Schlüsselpunkte
- Die Preisgestaltung für ITAM variiert je nach Asset-Volumen, Funktionstiefe und Lizenzmodell des jeweiligen Anbieters. Dabei können Kosten pro Gerät, pro Benutzer:in, nach Tarifstufe oder über eine Pauschallizenz berechnet werden.
- Darüber hinaus umfassen die Gesamtkosten für ITAM nicht nur die reine Softwarelizenz, sondern auch Implementierung, Administration sowie den Arbeitsaufwand, der durch manuelle Prozesse und voneinander getrennte Tools entsteht.
- Unternehmen verschwenden 25 bis 30 Prozent ihrer IT-Budgets für unzureichend ausgelastete Lizenzen und redundante Tools.
- Ohne automatisierte Lizenzverfolgung sind Unternehmen zudem dem Risiko von Audit-Strafen ausgesetzt und müssen mit unnötigen Mehrkosten durch unkontrollierte Softwareausgaben rechnen.
- Gebündelte Plattformen, die ITAM mit Endpunkt-Management und Patching kombinieren, reduzieren hingegen den Integrationsaufwand erheblich.
- Die richtige ITAM-Software bietet eine kontinuierliche Asset-Erkennung über alle Gerätetypen hinweg, ein leistungsstarkes Lizenzmanagement sowie eine transparente Preisgestaltung.
Was Sie nicht im Blick haben, können Sie nicht absichern oder verwalten. Für eine Infrastruktur, die irgendwo zwischen einer veralteten Tabelle und einem nur noch vage erinnerten Audit existiert, können Sie auch kein präzises Budget planen. Genau das ist die Realität vieler IT- und Sicherheitsteams.
IT-Asset-Management-Software (ITAM) schließt diese Lücke, indem sie Unternehmen einen kontinuierlichen Überblick über alle Hardwaregeräte, Softwarelizenzen, SaaS-Abonnements und Cloud-Ressourcen in ihrer Umgebung bietet. Bevor Sie jedoch einen Business Case erstellen oder eine Bestellung auslösen können, müssen Sie eine praktische Frage beantworten: „Was kostet IT-Asset-Management-Software?“
Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Die Preisgestaltung für ITAM-Software hängt davon ab,
- wie viele Assets Sie verwalten,
- welche Funktionen und Integrationen Sie benötigen,
- ob Sie die Lösung On-Premises oder in der Cloud bereitstellen,
- und nach welchem Lizenzmodell der Anbieter abrechnet.
Dieser Artikel erläutert alles, was IT- und Sicherheitseinkäufer wissen müssen, um das Budget für IT-Asset-Management-Software fundiert zu planen. Wir zeigen, wie ITAM-Tools üblicherweise bepreist werden, welche zentralen Faktoren die Gesamtbetriebskosten beeinflussen, welche tatsächlichen Kosten entstehen, wenn Unternehmen nicht über die passende Lösung verfügen, und wie Sie Ihre Softwareoptionen bewerten können.
Wie wird IT-Asset-Management-Software bepreist?
Für IT-Asset-Management-Software gibt es kein einheitliches, universelles Preismodell. Dadurch sind Anbietervergleiche oft komplexer, als sie auf den ersten Blick erscheinen. Um ein realistisches Budget zu planen und unerwartete Kosten im weiteren Verlauf zu vermeiden, müssen Unternehmen zunächst verstehen, wie verschiedene Anbieter ihre Preisgestaltung strukturieren.
Gängige Preismodelle für ITAM
Pro Gerät oder Asset
Die Preisgestaltung pro Gerät oder pro Asset ist das am weitesten verbreitete Modell am Markt. Dabei zahlen Sie eine wiederkehrende Gebühr, in der Regel monatlich oder jährlich, für jeden verwalteten Endpunkt, unabhängig davon, ob es sich um einen Laptop, einen Server, eine virtuelle Maschine oder ein Netzwerkgerät handelt. Dieses Modell skaliert planbar mit Ihrer IT-Umgebung und erleichtert dadurch die Kostenprognose, wenn Ihr Asset-Bestand wächst.
