Schlüsselpunkte
- WER deaktivieren: Öffnen Sie die Dienste („services.msc“), setzen Sie eine Gruppenrichtlinie oder legen Sie „HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows\Windows Error Reporting\Disabled=1“ in der Registry an.
- WER gezielt wieder aktivieren und konfigurieren: Stellen Sie die Standardwerte über die Dienste (Automatisch (Verzögerter Start)), per GPO („Deaktiviert/Nicht konfiguriert“) oder in der Registry (Disabled=0) wieder her.
- Automatisierung im großen Stil (IT/Unternehmen): Mit PowerShell („Set-Service WerSvc“/„Start/Stop-Service“) standardisieren Sie das Aktivieren und Deaktivieren von WER über ganze Geräteflotten hinweg.
- Prüfung und Fehlerbehebung: Kontrollieren Sie die Einstellungen unter „Einstellungen“ → „Datenschutz & Sicherheit“ → „Diagnose & Feedback“ oder in den WER-Ordnern („C:\ProgramData\Microsoft\Windows\WER\ReportQueue / ReportArchive“).
Windows Error Reporting (WER) ist eine in Windows 11 integrierte Diagnosefunktion, die beim Absturz von Anwendungen oder beim Ausfall von Systemkomponenten automatisiert Fehlerdaten erfasst und an Microsoft sendet. Dieses Feedback hilft Microsoft dabei, die Stabilität von Windows zu verbessern und Fehler zu beheben. Viele Benutzer:innen und IT-Administrator:innen möchten jedoch genau steuern, welche Informationen übertragen werden, oder die Funktion aus Datenschutz- oder Compliance-Gründen ganz abschalten.
In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen die verschiedenen Methoden, mit denen Sie Windows Error Reporting auf Ihren Windows-11-Geräten aktivieren, konfigurieren oder vollständig deaktivieren.
💡 Sehen Sie sich dazu auch unser Video an: „So aktivieren oder deaktivieren Sie Windows Error Reporting (WER)“.
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Windows Error Reporting in Windows 11 deaktivieren
Methode 1: Über die Dienste-App
Am einfachsten deaktivieren Sie Windows Error Reporting über die Windows-Dienste:
- Drücken Sie Win + R, um das Dialogfeld „Ausführen“ zu öffnen.
- Geben Sie „services.msc“ ein und drücken Sie die Eingabetaste.
- Scrollen Sie nach unten zum Eintrag „Windows-Fehlerberichterstattungsdienst“.
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Dienst und wählen Sie „Eigenschaften“.
- Ändern Sie auf der Registerkarte „Allgemein“ den Starttyp im Dropdown-Menü auf „Deaktiviert“.
- Klicken Sie auf „Beenden“, um den aktuell laufenden Dienst zu stoppen.
- Klicken Sie auf „Übernehmen“ und anschließend auf „OK“, um die Änderungen zu speichern.
Damit wird der Dienst für die Fehlerberichterstattung sofort beendet und deaktiviert, sodass keine Absturzdaten mehr erfasst und an Microsoft gesendet werden.
Methode 2: Über den Gruppenrichtlinien-Editor (Windows 11 Pro und Enterprise)
Wenn Sie mehrere Geräte verwalten oder Windows 11 Pro bzw. Enterprise einsetzen, können Sie Windows Error Reporting per Gruppenrichtlinie steuern:
- Drücken Sie Win + R, geben Sie „gpedit.msc“ ein und drücken Sie die Eingabetaste.
- Navigieren Sie zu folgendem Pfad: Computerkonfiguration → Administrative Vorlagen → Windows-Komponenten → Windows-Fehlerberichterstattung.
- Doppelklicken Sie auf „Windows-Fehlerberichterstattung deaktivieren“.
- Wählen Sie „Aktiviert“, um die Fehlerberichterstattung abzuschalten.
- Klicken Sie auf „Übernehmen“ und anschließend auf „OK“.
