Die wichtigsten Punkte
- Setzen Sie kontextbasierte Richtlinien für bedingten Zugriff ein, um jede Zugriffsanfrage anhand von Benutzerrisiko, Gerätekonformität und Standortsignalen zu überprüfen.
- Verschlanken Sie die Identitätssicherheit, indem Sie MFA (Multi-Factor Authentication) und Single-Sign-On (SSO) kombinieren und so starken Schutz mit guter Benutzererfahrung verbinden.
- Etablieren Sie eine sichere Gerätebasislinie mit Gruppenrichtlinienobjekten (GPOs), um Standards für Verschlüsselung und Virenschutz durchzusetzen, ohne Arbeitsabläufe zu stören.
- Nutzen Sie Registrierungs-Tagging, um Vertrauensstatus von Geräten zu verwalten und nachzuverfolgen, und weisen Sie Richtlinien über RMM-Tools automatisiert zu.
- Setzen Sie Sicherheitsrichtlinien mit PowerShell-Skripten in Echtzeit durch, um Konfigurationsabweichungen zu beheben und die Compliance der Endpunkte dauerhaft sicherzustellen.
Zero Trust ist ein Sicherheitsmodell nach dem Prinzip „never trust, always verify“, das davon ausgeht, dass Sicherheitsverletzungen unvermeidlich sind. Jede Zugriffsanfrage muss deshalb überprüft werden. Das Modell ist wirkungsvoll, eine schlechte Umsetzung sorgt allerdings für unnötige Reibungsverluste bei den Benutzer:innen. Ziel ist es, bedingte und kontextbezogene Schutzmaßnahmen aufzubauen, die unauffällig im Hintergrund arbeiten und Administrator:innen zugleich volle Kontrolle und Transparenz geben.
Dieser Leitfaden zeigt Methoden, um Zero Trust Security in den Betrieb zu überführen und so Kontrolle und Übersicht zu stärken. Eine visuelle Aufbereitung des Themas finden Sie im Video So setzen Sie Zero Trust Security im Betrieb um.
|
Klicken Sie, um eine Methode auszuwählen |
💻 Am besten für Einzelanwender:innen |
💻💻💻 Am besten für Unternehmen |
| Methode 1 (Identitätskontrollen): Kontextbasierte Richtlinien für bedingten Zugriff erstellen | ✓ | |
| Methode 2 (Identitätskontrollen): MFA, SSO und Sitzungssteuerung verschlanken | ✓ | |
| Methode 3 (Gerätebasislinie): Basislinie per GPO durchsetzen, ohne Benutzer:innen zu stören | ✓ | |
| Methode 4 (Gerätevertrauen und Durchsetzung): Geräte per Registrierung für die Verwaltung des Trust State markieren | ✓ | |
| Methode 5 (Gerätevertrauen und Durchsetzung): Lokale Richtlinien mit PowerShell in Echtzeit durchsetzen | ✓ |
Methoden, um Zero Trust Security in den Betrieb zu überführen
Stellen Sie vorab sicher, dass die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind.
📌 Allgemeine Voraussetzungen:
- Microsoft Entra ID (früher Azure AD) Premium P1 oder P2 (P1 für bedingten Zugriff erforderlich, P2 für Identity Protection)
- Microsoft Defender for Endpoint (für die Bewertung von Gerätrisiken)
- PowerShell 5.1+ (7+ empfohlen) mit dem Modul Microsoft.Graph
- GPO- und lokaler Administratorzugriff
- RMM-Plattform (z. B. NinjaOne) für die tagbasierte Richtlinienverteilung und die Endpunkt-Validierung
Methode 1 (Identitätskontrollen): Kontextbasierte Richtlinien für bedingten Zugriff erstellen
Bedingter Zugriff (Conditional Access, CA) ist das Herzstück von Zero Trust. Es handelt sich um eine zentrale Funktion in Microsoft Entra ID, die Regeln anwendet (zulassen, einschränken, blockieren) und sich dabei auf Signale wie Risikostufe, Gerätekonformität, Standort und weitere stützt. Mit dieser Methode bauen Sie die erste Verteidigungslinie Ihrer Zero-Trust-Strategie auf.