Pro Benutzer:in/Lizenz
Bei der Preisgestaltung pro Benutzer:in oder Lizenz richten sich die Kosten nach der Anzahl der IT-Administrator:innen oder Endbenutzer:innen, die Zugriff auf die Plattform haben. Dieses Modell kann für Unternehmen mit großen Asset-Beständen, aber kleinen IT-Teams vorteilhaft sein. Allerdings können die Kosten schnell steigen, sobald zusätzliche Techniker:innen hinzukommen oder der Zugriff auf Stakeholder:innen außerhalb der IT ausgeweitet wird.
Nach Tarifstufe oder Modul
Eine Preisgestaltung nach Tarifstufe oder Modul ist vor allem bei größeren, funktionsreicheren Plattformen üblich. Anbieter stellen ein Basispaket zu einem bestimmten Preis bereit und berechnen zusätzliche Funktionen wie Softwarelizenzmanagement, Vulnerability-Integrationen oder die Erkennung von Cloud-Assets separat. Der Einstiegspreis wirkt zunächst attraktiv, doch sobald Sie die Module ergänzen, die Ihr Team tatsächlich benötigt, steigen die Gesamtkosten deutlich.
Pauschalpreis
Pauschalpreise oder Standortlizenzen sind weniger verbreitet, stehen Enterprise-Kunden jedoch gelegentlich zur Verfügung. Bei diesem Modell zahlen Sie eine feste Gebühr für eine unbegrenzte Anzahl von Assets oder Benutzer:innen innerhalb eines definierten Geltungsbereichs. Das kann bei entsprechender Skalierung einen erheblichen Mehrwert bieten, setzt jedoch in der Regel Verhandlungen und eine größere Vorabverpflichtung voraus.
Eigenständiges ITAM im Vergleich zur Preisgestaltung gebündelter Plattformen
Eine der wichtigsten Preisentscheidungen besteht darin, ob Sie ein dediziertes, eigenständiges ITAM-Tool erwerben oder sich für eine umfassendere IT-Management-Plattform entscheiden, die Asset-Management als Bestandteil ihres Funktionsumfangs enthält.
Eigenständige ITAM-Tools sind speziell für Asset-Tracking und Lifecycle-Management konzipiert. Sie bieten tiefgehende Funktionen in Bereichen wie Software-Asset-Management (SAM) oder Hardware-Lifecycle-Tracking, erfordern jedoch eine eigene Lizenz, eine separate Bereitstellung sowie Integrationen mit dem übrigen IT-Stack. Das verursacht zusätzliche Kosten, nicht nur durch die Lizenzierung, sondern auch durch den Aufwand, der entsteht, wenn das Tool mit Ihrer RMM-, Helpdesk- und Patch-Management-Plattform verbunden werden muss.
Gebündelte Plattformen hingegen kombinieren ITAM-Funktionen mit Endpunkt-Management, Monitoring, Patching und weiteren Funktionen unter einer einzigen Lizenz. Die Kosten pro Funktion können auf den ersten Blick höher erscheinen als bei einem eigenständigen Tool. Die Total Cost of Ownership ist jedoch häufig niedriger, wenn man den geringeren Integrationsaufwand, weniger zu verwaltende Anbieterbeziehungen und eine zentrale verlässliche Datenbasis für Asset-Daten berücksichtigt.
Was ist im ITAM-Basispreis enthalten, und wofür fallen zusätzliche Kosten an?
Die meisten ITAM-Plattformen bewerben einen Basispreis, der grundlegende Funktionen wie ein einfaches Hardware-Inventar, agentenbasierte Asset-Erkennung und ein Dashboard zur Anzeige von Asset-Informationen umfasst. Welche Funktionen darüber hinaus enthalten sind und welche als Add-on separat berechnet werden, variiert jedoch je nach Anbieter.