Gruppenrichtlinien sind besonders in Unternehmensumgebungen nützlich, da sich diese Einstellungen über Domänenrichtlinien auf viele Rechner verteilen lassen. So bleibt die Konfiguration im gesamten Unternehmen einheitlich.
Methode 3: Über den Registrierungs-Editor (für fortgeschrittene Benutzer:innen)
Fortgeschrittene Benutzer:innen können Windows Error Reporting im Registrierungs-Editor abschalten:
- Drücken Sie Win + R, geben Sie „regedit“ ein und drücken Sie die Eingabetaste.
- Navigieren Sie zu folgendem Pfad: HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\Windows Error Reporting
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste in den rechten Bereich und wählen Sie „Neu“ → „DWORD-Wert (32-Bit)“.
- Benennen Sie den Wert „Disabled“.
- Doppelklicken Sie auf den neuen Wert und setzen Sie die Wertdaten auf „1“.
- Starten Sie den Computer neu, damit die Änderungen wirksam werden.
Achtung: Fehlerhafte Änderungen an der Registry können schwerwiegende Systemprobleme verursachen. Sichern Sie die Registry am besten, bevor Sie Änderungen vornehmen.
Optional: Skript- und Automatisierungsansätze für IT-Teams
IT-Administrator:innen, die viele Systeme betreuen, sparen mit automatisierten Verfahren viel Zeit:
1. PowerShell-Skript
# Windows-Fehlerberichterstattungsdienst deaktivieren
Set-Service -Name WerSvc -StartupType Disabled
Stop-Service -Name WerSvc -Force
2. Bereitstellung per Batchdatei
@echo off
sc config WerSvc start= disabled
sc stop WerSvc
echo Windows Error Reporting has been disabled.
3. Bereitstellung über Configuration Manager (früher SCCM)
Erstellen Sie ein Konfigurationselement, das sicherstellt, dass der Dienst für die Windows-Fehlerberichterstattung auf „Deaktiviert“ gesetzt ist, und verteilen Sie es auf Ihre verwalteten Geräte.
4. Intune-Richtlinie
In cloudverwalteten Umgebungen erstellen Sie eine benutzerdefinierte OMA-URI-Richtlinie für die entsprechenden Registrierungsschlüssel, um Windows Error Reporting flottenweit zu deaktivieren.
Diese automatisierten Ansätze lassen sich in Ihren Imaging-Prozess einbinden oder auf bestehenden Rechnern ausrollen.
Windows Error Reporting in Windows 11 aktivieren
Methode 1: Über die Dienste-App
- Drücken Sie Win + R, geben Sie „services.msc“ ein und drücken Sie die Eingabetaste.
- Suchen Sie den Eintrag „Windows-Fehlerberichterstattungsdienst“.
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie „Eigenschaften“.
- Ändern Sie den Starttyp auf „Automatisch (Verzögerter Start)“ (die Standardeinstellung).
- Klicken Sie auf „Starten“, um den Dienst sofort zu aktivieren.
- Klicken Sie auf „Übernehmen“ und anschließend auf „OK“, um die Änderungen zu speichern.
Methode 2: Über den Gruppenrichtlinien-Editor
- Öffnen Sie den Gruppenrichtlinien-Editor: Drücken Sie Win + R, geben Sie „gpedit.msc“ ein und drücken Sie die Eingabetaste.
- Navigieren Sie zu folgendem Pfad: Computerkonfiguration → Administrative Vorlagen → Windows-Komponenten → Windows-Fehlerberichterstattung.
- Doppelklicken Sie auf „Windows-Fehlerberichterstattung deaktivieren“.
- Wählen Sie „Deaktiviert“ oder „Nicht konfiguriert“, um die Fehlerberichterstattung zuzulassen.
- Klicken Sie auf „Übernehmen“ und anschließend auf „OK“.
Methode 3: Über den Registrierungs-Editor
- Drücken Sie Win + R, geben Sie „regedit“ ein und drücken Sie die Eingabetaste.