📌 Anwendungsfälle: Ideal, wenn Sie Zugriffe von riskanten oder nicht verwalteten Geräten blockieren und gleichzeitig reibungslose Zugriffe von vertrauenswürdigen, konformen Endpunkten erlauben möchten.
📌 Voraussetzungen:
- Microsoft Entra ID P1 oder P2 Lizenz (für bedingten Zugriff und Identity Protection)
- In Entra ID registrierte bzw. synchronisierte Geräte
- Administratorzugriff auf das Microsoft Entra Admin Center
- Optional: PowerShell 5.1+ (7+ empfohlen) mit dem Modul Microsoft.Graph für Automatisierung und Berichterstattung
Schritt für Schritt:
- Rufen Sie das Microsoft Entra Admin Center auf.
- Melden Sie sich mit einem Konto an, das über Administratorrechte für bedingten Zugriff verfügt.
- Wählen Sie im linken Menü Entra ID > Bedingter Zugriff.
- Klicken Sie auf + Neue Richtlinie erstellen.
- Vergeben Sie einen klaren, aussagekräftigen Namen.
- Wählen Sie unter Zuweisungen die Benutzer:innen bzw. Gruppen aus, die einbezogen werden sollen.
- Klicken Sie auf Zielressourcen (früher Cloud-Apps) und wählen Sie die Anwendungen oder Ressourcen aus, für die die Richtlinie gelten soll.
- Klicken Sie auf Bedingungen und legen Sie die Kontextsignale fest.
💡 Tipp: Vermeiden Sie pauschale Regeln, die alle blockieren. Nutzen Sie stattdessen die verfügbaren Optionen unter „Bedingungen“ (Geräteplattformen, Standorte, Client-Apps, Gerätefilter oder Authentifizierungsflows), damit Kontrollen nur greifen, wenn bestimmte Risiken erkannt werden.
- Erteilen oder blockieren Sie den Zugriff unter Zugriffssteuerung.
- Stellen Sie auf Nur Bericht > Erstellen > prüfen Sie das Ergebnis unter Erkenntnisse & Berichterstattung > und schalten Sie die Richtlinie dann auf „Ein“. (Siehe Punkt 1 unter ⚠️ Worauf Sie achten sollten.)
Optional: Riskante Benutzer:innen mit PowerShell abrufen
Wenn Sie riskante Benutzer:innen identifizieren möchten, verwenden Sie PowerShell:
Connect-MgGraph -Scopes "IdentityRiskEvent.Read.All"
Get-MgRiskyUser | Where-Object { $_.RiskLevel -eq "high" } | Select-Object UserPrincipalName, RiskLevel
📌 Hinweis: Dieser Befehl ruft nur Benutzer:innen ab, die als hohes Risiko markiert sind. Bei Bedarf können Sie den Filter anpassen, um auch mittlere oder niedrige Risikostufen einzubeziehen.
Beispielhafte Logik einer Richtlinie für bedingten Zugriff
- Zugriff für unbekannte Geräte mit Risikostufe = Hoch blockieren.
- MFA nur beim Zugriff über nicht verwaltete oder nicht vertrauenswürdige IP-Adressen verlangen.
- Reibungslosen Zugriff von konformen, hybrid eingebundenen und bekannten Geräten erlauben.
Methode 2 (Identitätskontrollen): MFA, SSO und Sitzungssteuerung verschlanken
Diese Methode stärkt die Identitätssicherheit, indem sie MFA, SSO und Sitzungssteuerungen verschlankt und so Reibungsverluste reduziert, ohne den Schutz zu schwächen. Das sorgt für die richtige Balance im Zero-Trust-Ansatz.
