Wer weiß, wie sich die Temperatur einer SSD prüfen lässt, kann die Systemleistung dauerhaft hoch halten. Die integrierten Bordmittel sind die erste Verteidigungslinie gegen thermisches Throttling und Datenverlust. Entscheidend ist jedoch, die richtigen Werkzeuge zu kennen, um Ihre wichtigsten Hardware-Komponenten zu schützen.
Dieser Artikel erklärt, wie Sie die NVMe-Temperatur auslesen, worauf Sie dabei achten sollten, und beantwortet häufige Fragen, damit Sie die Lebensdauer Ihres Laufwerks verlängern können.
Eine visuelle Anleitung finden Sie in unserem Video „So prüfen Sie die Temperatur einer NVMe-SSD unter Windows 11“.
So sehen Sie die NVMe-Temperatur unter Windows 11
⚠️ Diese Methoden gelten nur für Computer mit NVMe-SSDs, die Microsoft-NVMe-Treiber oder kompatible Treiber des Erstausrüsters (OEM) verwenden.
Windows 11 unterstützt die Temperaturüberwachung von NVMe-SSDs nativ, sodass fortgeschrittene Benutzer:innen die aktuelle Temperatur direkt einsehen können. Da dieser Faktor die Systemleistung erheblich beeinflusst, sollten Sie die folgenden Methoden nutzen, um Überhitzung und Datenverlust zu vermeiden.
⚠️ Diese Methoden gelten nur für Windows 11 (Build 22000 oder höher).
Methode 1: Temperatur in den Einstellungen ansehen (GUI)
Am einfachsten prüfen Sie die Temperatur der NVMe über die Windows-Einstellungen.
- Drücken Sie Win + I, um die Einstellungen zu öffnen.
- Navigieren Sie zu Speicher > Erweiterte Speichereinstellungen > Datenträger und Volumes.
- Klicken Sie beim gewünschten Laufwerk auf Eigenschaften.
- Öffnen Sie Laufwerkzustand, um die aktuelle Temperatur des Laufwerks abzulesen (z. B. 47 °C).
Methode 2: Temperatur im Task-Manager ansehen (GUI)
So prüfen Sie die SSD-Temperatur, wenn sie in den Speichereinstellungen nicht angezeigt wird.
- Drücken Sie Strg + Umschalt + Esc, um den Task-Manager zu öffnen.
- Wechseln Sie zur Registerkarte Leistung.
- Wählen Sie links Ihre NVMe-SSD aus.
- Lesen Sie den Temperaturwert unten ab (z. B. 35 °C).
Methode 3: NVMe-Temperatur über PowerShell prüfen
⚠️ Diese Methode erfordert Administratorrechte.
Power-User erhalten zusätzliche SMART-Daten (Self-Monitoring, Analysis, and Reporting Technology), wenn sie die NVMe-Temperatur per PowerShell auslesen. Um die Temperaturwerte der SSD im zeitlichen Verlauf zu prüfen, gehen Sie so vor:
- Drücken Sie Win + R und geben Sie Powershell ein.
- Drücken Sie Strg + Umschalt + Eingabetaste, um eine PowerShell mit erhöhten Rechten zu öffnen.
- Führen Sie den folgenden Befehl aus:
Get-PhysicalDisk | Get-StorageReliabilityCounter
- Sehen Sie unter Temperature (current) und TemperatureMax (historical max) nach, wie heiß Ihre NVMe-SSD läuft.
Methode 4: Tools von Drittanbietern nutzen (für erweiterte Überwachung)
⚠️ Laden Sie Anwendungen von Drittanbietern nur aus seriösen Quellen herunter, um Ihr Sicherheitsniveau nicht zu gefährden.
Seriöse Anwendungen bieten tiefergehende Diagnosen und mehr Kontrolle über Ihre SSD. Von kostenlosen Tools, die den Gerätezustand und SMART-Daten anzeigen, bis zu herstellerspezifischen Anwendungen: Das sind die besten Optionen, die Sie in Betracht ziehen sollten.
CrystalDiskInfo
Diese schlanke Anwendung bietet Echtzeit-Monitoring und liefert einen umfassenden Statusbericht (z. B. Gut, Vorsicht, Schlecht) für den schnellen Überblick. Wer genauer wissen möchte, wie sich die SSD-Temperatur prüfen lässt, findet in der App detaillierte SMART-Attribute. Sie funktioniert mit den meisten SSD-Marken.
HWiNFO
HWiNFO liefert umfassende Sensordaten zu allen Komponenten einer Workstation und eignet sich damit ideal für ganzheitliche Diagnosen. Möchten Sie etwa sehen, wie sich ein GPU-Tausch auf Ihre SSD auswirkt, können Sie mit diesem Tool thermisches Throttling und Verschleißwerte während Ihrer Tests verfolgen.