Zu den Funktionen, die häufig höheren Tarifstufen oder zusätzlichen Gebühren vorbehalten sind, gehören unter anderem:
- Agentenlose und netzwerkweite Erkennung, die entscheidend ist, um nicht verwaltete oder nicht autorisierte Geräte zu identifizieren, die von Agenten nicht erreicht werden können
- Softwarelizenzmanagement und Compliance-Tracking, die häufig als separates SAM-Modul angeboten werden
- Erkennung von Cloud-Assets in AWS-, Azure- oder Google-Cloud-Umgebungen
- Erkennung von SaaS-Anwendungen und Optimierung der entsprechenden Ausgaben
- Erweiterte Berichte und benutzerdefinierte Dashboards, die oft Enterprise-Tarifen vorbehalten sind
- Integrationen mit Drittanbieterplattformen wie ServiceNow, Jira oder Active Directory
- Garantie- und Lifecycle-Tracking auf Basis von Anbieter-Datenfeeds
- Rollenbasierte Zugriffskontrollen und Mandantenfähigkeit für MSPs oder Großunternehmen
- KI-gestützte Datennormalisierung für Softwaretitel, Hardwaremodelle und Anbieternamen
Bevor Sie den beworbenen Einstiegspreis eines Anbieters akzeptieren, sollten Sie Ihre unverzichtbaren Anforderungen den jeweiligen Funktionen der einzelnen Tarifstufen gegenüberstellen und sich den konkreten Leistungsumfang vor Vertragsunterzeichnung schriftlich bestätigen lassen.
Welche Faktoren beeinflussen die Kosten von IT-Asset-Management-Software?
Sobald klar ist, wie ITAM-Software bepreist wird, stellt sich die nächste Frage: Welche Faktoren machen Ihre konkrete Bereitstellung teurer oder günstiger? Mehrere Aspekte beeinflussen sowohl Ihre Lizenzkosten als auch den darüber hinausgehenden operativen Aufwand, der erforderlich ist, um ein leistungsfähiges ITAM-Tool zu betreiben.
Größe und Vielfalt Ihres Asset-Bestands
Der offensichtlichste Kostentreiber ist der Umfang dessen, was Sie verwalten. Die meisten gerätebasierten Preismodelle skalieren linear mit der Anzahl der Assets, sodass eine größere Umgebung auch höhere Kosten verursacht. Die reine Geräteanzahl bildet jedoch nur einen Teil der Realität ab, denn die Vielfalt der Assets ist ebenso entscheidend.
Eine Umgebung mit Laptops, Desktops und Servern lässt sich vergleichsweise einfach verwalten. Umfasst sie jedoch Mobilgeräte, IoT-Endpunkte, virtuelle Maschinen, Netzwerkinfrastruktur und cloudbasierte Ressourcen, steigt die Komplexität deutlich. Außerdem unterstützt nicht jede Plattform alle Asset-Typen gleichermaßen zuverlässig. Unternehmen mit heterogenen Umgebungen müssen daher häufig zusätzliche Module oder Integrationen erwerben, um eine vollständige Abdeckung zu erreichen. Andernfalls akzeptieren sie im schlechteren Fall blinde Flecken in ihren Asset-Daten, weil das eingesetzte Tool nicht für diese Diversität ausgelegt ist.
Komplexität des Softwarelizenzmanagements
Das Hardware-Inventar bildet für die meisten ITAM-Programme den Einstiegspunkt. Wirklich kostenintensiv wird es jedoch beim Software-Asset-Management. Nachzuverfolgen, welche Softwarelizenzen vorhanden sind, wie viele davon bereitgestellt wurden, ob eine Unter- oder Überlizenzierung besteht und ob das Unternehmen jederzeit auditbereit ist, ist deutlich komplexer als die reine Katalogisierung von Geräten.
Diese Komplexität nimmt mit dem Umfang und der Struktur des Softwarebestands weiter zu. Unternehmen, die eine Mischung aus unbefristeten Lizenzen, Abonnementvereinbarungen und OEM-gebündelter Software über mehrere Anbieter hinweg verwalten, stehen vor einer Abstimmungsaufgabe, mit der manuelle Prozesse nicht Schritt halten können. Anbieter, die leistungsstarke SAM-Funktionen wie die automatisierte Normalisierung von Softwaretiteln und die Dokumentation von Audit-Trails bereitstellen, berechnen dafür in der Regel höhere Gebühren. Die Kosten, die entstehen, wenn diese Funktionen fehlen, sind jedoch meist deutlich höher, sobald ein Softwareanbieter ein Audit durchführt.