📌 Anwendungsfälle: Geeignet, um MFA für sensible Apps zu verlangen, SSO zu aktivieren, Sitzungslaufzeiten zu justieren und die Benutzererfahrung auf vertrauenswürdigen Geräten insgesamt zu verbessern.
📌 Voraussetzungen:
- Microsoft Entra ID P1 oder P2 Lizenz (für bedingten Zugriff und adaptive Risikobewertung)
- In Entra ID registrierte bzw. synchronisierte Geräte
- Administratorzugriff auf das Microsoft Entra Admin Center
- Optional: PowerShell 5.1+ (7+ empfohlen) mit dem Modul Microsoft.Graph für die Automatisierung
Schritt für Schritt:
Vermeiden Sie Reibungsverluste, indem Sie die Authentifizierung auf adaptiven Zugriff und Gerätevertrauen abstimmen:
-
Erstellen Sie eine Richtlinie für bedingten Zugriff, die unter „Zugriffssteuerung“ MFA verlangt
-
- Rufen Sie das Microsoft Entra Admin Center auf.
- Wählen Sie im linken Menü Entra ID > Bedingter Zugriff.
- Erstellen oder bearbeiten Sie eine Richtlinie.
- Wählen Sie unter Zugriffssteuerung die Option Zugriff gewähren.
- Aktivieren Sie Multi-Faktor-Authentifizierung erforderlich.
-
Single-Sign-On (SSO) aktivieren
-
- Rufen Sie das Microsoft Entra Admin Center > Unternehmensanwendungen auf.
- Wählen Sie die Anwendung aus.
- Wählen Sie unter Single Sign-On je nach App SAML oder OIDC aus.
- Konfigurieren Sie die App-Einstellungen.
- Weisen Sie der App Benutzer:innen bzw. Gruppen zu.
- Testen Sie die Konfiguration, um eine reibungslose Anmeldung sicherzustellen.
📌 Hinweis: OIDC/OAuth2 wird häufig über App-Registrierungen (oder Galerie-Apps mit OIDC-Unterstützung) konfiguriert, nicht ausschließlich über Unternehmensanwendungen.
-
Sitzungssteuerung konfigurieren
-
- Wechseln Sie in derselben Richtlinie für bedingten Zugriff zu Sitzungssteuerung.
- Konfigurieren Sie: (Siehe Punkt 2 unter ⚠️ Worauf Sie achten sollten.)
- Anmeldehäufigkeit
- Dauerhafte Browsersitzung
Die Konfiguration der Sitzungslaufzeiten hilft, Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit auszubalancieren.
Optional in der Registrierung: MFA-Bestätigung für Benutzer:in bzw. Gerät speichern
📌 Hinweis: Führen Sie PowerShell als Administrator aus.
Set-ItemProperty -Path "HKLM:\SOFTWARE\Org\TrustFlags" -Name "MFAApproved" -Value "True"
📌 Existiert der Registrierungspfad nicht, legen Sie ihn mit dem folgenden Befehl an, bevor Sie die Eigenschaft setzen:
New-Item -Path "HKLM:\SOFTWARE\Org" -Name "TrustFlags" -Force
Kombinieren Sie dies mit Filtern für bedingten Zugriff, um MFA-Abfragen auf nicht markierte oder nicht verwaltete Geräte zu beschränken.
Profi-Tipp: Just-in-Time-Zugriff (JIT) einführen Wenn Sie Entra ID P2 einsetzen, lösen Sie sich von statischen Administratorzuweisungen. Mit Privileged Identity Management (PIM) müssen Administrator:innen ihre Rollen mit einer Begründung und MFA „aktivieren“. So gilt das Vertrauen selbst bei einem kompromittierten Administratorkonto nur für ein begrenztes Zeitfenster (z. B. 4 Stunden).