- Navigieren Sie zu diesem Schlüssel: HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\Windows Error Reporting
- Suchen Sie den DWORD-Wert „Disabled“.
- Doppelklicken Sie darauf und ändern Sie den Wert auf „0“ (oder löschen Sie den Wert vollständig).
- Starten Sie den Computer neu, damit die Änderungen wirksam werden.
Automatisierte Reaktivierung für IT-Teams
# Windows-Fehlerberichterstattungsdienst aktivieren
Set-Service -Name WerSvc -StartupType AutomaticDelayedStart
Start-Service -Name WerSvc
Wichtige Überlegungen vor dem Aktivieren von Windows Error Reporting
Auswirkungen auf den Datenschutz
Überlegen Sie vor dem Aktivieren von Windows Error Reporting, welche Informationen an Microsoft gesendet werden könnten. Wenn Sie mit sensiblen Daten arbeiten, ist eine eingeschränkte Berichterstattung oft sinnvoller als die vollständige.
Auswirkungen auf das Netzwerk
In Umgebungen mit vielen Systemen kann WER den Netzwerkverkehr erhöhen, vor allem nach Updates oder beim Einsatz fehleranfälliger Anwendungen. Mit Drosselungsmechanismen lässt sich dieses Problem abmildern.
Individuelle Konfiguration
Statt WER komplett zu aktivieren oder zu deaktivieren, können Sie die Funktion auch gezielt an Ihre Anforderungen anpassen:
- Nur einfache Berichte ohne Speicherabbilder erfassen lassen
- Eine Benachrichtigung einrichten, bevor Berichte gesendet werden
- Berichte in Unternehmensumgebungen an interne Server umleiten
Regulatorische Compliance
Stellen Sie sicher, dass das Aktivieren von WER keine regulatorischen Vorgaben verletzt, die für Ihr Unternehmen gelten, insbesondere in Branchen wie Gesundheitswesen, Finanzwesen oder öffentlicher Verwaltung.
Benutzererfahrung
Ist WER aktiviert, erscheinen nach Anwendungsabstürzen Dialogfelder, die weniger technikaffine Benutzer:innen verwirren oder bei der Arbeit unterbrechen können. Geben Sie Ihren Benutzer:innen am besten eine Anleitung an die Hand, wie sie auf diese Meldungen reagieren sollen.
Alternative Lösungen
In Unternehmensumgebungen lohnt sich die Frage, ob kommerzielle Diagnosewerkzeuge von Microsoft oder Überwachungslösungen von Drittanbietern Ihre Anforderungen besser erfüllen und Ihnen mehr Kontrolle über die Datenerfassung geben.
Was ist Windows Error Reporting?
Windows Error Reporting (WER) ist ein integriertes Diagnosesystem, das erstmals in Windows XP eingeführt und in den folgenden Windows-Versionen, darunter Windows 10 und 11, weiterentwickelt wurde. Mit erweiterten Funktionen zur Datenerfassung und -analyse sollte es das ältere Fehlerberichterstattungs-Tool „Dr. Watson“ ablösen.
So funktioniert Windows Error Reporting in Windows 11
In Windows 11 läuft Windows Error Reporting als Hintergrunddienst, der automatisiert erkennt, wenn Anwendungen abstürzen oder Systemkomponenten auf Fehler stoßen. Tritt ein Absturz auf, erfasst WER die relevanten Diagnoseinformationen zum Fehler und sendet den Bericht, je nach Ihren Einstellungen, entweder direkt an Microsoft oder fragt vorher um Ihre Erlaubnis.
Die erfassten Daten werden anschließend von Microsoft-Entwickler:innen ausgewertet, um Muster bei Softwarefehlern zu erkennen. Auf dieser Basis entstehen Korrekturen, die über Windows Update ausgeliefert werden.