Automatisierungsgrad
In welchem Umfang Ihre Asset-Erkennung und Inventarpflege automatisiert statt manuell erfolgt, wirkt sich direkt auf die Softwarekosten ebenso wie auf die Personalkosten aus.
Agentenbasierte Erkennung, bei der kompakte Software auf jedem Endpunkt installiert wird und Hardware- sowie Softwaredaten an eine zentrale Plattform zurückmeldet, liefert mit minimalem manuellem Aufwand das präziseste und aktuellste Inventar. Agentenlose Erkennung erweitert diese Transparenz auf Netzwerkgeräte, nicht verwaltete Assets und Systeme, bei denen eine Agentenbereitstellung nicht praktikabel ist.
Unternehmen, die auf manuelle Inventarisierungsprozesse setzen, unterschätzen häufig ihre tatsächlichen Kosten. Insbesondere die Arbeitsstunden, die für manuelle Audits und die Pflege von Asset-Datensätzen erforderlich sind, stellen reale Personalkosten dar. Diese erscheinen zwar nicht auf einer Softwarerechnung, gehören aber in jede Berechnung der Gesamtbetriebskosten (TCO). Plattformen mit einem höheren Automatisierungsgrad verursachen zwar höhere Lizenzkosten, erzielen jedoch eine günstige Rendite, wenn man sie dem Zeitaufwand gegenüberstellt, den sie einsparen.
Compliance- und Audit-Anforderungen
Regulatorische Frameworks stellen explizite oder implizite Anforderungen an Unternehmen, präzise Aufzeichnungen über die Assets in ihrer Umgebung zu führen. Für Unternehmen, die diesen Frameworks unterliegen, ist ITAM eine Compliance-Verpflichtung. Die damit verbundenen Funktionsanforderungen treiben die Kosten entsprechend nach oben.
Einige der Compliance-Frameworks, die Investitionen in ITAM vorantreiben, haben erheblich an Bedeutung gewonnen. Neben ISO 27001, SOC 2, HIPAA und CMMC müssen sich Unternehmen mittlerweile auch mit den folgenden Vorgaben auseinandersetzen:
- NIS2 (Network and Information Security Directive 2): Die EU-Richtlinie, deren Compliance-Frist im Oktober 2024 lag und deren vollständige operative Durchsetzung bis Oktober 2026 erwartet wird, verpflichtet „wesentliche“ und „wichtige“ Einrichtungen in 18 Sektoren dazu, verlässliche und aktuelle Asset-Inventare als Grundlage für das IKT-Risikomanagement zu führen.
- DORA (Digital Operational Resilience Act): DORA ist seit Januar 2025 für Finanzdienstleister in der EU verpflichtend und befindet sich inzwischen in der aktiven Aufsichts- und Prüfungsphase. Die Verordnung verlangt strukturierte Nachweise zur Governance von IKT-Assets, einschließlich Abhängigkeiten von IKT-Drittanbietern.
- CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive): Für größere Unternehmen mit Sitz in der EU wird die präzise Nachverfolgung von Hardware-Lifecycle und End-of-Life zunehmend mit ESG-Berichtspflichten im Rahmen der CSRD verknüpft.
Auditbereitschaft erfordert Funktionen, die über ein einfaches Inventar hinausgehen:
- detaillierte Änderungshistorien,
- Zugriffskontrollen,
- Nachverfolgung der Richtliniendurchsetzung und
- die Möglichkeit, Berichte auf Abruf zu erstellen.
Ebenso sind Unternehmen mit erheblichen Softwareausgaben dem Risiko ausgesetzt, von Anbietern initiierte Lizenzaudits durchlaufen zu müssen. Die Kosten, die entstehen, wenn Compliance-Verstöße festgestellt werden, können die Kosten der ITAM-Software, mit der sie hätten vermieden werden können, bei Weitem übersteigen. Wenn Compliance keine Zielvorstellung, sondern eine Notwendigkeit ist, sollte sie Ihre Funktionsanforderungen und Ihr Budget von Anfang an prägen.
Was kostet es, IT-Assets ohne die passende Software zu verwalten?