Samsung Magician / Western Digital Dashboard
Spezielle Tools wie Samsung Magician sind darauf ausgelegt, Ihnen eine optimierte Übersicht über SSDs von Samsung zu geben. Neben laufwerksspezifischen Diagnosen ermöglicht Ihnen die Software des Erstausrüsters (OEM) auch, Firmware-Updates, Performance-Tuning, sicheres Löschen und mehr zu verwalten.
Open Hardware Monitor
Diese Open-Source-Software verfolgt die Temperaturen von CPU, GPU und SSD und liefert zugleich SMART-Daten Ihrer Festplatten, inklusive Lüfterdrehzahl und Spannungswerten. Sie können dieses vielseitige Tool ausführen, ohne es auf Ihrem Computer zu installieren, und es unterstützt eine Vielzahl von Geräten.
Weitere Aspekte beim Prüfen der SSD-Temperatur
SSD-Speichertechnologie kommt in den unterschiedlichsten Branchen zum Einsatz, doch die grundlegenden Faktoren, die die NVMe-Temperatur beeinflussen, gelten überall gleichermaßen. Berücksichtigen Sie diese Punkte, wenn Sie die SSD-Wartungsstrategie Ihres Unternehmens festlegen.
Normaler Temperaturbereich einer NVMe
Die meisten SSD-Laufwerke arbeiten zwischen 0 °C und 70 °C sicher, drosseln aber ab etwa 65 °C ihre Leistung, um den Verschleiß zu verringern. Dieser Vorgang heißt thermisches Throttling. Das führt zu spürbaren Leistungseinbußen, lässt sich aber mit Kühllösungen verhindern.
Kühlung
Kühlung sorgt dafür, dass Workstations effizient und sicher arbeiten, und verlängert zugleich ihre Lebensdauer. Sie können ein System passiv mit Kühlkörpern kühlen oder aktiv mit Lüftern, Klimatisierung und Mikrokühlprodukten, die die SSD-Temperatur um bis zu 20 % senken können.
🛑| Legen Sie fest, wie Workstations auf hohe Temperaturen reagieren.
Lesen Sie den NinjaOne-Leitfaden dazu, wie Sie die Richtlinie zur Systemkühlung hinzufügen oder entfernen.
Virtuelle Maschinen
Wenn Ihr Unternehmen regelmäßig virtuelle Maschinen einsetzt, ist es besonders wichtig zu wissen, wie sich die SSD-Temperatur prüfen lässt. Durch ihre ständigen Lese- und Schreibvorgänge belasten sie die Prozessoren erheblich, vor allem wenn mehrere Umgebungen gleichzeitig laufen. Behalten Sie das im Hinterkopf.
Firmware-Updates
Denken Sie schließlich daran, dass Firmware-Updates das interne Wärmemanagement Ihrer SSD optimieren können. Das geschieht unter anderem durch das Patchen problematischer Fehler und eine verbesserte Kompatibilität.
SSD-Temperatur prüfen und optimale Leistung sichern
Die Überwachung des SSD-Status trägt dazu bei, dass Ihr Unternehmen effizient arbeitet, und sichert die Datenintegrität. Legen Sie darüber hinaus Richtlinien für speicherintensive Prozesse und Anwendungen fest, um thermisches Throttling und mögliche Abschaltungen zu vermeiden. Setzen Sie außerdem auf automatisierte Lösungen, mit denen Sie den Systemzustand zentral an einem Ort überwachen können.
Quick-Start-Guide
Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Temperatur einer NVMe-SSD unter Windows 11 zu prüfen:
1. Tools von Drittanbietern (empfohlen):
, CrystalDiskInfo: ein beliebtes Dienstprogramm zum Prüfen von SSD-Zustand und Temperatur
, HWiNFO: liefert eine detaillierte Hardware-Überwachung inklusive SSD-Temperaturen
, Open Hardware Monitor: kostenloses Open-Source-Tool zur Temperaturüberwachung
2. Einschränkungen von Windows 11:
Leider bietet Windows 11 kein eigenes integriertes Tool, um die Temperatur einer NVMe-SSD direkt auszulesen. Dafür benötigen Sie Software von Drittanbietern.
3. Wichtige Hinweise:
, Stellen Sie sicher, dass das Tool Ihr konkretes NVMe-SSD-Modell unterstützt
, Manche Tools müssen als Administrator ausgeführt werden
, Überwachen Sie die Temperaturen, um möglicher Überhitzung vorzubeugen
4. Skript-Option von NinjaOne:
NinjaOne bietet in seiner Automation Library das Skript „SSD Wear Health Alert“, mit dem sich der SSD-Zustand überwachen lässt, inklusive möglicher temperaturbezogener Alarmierungen.
Empfehlung: Nutzen Sie CrystalDiskInfo oder HWiNFO für die zuverlässigste Temperaturüberwachung Ihrer NVMe-SSD unter Windows 11.