Typische Situationen, in denen Windows Error Reporting ausgelöst wird
Windows Error Reporting wird in der Regel aktiv, wenn
- eine Anwendung abstürzt,
- ein Systemdienst ausfällt,
- ein Bluescreen (Stopp-Fehlerbildschirm) auftritt,
- eine Komponente hängt oder nicht mehr reagiert,
- Hardwaretreiber Fehler verursachen oder
- Konflikte bei Systemressourcen entstehen.
Diese Daten erfasst WER und sendet sie an Microsoft
Windows Error Reporting erfasst im Ernstfall mehrere Kategorien von Informationen:
- Grundlegende Systeminformationen (Windows-Version, Hardwarekonfiguration, Spracheinstellungen)
- Angaben zur Anwendung (Name, Version, Herausgeber, Zeitstempel)
- Anwendungsdaten, die für den Fehler relevant sind
- Informationen zur Ausnahme (Fehlercodes, Modulinformationen)
- Call-Stack-Daten, die die Abfolge der Funktionen bis zum Absturz zeigen
- Speicherabbilder (die Teile dessen enthalten können, was sich zum Zeitpunkt des Fehlers im Arbeitsspeicher befand)
Wie detailliert die Daten erfasst werden, hängt von Ihren Datenschutzeinstellungen ab. Mindestens sendet WER grundlegende Informationen zum Fehler. Wenn es erlaubt ist, können jedoch auch ausführliche Speicherabbilder dabei sein, mit denen Entwickler:innen die genaue Fehlerursache eingrenzen.
Wie diese Informationen verwendet werden, regelt die Datenschutzrichtlinie von Microsoft. Sie dienen in erster Linie dazu, Stabilität und Sicherheit von Windows zu verbessern. In Unternehmens- und Fertigungsumgebungen können Sie Speicherabbilder außerdem an interne Server umleiten und weitere Faktoren steuern, etwa den Dump-Typ (Mini/Voll), die Drosselung und die Warteschlange.
Vor- und Nachteile des Aktivierens von Windows Error Reporting
Vorteile
Hilft Microsoft, die Produktstabilität zu verbessern
Windows Error Reporting liefert Microsoft wertvolle Diagnosedaten zu Software- und Hardwarefehlern. Diese Informationen helfen den Entwicklungsteams dabei,
- Muster bei Abstürzen und Fehlern über Millionen von Geräten hinweg zu erkennen,
- Korrekturen für die häufigsten Probleme zu priorisieren und
- stabilere Updates zu entwickeln.
Dieser Rückkopplungskreis hat im Lauf der Zeit maßgeblich dazu beigetragen, dass Windows mit jedem Update zuverlässiger geworden ist.
Unterstützt bei der Diagnose und Behebung von Systemproblemen
Für einzelne Benutzer:innen wie für IT-Fachleute kann WER ein äußerst nützliches Tool zur Fehlerbehebung sein. Die Fehlerberichte enthalten oft konkrete Angaben dazu, welche Komponenten ausgefallen sind und warum. Das hilft dabei, die eigentliche Ursache einer Systeminstabilität zu finden. Die automatisierten Antworten von Microsoft auf eingereichte Fehlerberichte enthalten mitunter Links zu bestehenden Lösungen, Patches oder Workarounds für bekannte Probleme.
Nützlich in Unternehmensumgebungen zur Problemverfolgung
Im Unternehmensumfeld lässt sich WER so konfigurieren, dass Berichte zuerst (oder ausschließlich) an interne Server gesendet werden statt an Microsoft. So können IT-Abteilungen
- die Stabilität von Anwendungen im gesamten Unternehmen überwachen,
- problematische Software oder Konfigurationen identifizieren und
- Probleme proaktiv beheben, bevor sie die Produktivität beeinträchtigen.
Nachteile
Mögliche Datenschutzbedenken
Der größte Nachteil von WER betrifft den Datenschutz. Fehlerberichte können sensible Informationen enthalten, etwa Fragmente von Dokumenten, die während des Absturzes geöffnet waren, Benutzernamen oder andere personenbezogene Daten. Microsoft regelt die Nutzung dieser Daten zwar in Datenschutzrichtlinien, doch manchen Unternehmen mit strengen Datenschutzanforderungen ist es unwohl dabei, wenn überhaupt Diagnosedaten ihr Netzwerk verlassen.
Kann in Umgebungen mit vielen Rechnern Bandbreite beanspruchen
In großen Umgebungen mit Hunderten oder sogar Tausenden Computern kann WER erheblichen Netzwerkverkehr erzeugen, insbesondere nach Betriebssystem-Updates oder beim Einsatz fehleranfälliger Anwendungen. Das kann die Netzwerkleistung beeinträchtigen und bei volumenbasierten Internetanschlüssen die Kosten erhöhen.
Unnötig bei streng kontrollierten oder Offline-Systemen
Für Systeme in stark regulierten Umgebungen, in Air-Gap-Netzwerken oder dort, wo Änderungen ausschließlich über sorgfältig getestete Updatepakete erfolgen, bringt WER wenig. In diesen Fällen führen die Diagnosedaten selten zu umsetzbaren Verbesserungen, da Updates nach einem festen Zeitplan eingespielt werden und nicht als Reaktion auf neu auftretende Probleme.
Wann sollten Sie Windows Error Reporting aktivieren oder deaktivieren?
Wer weiß, wann sich das Ein- oder Ausschalten von Windows Error Reporting lohnt, kann sein Systemmanagement gezielter aufstellen.
Aktivieren in Diagnose- und Supportszenarien
In mehreren Diagnoseszenarien kann Windows Error Reporting besonders wertvoll sein:
- Fehlersuche bei neuer Software: Beim Ausrollen neuer Anwendungen oder nach größeren Updates hilft ein aktiviertes WER dabei, Kompatibilitätsprobleme oder Bugs zu finden, die beim Testen möglicherweise nicht aufgetreten sind. Die erfassten Absturzdaten liefern Entwickler:innen die Informationen, die sie für Patches benötigen.
- Zusammenarbeit mit dem technischen Support: Wenn Sie gemeinsam mit dem Microsoft-Support oder Softwareanbietern an hartnäckigen Problemen arbeiten, liefert ein aktiviertes WER den technischen Teams genau die Diagnoseinformationen, die sie zum Verständnis des Kontexts brauchen.
- Bei Systemmigrationen: Beim Umstieg auf neue Hardware oder Betriebssystemversionen hilft eine vorübergehend erweiterte Fehlerberichterstattung dabei, migrationsbedingte Probleme früh im Rollout zu erkennen.
- Entwicklungs- und Testumgebungen: In Systemen für Softwareentwicklung oder Tests lassen sich mit ausführlichen Fehlerberichten die Ursachen von Anwendungsfehlern effizienter finden als allein durch manuelles Debugging.
Deaktivieren in Air-Gap-Systemen und bei datenschutzsensiblen Anwendungsfällen
In Hochsicherheitsumgebungen sind Methoden unverzichtbar, die verhindern, dass Windows 11 Fehler an Microsoft meldet. In diesen Szenarien sollten Unternehmen Windows Error Reporting in der Regel deaktivieren:
- Air-Gap- oder abgesicherte Netzwerke: Auf Systemen ohne Internetverbindung oder in Hochsicherheitsumgebungen hat die Fehlerberichterstattung keinen praktischen Nutzen, da die Daten Microsoft gar nicht erreichen können. Werden sie für eine spätere Übertragung in der Warteschlange gehalten, kann das sogar ein Sicherheitsrisiko darstellen.
- Systeme, die als geheim eingestufte oder sensible Daten verarbeiten: Auf Computern, die vertrauliche Informationen, personenbezogene Gesundheitsdaten (PHI), Finanzdaten oder andere geschützte Datenkategorien verarbeiten, sollte die Fehlerberichterstattung deaktiviert sein, damit über Speicherabbilder keine Daten versehentlich abfließen.
- Geschäftskritische Systeme: Wo Verfügbarkeit oberste Priorität hat, etwa bei Kassensystemen, medizinischen Geräten und industriellen Steuerungsanlagen, reduziert das Abschalten nicht zwingend benötigter Dienste wie WER den Ressourcenverbrauch und mögliche Unterbrechungen.
Windows Error Reporting in der Unternehmens-IT im großen Stil verwalten
Für IT-Teams, die viele Geräte betreuen, ist bei Windows Error Reporting meist ein differenzierter Ansatz sinnvoll:
- Gestufte Konfiguration: Legen Sie für unterschiedliche Gerätekategorien unterschiedliche WER-Einstellungen fest:
- Vollständige Berichterstattung für IT-Mitarbeiter:innen
- Eingeschränkte Berichterstattung für Beschäftigte allgemein
- Deaktivierte Berichterstattung für Systeme mit sensiblen Daten
- Corporate Error Reporting: Große Unternehmen können Corporate Error Reporting einsetzen. Dabei werden Fehlerberichte zur Analyse an interne Server umgeleitet und gefilterte Daten optional an Microsoft weitergeleitet. Diese Funktion wurde allerdings weitgehend durch moderne cloudbasierte Diagnose-Pipelines abgelöst.
- Pilotgruppen:Aktivieren Sie die ausführliche Fehlerberichterstattung nur auf einer repräsentativen Teilmenge von Rechnern (der Pilotgruppe) statt im gesamten Unternehmen. So sammeln Sie Diagnosedaten und halten den Bandbreitenverbrauch gering.
- Integration in IT-Ticketing-Systeme:Mit fortgeschrittenen Konfigurationen lassen sich WER-Ereignisse mit der automatisierten Ticketerstellung in Plattformen für IT-Service-Management (ITSM) verknüpfen. So werden kritische Anwendungsfehler umgehend bearbeitet.
Fehlerbehebung und häufige Probleme
Was passiert, wenn Windows Error Reporting deaktiviert ist und ein kritischer Absturz auftritt?
Auch wenn Sie verhindern, dass Windows 11 Fehlerberichte sendet, werden Abstürze weiterhin in den Windows-Ereignisprotokollen festgehalten. Ist Windows Error Reporting deaktiviert und es kommt zu einem kritischen Absturz, gilt Folgendes:
- Keine Fehlerberichte werden gesendet: Das System erfasst keine Diagnosedaten und versucht nicht, Fehlerinformationen an Microsoft zu senden. Damit entfallen auch automatisierte Vorschläge oder Lösungen.
- Kaum Rückmeldung für Benutzer:innen: Statt des ausführlichen Dialogs zur Fehlerberichterstattung sehen Benutzer:innen meist nur einen einfachen Hinweis, dass die Anwendung nicht mehr funktioniert, mit der Option, das Programm zu schließen oder manuell online nach einer Lösung zu suchen.
- Nur Ereignisprotokolle: Der Absturz wird weiterhin in den Windows-Ereignisprotokollen vermerkt, allerdings ohne die umfassenden Absturzabbilder, die WER normalerweise erfassen würde.
- Keine automatisierten Wiederherstellungsoptionen: Automatisierte Wiederherstellungsaktionen, die WER auslösen könnte (etwa der Hinweis auf bekannte Lösungen), stehen nicht zur Verfügung.
- Manuelle Fehlersuche nötig: Das IT-Team muss sich auf Ereignisprotokolle, Anwendungsprotokolle und manuelle Methoden stützen, um das Problem ohne Speicherabbilder oder detaillierte Absturzanalyse einzugrenzen.
So überprüfen Sie Ihre Konfiguration von Windows Error Reporting:
1. Über die Einstellungen für Problemberichte
- Gehen Sie zu Einstellungen → Datenschutz & Sicherheit → Diagnose & Feedback.
- Prüfen Sie die Einstellungen unter „Optionale Diagnosedaten“ und „Microsoft Informationen zu meinem Schreibverhalten senden“.
- Klicken Sie auf „Diagnosedaten anzeigen“, um zu sehen, was erfasst wird.
2. Prüfung in der Registry
- Öffnen Sie den Registrierungs-Editor.
- Navigieren Sie zu diesem Schlüssel: HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\Windows Error Reporting
- Prüfen Sie den Wert „Disabled“ (1 = deaktiviert; 0 oder nicht vorhanden = aktiviert).
3. Ergebnisse der Gruppenrichtlinien
- Führen Sie in Unternehmensumgebungen „gpresult /r“ in der Eingabeaufforderung aus, um die angewendeten Richtlinien einzusehen.
- Achten Sie auf Richtlinien zur Windows-Fehlerberichterstattung unter „Computerkonfiguration“.
Tools und Befehle zum Prüfen von Protokollen und Status der Windows-Fehlerberichterstattung
Mehrere Tools helfen Ihnen dabei, die Einstellungen von Windows Error Reporting zu überwachen und Probleme einzugrenzen:
1. Ereignisanzeige
- Öffnen Sie die Ereignisanzeige, indem Sie „eventvwr.msc“ im Dialogfeld „Ausführen“ eingeben.
- Navigieren Sie zu Windows-Protokolle → Anwendung.
- Filtern Sie nach Ereignissen mit der Quelle „Windows Error Reporting“.
Diese Protokolle zeigen, wann Berichte erzeugt wurden und ob sie erfolgreich übermittelt werden konnten.
2. PowerShell-Befehle
# Status des WER-Dienstes prüfen
Get-Service WerSvc
# WER-Konfiguration anzeigen
Get-ItemProperty -Path „HKLM:\SOFTWARE\Microsoft\Windows\Windows Error Reporting“
3. WER-Berichtswarteschlange
Wechseln Sie zu „C:\ProgramData\Microsoft\Windows\WER\ReportQueue.”
Dateien an dieser Stelle weisen auf ausstehende Berichte hin, die noch nicht gesendet wurden.
Leere Ordner bedeuten, dass es entweder keine aktuellen Abstürze gab oder die Übertragung erfolgreich war.
4. Verlauf der Problemberichte
- Geben Sie „Zuverlässigkeitsverlauf anzeigen“ in das Windows-Suchfeld ein.
- Damit öffnen Sie die Zuverlässigkeitsüberwachung, die Anwendungsfehler und Systemfehler anzeigt.
- Klicken Sie auf einzelne Ereignisse, um zu sehen, ob Fehlerberichte erzeugt wurden.
5. WER-Berichtsarchiv
Prüfen Sie „C:\ProgramData\Microsoft\Windows\WER\ReportArchive”, um gespeicherte Berichte einzusehen, die gesendet wurden oder die Sie lokal gespeichert haben.
Die Methode über das Info-Center habe ich in diesem Abschnitt entfernt, da das Info-Center inzwischen als veraltete Funktion gilt.
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Fazit
Wer Windows Error Reporting in Windows 11 gezielt verwaltet, behält mehr Kontrolle über die Diagnosedaten und den Datenschutz des eigenen Systems. Ob Sie Windows Error Reporting für eine bessere Fehlersuche aktivieren oder aus Datenschutz- oder Leistungsgründen deaktivieren: Mit den in diesem Artikel beschriebenen Methoden konfigurieren Sie die Funktion flexibel nach Ihren Anforderungen.
IT-Administrator:innen in Unternehmensumgebungen können einheitliche WER-Richtlinien auf viele Systeme ausrollen und so die Fehlerbehebung deutlich straffen, ohne die Sicherheitsstandards des Unternehmens zu verletzen. Wenn Sie die Möglichkeiten und Konfigurationsoptionen von WER kennen, treffen Sie fundierte Entscheidungen, die Systemdiagnose, Datenschutz und Leistung in Einklang bringen.