Methode 3 (Gerätebasislinie): Basislinie per GPO durchsetzen, ohne Benutzer:innen zu stören
Gruppenrichtlinienobjekte (GPOs) sind eine zuverlässige Lösung, um Gerätekonfigurationen zentral zu verwalten. Diese Methode nutzt GPOs, um eine lokale Zero-Trust-Basislinie auf Windows-Endpunkten zu etablieren, Konfigurationsabweichungen zu verhindern und Richtlinienlücken auf Geräteebene zu schließen.
📌 Anwendungsfälle: Stellen Sie sicher, dass alle in die Domäne eingebundenen Geräte die Mindeststandards der Sicherheitsbasislinie erfüllen.
📌 Voraussetzungen:
- Geräte müssen in die Domäne oder hybrid eingebunden sein
- Domänenadministratorrechte zum Erstellen und Bearbeiten von GPOs
Schritt für Schritt:
- Drücken Sie Win + R, geben Sie gpmc.msc ein und drücken Sie die Eingabetaste, um die Gruppenrichtlinien-Verwaltungskonsole zu öffnen.
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Ihre Domäne oder eine Organisationseinheit (OU).
- Wählen Sie Gruppenrichtlinienobjekt hier erstellen und verknüpfen. (Siehe Punkt 3 unter ⚠️ Worauf Sie achten sollten.)
- Vergeben Sie einen Namen.
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das neue GPO und wählen Sie Bearbeiten.
- Diese GPO-Einstellungen sollten Sie konfigurieren:
-
- Microsoft Defender Antivirus aktivieren
Computerkonfiguration > Richtlinien > Administrative Vorlagen > Windows-Komponenten > Microsoft Defender Antivirus
📌 Setzen Sie Microsoft Defender Antivirus deaktivieren auf Deaktiviert (damit ist Defender aktiv).
-
- SmartScreen aktivieren
Computerkonfiguration > Administrative Vorlagen > Windows-Komponenten > Datei-Explorer
📌 Setzen Sie Windows Defender SmartScreen konfigurieren auf Aktiviert und wählen Sie Warnen und Umgehen verhindern.
-
- BitLocker-Verschlüsselung verlangen
Computerkonfiguration > Administrative Vorlagen > Windows-Komponenten > BitLocker-Laufwerkverschlüsselung
-
- Aktivieren Sie die entsprechenden Richtlinien für:
- Feste Datenträger: BitLocker verlangen
- Betriebssystemlaufwerke: BitLocker verlangen
- Wechseldatenträger: BitLocker verlangen
- Aktivieren Sie die entsprechenden Richtlinien für:
-
- Anonyme Freigaben deaktivieren
Computerkonfiguration > Windows-Einstellungen > Sicherheitseinstellungen > Lokale Richtlinien > Sicherheitsoptionen
📌 Für moderne Windows Server-Editionen nicht relevant, dort durch strengere Standardwerte ersetzt.
-
- Sicheren Desktop für Berechtigungsabfragen erzwingen
Computerkonfiguration > Windows-Einstellungen > Sicherheitseinstellungen > Lokale Richtlinien > Sicherheitsoptionen
📌 Suchen Sie Benutzerkontensteuerung: Bei Benutzeraufforderung nach erhöhten Rechten zum sicheren Desktop wechseln und setzen Sie die Einstellung auf Aktiviert.
Optional: GPO-Aktualisierung erzwingen
Um die Richtlinie sofort auf einem Clientgerät anzuwenden, führen Sie Folgendes aus: gpupdate /force
Moderner Weg: Wechsel zum Intune Settings Catalog Cloud-first ausgerichtete Unternehmen können ihre GPO-Basislinien mit Microsoft Intune-Konfigurationsprofilen nachbilden. So setzen Sie die Gerätebasislinie über das offene Internet durch, ohne eine VPN-Verbindung zu benötigen, eine Kernanforderung für ein Zero-Trust-Modell ohne klassischen Perimeter.
Methode 4 (Gerätevertrauen und Durchsetzung): Geräte per Registrierung für die Verwaltung des Trust State markieren
In Zero-Trust-Umgebungen können Sie den Vertrauensstatus eines Geräts mit Markierungen in der Registrierung lokal definieren und nachverfolgen. Diese Methode nutzt Registrierungseinträge als Grundlage für Skriptlogik, Audits und die Zuordnung von Richtlinien.
📌 Anwendungsfälle: Ideal, um Geräte als vertrauenswürdig bzw. verwaltet zu markieren und für Filter im bedingten Zugriff nutzbar zu machen, Ihrem RMM das Auslesen und Zuweisen von Richtlinien anhand von Flags zu ermöglichen und skriptbasierte Automatisierung umzusetzen.
📌 Voraussetzungen:
- Administratorrechte zum Ändern der Registrierung
- RMM oder Tool für das Endpunkt-Management (optional, aber empfohlen)
- Zugriff auf PowerShell oder die Eingabeaufforderung für Skripte und Validierung
Schritt für Schritt:
- Öffnen Sie PowerShell als Administrator.
- Legen Sie den Registrierungspfad für die Trust Flags an:
New-Item -Path "HKLM:\SOFTWARE\Org\TrustFlags" -Force - Setzen Sie die Trust Flags: (Siehe Punkt 4 unter ⚠️ Worauf Sie achten sollten.)
Set-ItemProperty -Path "HKLM:\SOFTWARE\Org\TrustFlags" -Name "DeviceTrusted" -Value "True"
Set-ItemProperty -Path "HKLM:\SOFTWARE\Org\TrustFlags" -Name "ManagedByRMM" -Value "NinjaOne"
- Prüfen Sie die Registrierungsschlüssel:
- Öffnen Sie die Eingabeaufforderung und führen Sie aus:
reg query HKLM\SOFTWARE\Org\TrustFlags
- Öffnen Sie die Eingabeaufforderung und führen Sie aus:
Die Ausgabe sollte in etwa so aussehen:
HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Org\TrustFlags
DeviceTrusted REG_SZ True
ManagedByRMM REG_SZ NinjaOne
Nutzen Sie Ihr RMM, um nach diesen Tags zu suchen und entsprechende Skripte oder Richtlinien zuzuweisen.
📌 Hinweis: Bedingter Zugriff kann Registrierungswerte nicht direkt auslesen. Verwenden Sie benutzerdefinierte Compliance-Richtlinien in Intune, um Registrierungs-Flag > Gerätekonformität > bedingter Zugriff zu verknüpfen und so die Anbindung an CA herzustellen.
📌 Hinweis für NinjaOne-Anwender:innen: In Windows-Umgebungen ohne RMM lassen sich vertrauenswürdige Geräte über Registrierungs-Tags kennzeichnen. Mit NinjaOne ist dieser Schritt nicht nötig. NinjaOne bringt Geräte-Tagging, Registrierungsüberwachung und Richtlinienzuweisung bereits mit, sodass Vertrauensstatus automatisiert angewendet werden, ganz ohne manuelle Eingriffe in die Registrierung.
Sehen Sie, wie NinjaOne Geräte-Tagging und Automatisierung umsetzt.
Methode 5 (Gerätevertrauen und Durchsetzung): Lokale Richtlinien mit PowerShell in Echtzeit durchsetzen
Diese Methode nutzt PowerShell, um Sicherheitsrichtlinien auf Windows-Geräten sofort durchzusetzen, ohne die bei GPOs übliche Verzögerung. Sie erkennt nicht konforme Einstellungen, korrigiert sie in Echtzeit und meldet den Status an Ihr RMM oder Ihre CI für Alarmierungen.
📌 Anwendungsfälle: Ideal, um Sicherheitseinstellungen während der Einarbeitung anzuwenden sowie Compliance-Prüfungen und Korrekturskripte bei Bedarf auszuführen.
📌 Voraussetzungen:
- PowerShell 5.1 oder neuer
- Administratorrechte zum Ausführen von Befehlen auf Systemebene
- Optional: RMM oder Tool für das Endpunkt-Management zur Remote-Ausführung
Schritt für Schritt:
- Öffnen Sie PowerShell als Administrator.
- Aktivieren Sie die Windows-Firewall:
Set-NetFirewallProfile -Profile Domain,Private,Public -Enabled True
- Deaktivieren Sie SMBv1 (veraltetes Protokoll):
Disable-WindowsOptionalFeature -Online -FeatureName SMB1Protocol -NoRestart
- Prüfen Sie die letzte Anmeldung pro Benutzer:in:
Get-LocalUser | ForEach-Object {
[PSCustomObject]@{
User = $_.Name
LastLogon = $_.LastLogon
}
}
- Binden Sie diese Prüfungen in Ihre Skripte für Einarbeitung oder Compliance ein.
⚠️ Worauf Sie achten sollten
| Risiken | Mögliche Folgen | Rückgängig machen |
| 1. Eine Richtlinie für bedingten Zugriff sofort im Modus Ein aktivieren | Benutzer:innen werden möglicherweise aus Apps ausgesperrt | Setzen Sie die Richtlinie zuerst auf Nur Bericht. Ist sie bereits aktiv, nutzen Sie Break-Glass-Administratorkonten, um sie zu deaktivieren oder zu bearbeiten |
| 2. Falsch konfigurierte MFA- oder Sitzungseinstellungen | Endlose MFA-Schleifen oder zu viele Abfragen | Passen Sie die Sitzungssteuerung an, löschen Sie die Token und testen Sie erneut |
| 3. GPO nicht mit der richtigen OU verknüpft oder widersprüchlicher Loopback-Modus | Sicherheitsbasislinien werden nicht angewendet | Prüfen Sie mit gpresult /h report.html die angewendeten Richtlinien, verknüpfen Sie das GPO neu oder korrigieren Sie die Loopback-Einstellungen |
| 4. Registrierungs-Tagging falsch gesetzt (falscher Pfad oder Wert) | Vertrauenssignale des Geräts werden nicht erkannt | Korrekter Registrierungspfad: HKLM:\SOFTWARE\Org\TrustFlags, falsche Schlüssel löschen |
| 5. Veraltete Richtlinien | Mit der Zeit werden „temporäre“ Ausnahmen für Dienstkonten oder externe Dienstleister:innen zu dauerhaften Lücken. | Prüfen Sie die Ausschlüsse Ihrer CA-Richtlinien vierteljährlich. Wurde ein Ausschluss 90 Tage lang nicht verwendet (siehe Anmeldeprotokolle), entfernen Sie ihn, um Ihre Angriffsfläche zu verkleinern. |
Weitere Überlegungen
Berücksichtigen Sie diese Faktoren, wenn Sie Zero Trust Security in den Betrieb überführen:
Bekanntes, legitimes Verhalten nicht blockieren
Richtlinien für bedingten Zugriff (CA) gelten für alle Konten, sofern keine Ausnahmen definiert sind. Ohne passende Ausnahmen können geschäftskritische Abläufe scheitern. Dienstkonten etwa unterstützen MFA häufig nicht und schlagen fehl, wenn sie einbezogen werden. Ebenso benötigen sichere IP-Adressen nicht zwingend wiederholte Authentifizierungsabfragen.
Nehmen Sie Dienstkonten, sichere IP-Adressen und geschäftskritische Apps in Ihre Ausnahmelogik auf, um Störungen zu vermeiden. So bleiben starke Zero-Trust-Kontrollen erhalten, ohne den Tagesbetrieb zu behindern.
Fehlgeschlagene Anmeldungen und blockierte Zugriffe überwachen
Zero Trust erfordert eine kontinuierliche Überwachung. Nutzen Sie Anmeldeprotokolle von Microsoft 365 und Abfragen über die Graph API, um Authentifizierungstrends auszuwerten, die Auswirkungen von Richtlinien auf Benutzer:innen zu verfolgen und aufkommende Risiken zu erkennen. So erhalten Sie die Daten, die Sie brauchen, um Zugriffsregeln zu verfeinern und den Grad der Durchsetzung anzupassen.
Endanwender:innen in sicherer Selbsthilfe schulen
Beschäftigte sind die erste Verteidigungslinie Ihrer Zero-Trust-Strategie. Schulen Sie sie darin, häufige Probleme selbst zu lösen, etwa die erneute MFA-Registrierung oder das Vorgehen bei Geräteverlust. Das reduziert Helpdesk-Tickets, minimiert Ausfallzeit und motiviert Benutzer:innen, ihre Konten und Geräte aktiv abzusichern.
Bedingte Richtlinien mit dem RMM testen und Änderungen zurücknehmen
Bevor Sie Richtlinien für bedingten Zugriff unternehmensweit ausrollen, testen Sie sie mit Ihrem Tool für Fernwartung und -Verwaltung (RMM) an einer kleinen Pilotgruppe. So erkennen Sie Reibungspunkte frühzeitig, behalten die Benutzererfahrung im Blick und können Änderungen bei Bedarf schnell zurücknehmen.
Fehlerbehebung
Diese Probleme treten häufig auf, wenn Sie Zero Trust Security in den Betrieb überführen, und so gehen Sie damit um:
Benutzer:innen werden von Apps ausgesperrt
Filter im bedingten Zugriff (CA) können legitime Benutzer:innen blockieren, wenn sie die definierten Bedingungen nicht erfüllen. Prüfen Sie sowohl die Richtlinienzuweisungen als auch die Filter (z. B. Gerätekonformität, Standort, Benutzerrisiko), um die Ursache der Ablehnung zu ermitteln.
Gerät als nicht konform markiert
Geräte können als nicht konform erscheinen, wenn Sicherheitsfunktionen fehlen oder falsch konfiguriert sind. Häufige Ursachen sind Microsoft Defender Antivirus, TPM, BitLocker oder abweichende Basislinien-Richtlinien. Stellen Sie sicher, dass Defender Antivirus läuft, TPM verfügbar ist, BitLocker aktiviert ist und die Basislinien-Richtlinien korrekt angewendet werden.
GPO wird nicht angewendet
Ein GPO greift möglicherweise nicht, wenn es nicht richtig verknüpft ist oder die Bereichseinstellungen nicht passen. Führen Sie gpresult /h report.html aus, um einen Bericht über angewendete und abgelehnte Richtlinien zu erzeugen.
📌 Hinweis:
Start-Process .\report.html
Damit wird die Datei report.html im Standardbrowser geöffnet, sodass Sie angewendete und abgelehnte GPOs übersichtlich und gut lesbar prüfen können.
Stellen Sie anschließend sicher, dass das GPO mit der richtigen OU verknüpft ist, der Bereich stimmt und die Einstellungen für die Loopback-Verarbeitung korrekt sind.
MFA-Abfrageschleife
MFA-Schleifen entstehen oft durch falsch konfigurierte Sitzungen oder Probleme beim Token-Refresh. Prüfen Sie die Sitzungseinstellungen im bedingten Zugriff (z. B. Anmeldehäufigkeit und dauerhafte Browsersitzung) sowie das Token-Refresh-Verhalten der betroffenen Apps. Stellen Sie sicher, dass die Apps moderne Authentifizierung unterstützen, um wiederholte MFA-Anfragen zu vermeiden.
NinjaOne-Services
NinjaOne unterstützt die Umsetzung von Zero Trust im Betrieb durch:
| Funktion | Was NinjaOne ermöglicht |
| Richtliniendurchsetzung in Echtzeit | Richtlinien direkt auf allen Endpunkten anwenden und so Konsistenz und Compliance sicherstellen. |
| Dynamisches Tagging des Gerätevertrauens | Geräte nach Vertrauensstufe, Risikostatus oder Abteilung markieren |
| Überwachung der Vertrauensstatus in der Registrierung | Registrierungsbasierte Vertrauensindikatoren für die RMM-gestützte Richtliniendurchsetzung überwachen |
| Alarmierung bei Richtlinienabweichungen | Alarmierung bei Abweichungen von Richtlinien oder fehlgeschlagener Durchsetzung |
| Patch-Automatisierung | Updates für Benutzer-, Geräte- und Patch-Richtlinien automatisieren, die in Zero-Trust-Bewertungen einfließen |
Mit NinjaOne können MSPs die Validierung des Gerätevertrauens zentralisieren und die Zero-Trust-Durchsetzung über alle Mandanten hinweg automatisieren, ohne zusätzlichen Aufwand für Administration oder Benutzer:innen.
Zero Trust Security im Betrieb umsetzen und Identitäten wie Endpunkte besser schützen
Sie können eine Zero-Trust-Umgebung aufbauen, ohne Benutzer:innen zu frustrieren oder Techniker:innen zu überlasten. Bedingter Zugriff, PowerShell, GPOs und Registrierungs-Tagging, kombiniert mit intelligenter Automatisierung, erlauben MSPs starke Sicherheitskontrollen bei minimaler Störung der Benutzer:innen.
Dieser Leitfaden hat die wichtigsten Methoden gezeigt, um Zero Trust Security in den Betrieb zu überführen: adaptive Richtlinien für bedingten Zugriff erstellen, GPOs und Registrierungseinstellungen für vertrauenswürdige Endpunkte anwenden und Zero-Trust-Maßnahmen mit PowerShell durchsetzen und prüfen. Außerdem wurde deutlich, wie NinjaOne das Vertrauens-Tagging, die Richtliniendurchsetzung und die mandantenübergreifende Automatisierung vereinfacht und damit den Zero-Trust-Ansatz stärkt.
Verwandte Themen:
- Zero Trust für mehr Cybersicherheit umsetzen: ein Praxisleitfaden
- Richtlinien für bedingten Zugriff in Azure AD konfigurieren
- Was ist Zero-Trust-Architektur? Das führende IT-Sicherheitsmodell erklärt
Quick-Start-Guide
NinjaOne bietet mehrere zentrale Funktionen, die zu den Prinzipien von Zero Trust Security passen:
- Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM):
- Unterstützung für MFA (Multi-Factor Authentication)
- Single-Sign-On-Funktionen (SSO)
- Integration von Identitätsanbietern (idP), z. B. Azure, Okta
- SCIM (System for Cross-domain Identity Management) für die Benutzerbereitstellung
- Möglichkeit, Anmeldebeschränkungen und Authentifizierungsmethoden zu konfigurieren
- Endpunkt-Sicherheit:
- Integration mit zahlreichen Sicherheitsanbietern wie:
- SentinelOne
- CrowdStrike
- Bitdefender GravityZone
- Schwachstellenmanagement über den Vulnerability Importer
- Endpunkt-Überwachung und Bedrohungserkennung
- Richtlinienbasierte Geräteverwaltung
- Integration mit zahlreichen Sicherheitsanbietern wie:
- Sicherheitskonfigurationen:
- Rollenbasierte Zugriffssteuerung für Geräte
- Granulare Benutzerberechtigungen
- Agentenbasierte Endpunkt-Überwachung
- Unterstützung für Netzwerk-Allowlisting bzw. -Whitelisting
- Weitere Zero-Trust-Prinzipien:
- Kontinuierliche Überwachung des Gerätezustands
- Funktionen zur Bedrohungserkennung und -behebung
- Unterstützung von Verschlüsselung (256-Bit-AES)
- Möglichkeit, Geräte plattformübergreifend zu verwalten und abzusichern
NinjaOne bezeichnet diese Funktionen nicht ausdrücklich als „Zero Trust“, dennoch bietet die Plattform leistungsfähige Werkzeuge, die die zentralen Zero-Trust-Prinzipien „never trust, always verify“ über Identität, Gerät und Netzwerk hinweg unterstützen.