Bei der Bewertung von ITAM-Software liegt der Fokus häufig allein auf den Kosten der Lösung. Die wichtigere Frage ist jedoch, was es Ihr Unternehmen kostet, ohne eine solche Lösung auszukommen oder sich auf arbeitsintensive Prozesse wie Tabellen und manuelle Audits zu verlassen.
Laut dem Flexera 2025 State of IT Asset Management Report schätzten Unternehmen, dass 25 bis 30 Prozent ihrer IT-Budgets aufgrund redundanter Tools, unzureichend ausgelasteter Lizenzen und fehlender handlungsrelevanter Einblicke verschwendet wurden. Hinzu kommt, dass 45 Prozent der befragten Unternehmen angaben, in den vergangenen drei Jahren mehr als 1 Million US-Dollar für Audits durch Softwareanbieter ausgegeben zu haben.
Auf der Sicherheitsseite ergab eine Trend Micro-Umfrage aus dem Jahr 2025 unter mehr als 2.000 Cybersicherheits-Führungskräften, dass fast 74 Prozent bereits einen Sicherheitsvorfall erlebt hatten, der durch nicht verwaltete oder unbekannte Assets verursacht wurde. Zudem steigt die Zahl dieser Assets rapide an, da sich generative KI zunehmend verbreitet und die Anzahl von IoT-Geräten in Büros sowie in den privaten Haushalten von Mitarbeitenden weiter wächst.
Die versteckten Kosten von Schatten-IT und überhöhten Softwareausgaben
Schatten-IT, also Geräte, Anwendungen und Cloud-Services, die Mitarbeitende ohne formelle Freigabe oder Kontrolle durch die IT einführen, gehört zu den hartnäckigsten und teuersten Folgen mangelnder Asset-Transparenz. Wenn IT-Teams kein vollständiges Bild davon haben, was in ihrer Umgebung ausgeführt wird, können sie es weder verwalten noch absichern oder in ihren Budgets korrekt berücksichtigen.
Software mit automatischer Verlängerung, ungenutzte Lizenzen und doppelte Tools, die sich über verschiedene Abteilungen hinweg ausbreiten, verursachen Kosten, die ohne ein zentralisiertes und kontinuierlich aktualisiertes Asset-Inventar unentdeckt bleiben.
Manuelle Asset-Verfolgung und ihre Folgen für Audits
Unternehmen, die auf manuelle Asset-Verfolgung setzen, stehen vor einem sich verschärfenden Problem: Die Daten sind stets veraltet, und die Lücken treten immer genau dann zutage, wenn sie den größten Schaden verursachen. Wenn ein Softwareanbieter ein Lizenzaudit anfordert, ist der Versuch, vorhandene Lizenzen mit der tatsächlich bereitgestellten Software abzugleichen, teuer, zeitaufwendig und finanziell riskant. Darüber hinaus stellen neben der direkten finanziellen Belastung auch die Arbeitsstunden, die für die Vorbereitung auf Audits, die Untersuchung von Abweichungen und die Pflege von Tabellen aufgewendet werden, reale Personalkosten dar.
Nicht verwaltete Endpunkte und Sicherheitsrisiken
Aus Sicherheitsperspektive ist jeder nicht verwaltete Endpunkt ein unbekanntes Risiko. Die Konsequenzen folgen einer vorhersehbaren Kette:
Schatten-IT → Unverwaltete Assets → Nicht gepatchte Schwachstellen → Erhöhtes Risiko von Sicherheitsverletzungen
Unternehmen mit strukturierten Asset-Management-Prozessen erkennen und begrenzen Sicherheitsvorfälle schneller. Der Kostenunterschied zwischen schneller und langsamer Eindämmung ist dabei erheblich. In diesem Zusammenhang ist entscheidend, dass jedes Gerät, das sich außerhalb Ihres Asset-Inventars befindet, faktisch auch außerhalb Ihrer Sicherheitskontrollen liegt.
Wie berechnet man die Gesamtbetriebskosten?
Um eine fundierte Investitionsentscheidung zu treffen, müssen IT- und Sicherheitsverantwortliche über die Gebühr pro Gerät oder pro Benutzer:in hinausblicken und ein vollständiges Bild davon entwickeln, was der Besitz und Betrieb einer bestimmten Lösung über die Zeit tatsächlich kostet. Die Gesamtbetriebskosten (TCO) für ITAM-Software lässt sich in zwei Kategorien unterteilen: Kosten, die auf Rechnungen erscheinen, und Kosten, die dort nicht sichtbar werden.
Direkte Kosten
Der sichtbarste Bestandteil der TCO ist die Lizenzierung, also die wiederkehrende Abonnementgebühr, die sich nach dem gewählten Preismodell, der Tarifstufe sowie der Anzahl der Assets oder Benutzer:innen richtet. Auch Implementierungskosten sollten sorgfältig berücksichtigt werden, insbesondere bei komplexeren Plattformen, die eine Datenmigration aus bestehenden Systemen oder Integrationsarbeiten mit Helpdesk- oder Sicherheitstools erfordern. Einige Anbieter berechnen Onboarding und Professional Services separat, während andere diese Leistungen in den Vertrag integrieren. In jedem Fall handelt es sich um reale Kosten, die von Anfang an erfasst werden sollten.
Hinzu kommt der laufende Administrationsaufwand. Selbst gut konzipierte ITAM-Plattformen benötigen eine verantwortliche Person oder ein Team, das sie betreut. Dazu gehören:
- die Verwaltung von Agentenbereitstellungen,
- die Pflege von Discovery-Konfigurationen,
- die Überprüfung von Lizenzpositionen,
- die Erstellung von Compliance-Berichten und
- die Sicherstellung stabiler Integrationen, während sich der übrige IT-Stack weiterentwickelt.
Je schlanker und stärker automatisiert die Plattform ist, desto geringer fällt dieser laufende Aufwand in der Regel aus. Vollständig entfällt er jedoch selten, weshalb er in jedes mehrjährige TCO-Modell einbezogen werden sollte.
Indirekte Kosten
Indirekte Kosten sind der Punkt, an dem TCO-Berechnungen am häufigsten unvollständig werden, da sie leicht übersehen werden, wenn ein Anbieter einen wettbewerbsfähigen Preis pro Gerät präsentiert.
Der Zeitaufwand der Beschäftigten ist für die meisten Unternehmen der größte indirekte Kostenfaktor. Jede Stunde, die ein IT-Teammitglied damit verbringt, Asset-Datensätze manuell zu aktualisieren, Softwareinventare abzugleichen oder Audit-Dokumentationen vorzubereiten, steht nicht für höherwertige Aufgaben zur Verfügung. Über das gesamte Team hinweg summieren sich diese Stunden schnell und stellen erhebliche Personalkosten dar.
Der Betrieb mehrerer voneinander getrennter Tools verschärft dieses Problem zusätzlich. Viele Unternehmen arbeiten mit separaten Lösungen für Hardware-Inventarisierung, Softwarelizenzmanagement, Endpunkt-Monitoring und Patch-Management. Der Integrationsaufwand, der erforderlich ist, um diese Tools synchron zu halten, ist sowohl in der Einrichtung als auch in der laufenden Pflege kostspielig. Sobald sie nicht mehr synchron sind, entstehen Datenlücken, die zu blinden Flecken werden und sowohl Audit-Risiken als auch Sicherheitsrisiken erhöhen.
Wie Konsolidierung und Automatisierung die TCO senken
Plattformkonsolidierung ist eine der effektivsten Möglichkeiten, die ITAM-bezogene TCO zu reduzieren. Wenn Asset-Management in dieselbe Plattform integriert ist, die Ihr Team bereits für Endpunkt-Management, Monitoring und Patching einsetzt, ergeben sich daraus zahlreiche Vorteile:
- Der Integrationsaufwand entfällt,
- Ihre Daten bleiben ohne manuelle Abstimmung konsistent und
- Ihr Team verwaltet eine einzige Anbieterbeziehung statt mehrerer separater Beziehungen.
Automatisierung bietet einen vergleichbaren Vorteil. Agentenbasierte Erkennung macht regelmäßige manuelle Audits überflüssig, während ein automatisierter Lizenzabgleich Compliance-Lücken sichtbar macht, bevor ein Anbieteraudit sie aufdeckt. Darüber hinaus reduziert automatisiertes Reporting den Zeitaufwand, den Mitarbeitende benötigen, um Anforderungen von Auditoren zu erfüllen oder Anfragen der Geschäftsleitung nach Asset-Daten zu beantworten.
Wenn Sie ITAM-Lösungen miteinander vergleichen, sollten Sie daher nicht nur fragen, welche Plattform auf dem Papier den niedrigsten Lizenzpreis bietet. Entscheidend ist vielmehr, welche Lösung die niedrigsten Gesamtkosten verursacht, sobald Lizenzierung, Implementierung, Administration, Integrationsaufwand und eingesparte Arbeitszeit vollständig berücksichtigt werden.
So wählen Sie die richtige IT-Asset-Management-Software aus
Sobald Sie ein klares Bild davon haben, welche Kosten ITAM-Software verursacht und welche Kosten entstehen, wenn sie fehlt, besteht der nächste Schritt darin, Ihre Optionen systematisch zu bewerten. Der Markt umfasst spezialisierte ITAM-Tools, umfassendere IT-Management-Plattformen mit integriertem Asset-Management sowie zahlreiche Lösungen, die dazwischen liegen.
Checkliste zur Bewertung von ITAM-Softwareanbietern
Nicht alle ITAM-Plattformen bieten dieselbe Funktionstiefe. Daher sollten Sie bei der Bewertung von Anbietern insbesondere die folgenden Kriterien priorisieren:
- Genauigkeit und Abdeckung der Erfassung. Prüfen Sie, ob die Lösung sowohl agentenbasierte als auch agentenlose Erkennung unterstützt, wie sie mit Geräten umgeht, die sich zeitweise innerhalb und außerhalb des Netzwerks befinden, und ob sie neben verwalteten Endpunkte auch cloudbasierte Assets und Netzwerkinfrastruktur erkennen kann. .
- Software-Lizenzmanagement. Stellen Sie sicher, dass die Plattform Softwaretitel über unterschiedliche Namenskonventionen hinweg normalisieren, Ihre Lizenzposition automatisch berechnen und Über- sowie Unterlizenzierung identifizieren kann.
- Integrationen. Bewerten Sie, wie gut sich die Plattform mit Ihrem übrigen IT-Stack verbinden lässt, einschließlich ITSM-Tool, CMDB, Verzeichnisdiensten, Sicherheitstools und Beschaffungssystemen.
- Berichterstellung und Transparenz. Ermitteln Sie, ob die Reporting-Funktionen der Plattform zu Ihren Anwendungsfällen passen. Dazu gehören Compliance-Berichte für Auditor:innen, Lifecycle-Berichte für die Beschaffung, Berichte zur Sicherheitslage für Ihr Sicherheits-Team sowie Executive-Dashboards für die Geschäftsleitung.
Fragen für ITAM-Softwareanbieter
Gespräche mit Anbietern bleiben häufig auf der Funktionsebene, sofern Sie diese nicht gezielt auf die kommerziellen Details lenken. Daher sollten Sie die folgenden Fragen ausdrücklich stellen:
- Was ist nicht im Basispreis enthalten?
- Wie skaliert die Preisgestaltung, wenn unsere Asset-Anzahl wächst?
- Welche Verlängerungsbedingungen gelten?
- Was umfasst die Implementierung konkret?
- Wie ist der Support strukturiert?
Den Business Case erstellen
Um die Unterstützung der Geschäftsleitung zu sichern, müssen Sie die technische Begründung in finanzielle Kennzahlen übersetzen. Quantifizieren Sie Ihre Risikoexposition durch Softwareaudits und Verlängerungen ungenutzter Lizenzen. Berechnen Sie außerdem die Arbeitsstunden, die derzeit für manuelle Asset-Verfolgung und Audit-Vorbereitung aufgewendet werden, und stellen Sie diese als vollständige Personalkosten inklusive Nebenkosten dar.
Wenn Sie mehrere voneinander getrennte Tools betreiben, sollten Sie zudem die Gesamtkosten des Status quo den Kosten einer vereinheitlichten Plattform gegenüberstellen. Ein überzeugend ausgearbeiteter Business Case präsentiert der Geschäftsleitung eine Entscheidung zur Kostensenkung und Risikominimierung mit einer klaren und belastbaren Rendite.
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