eine Wiederherstellung auch nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen
Wer die Unterschiede zwischen Aufbewahrungsrichtlinien und den Möglichkeiten eines Backup-Systems kennt, erkennt den jeweiligen Zweck und kann beide sinnvoll kombinieren.
Verbreitete Irrtümer rund um SaaS-Backups
Rund um SaaS-Backup-Lösungen und ihre Möglichkeiten halten sich einige Irrtümer. Hier sind die häufigsten:
-
SaaS-Plattformen sichern alle Daten automatisiert
SaaS-Plattformen speichern Daten zwar bis zu einem gewissen Grad, ihr Fokus liegt aber vor allem auf der Verfügbarkeit. Das heißt: Nicht alle Daten sind wirklich umfassend geschützt. Ein Backup erfordert unabhängige Kopien außerhalb der SaaS-Plattform, damit Daten bei einem Verlust wiederhergestellt werden können.
-
Aufbewahrungsrichtlinien ersetzen ein Backup
Nein. Aufbewahrungsrichtlinien definieren nur, wie lange Daten in einer SaaS-Plattform vorgehalten werden, nicht wie sie wiederhergestellt werden. Sind die Daten nach Ablauf der Frist gelöscht, lassen sie sich nicht mehr zurückholen.
-
Cloud-Daten können nicht verloren gehen
Nein. Eine Cloud-Infrastruktur beseitigt das Risiko von Datenverlust nicht. Daten können weiterhin gelöscht, beschädigt oder von Cyberbedrohungen betroffen werden.
-
In SaaS-Umgebungen braucht es kein Backup
Wie bereits erwähnt, sind Daten auch in der Cloud gefährdet. Das gilt ebenso für Daten, die in SaaS-Plattformen verarbeitet und verwaltet werden. SaaS verschiebt die Verantwortung, hebt sie aber nicht auf. Unternehmen bleiben also weiterhin für den Schutz ihrer Daten verantwortlich.
-
Eine Wiederherstellung ist immer garantiert
Nein. Native Werkzeuge unterstützen nicht zwangsläufig eine vollständige oder granulare Wiederherstellung. Ohne geeignete Backups lassen sich manche Datenverluste nicht rückgängig machen.
SaaS-Backup richtig verstehen
Ein SaaS-Backup ist das Sicherheitsnetz für alle Unternehmensdaten, die in SaaS-Anwendungen wie Microsoft 365, Google Workspace, Salesforce und ähnlichen Diensten verarbeitet und verwaltet werden. Es erfasst, speichert und bewahrt automatisiert unabhängige Kopien der Daten aus Cloud-Anwendungen auf, damit sie sich bei einem Datenverlust wiederherstellen lassen.
SaaS-Plattformen bieten zwar grundlegende Funktionen zum Datenschutz, eine vollständige Wiederherstellung oder langfristige Aufbewahrung leisten sie jedoch nicht. Genau deshalb gibt es dedizierte SaaS-Backup-Lösungen: Sie schließen diese Lücken mit Automatisierung, Versionierung und flexiblen Restore-Optionen.
Verwandte Themen: