Schlüsselpunkte
- Wearables in der Enterprise Mobility: Wearables aus dem Consumer-Bereich, etwa Smartwatches, sind bei Beschäftigten in Unternehmen immer weiter verbreitet.
- Geltungsbereich von BYOD: BYOD deckt in der Regel nur Laptops, Tablets und Smartphones ab. Der Geltungsbereich lässt sich jedoch auf Wearables ausweiten, indem Sie zulässige Wearables und deren Nutzung definieren, passende Klauseln für Wearables ergänzen und die Herausforderungen bei Sichtbarkeit und Kontrolle gezielt angehen.
- Wearables und IoT-Geräte: Wearables und IoT-Geräte haben vieles gemeinsam, etwa eingebettete Betriebssysteme, die kontinuierliche Erfassung von Sensordaten und eingeschränkte Konfigurationsschnittstellen für Unternehmen. Es lohnt sich daher, die Governance von Wearables und die IoT-Management-Strategie aufeinander abzustimmen.
Wearables sind längst ein fester Bestandteil der Enterprise Mobility: Smartwatches, Fitness-Tracker, Smart Glasses und andere vernetzte Geräte sind bei Beschäftigten immer häufiger im Einsatz. Die meisten Unternehmen setzen zwar auf umfassende BYOD-Richtlinien, diese decken aber meist nur Laptops und Mobilgeräte ab.
Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Wearables steuern, wenn Sie sie als Governance-Thema betrachten und nicht als technische Spielerei.
Darum gehören Wearables in eine BYOD-Richtlinie
BYOD-Richtlinien konzentrieren sich üblicherweise auf Laptops, Tablets und Smartphones. Je verbreiteter Wearables werden, desto wichtiger wird es, sie in diese Richtlinien aufzunehmen. Denn Wearables vergrößern die Angriffsfläche Ihres Netzwerks, sobald eines der folgenden Szenarien eintritt:
- Ein verwaltetes Smartphone wird mit einem Wearable gekoppelt (z. B. einer Smartwatch).
- Ein Wearable erhält Zugriff auf Unternehmensbenachrichtigungen.
- Ein Wearable erfasst und synchronisiert sensible Daten.
- Das Gerät verbindet sich zusätzlich über Bluetooth oder WLAN mit anderen Netzwerken.
Bleibt das unbeachtet, übersehen Unternehmen leicht Geräte, die mit ihren Unternehmenssystemen interagieren.
Die Angriffspunkte von Wearables verstehen
Wearables bringen häufig Risiken in Form zusätzlicher Angriffspunkte mit sich. Anders als andere Endpunkte verfügen viele Wearables weder über robuste unternehmenstaugliche Authentifizierung noch über ein ausgereiftes Verschlüsselungsmanagement oder Protokollierungsfunktionen.
Typische Angriffspunkte sind:
- Gespiegelte Benachrichtigungen, die Unternehmensinhalte preisgeben
- Gesundheits- und Biometriedaten, die an betriebliche Gesundheitsprogramme gekoppelt sind
- Bluetooth-Übertragungen, die abgefangen werden können
- Drittanbieter-Apps, die Wearable-Daten mit externen Diensten synchronisieren
Wearables in die BYOD-Richtlinie aufnehmen
Wearables waren ursprünglich für den privaten Gebrauch gedacht, nicht für den Unternehmenseinsatz. Deshalb stützt sich ihre Verwaltung stärker auf indirekte Kontrollen wie Richtlinien für gekoppelte Geräte und Netzwerksegmentierung. Da Wearables am Arbeitsplatz jedoch immer häufiger genutzt werden, ist ihre Aufnahme in die BYOD-Richtlinie entscheidend für Compliance und Sicherheit.
Unternehmen sollten dafür folgende Schritte umsetzen:
Zulässige Wearables und Interaktionen definieren
Nicht jedes Wearable eignet sich für den Einsatz im Unternehmen. Deshalb müssen Sie Folgendes festlegen:
- Kategorien zulässiger Wearables
- Zugriff auf das Unternehmens-WLAN
- Governance für Apps, die mit Wearables gekoppelt sind
- Anforderungen an Überwachung und Protokollierung
Die Nutzung von Wearables in BYOD- und weiteren Richtlinien regeln
Die Governance von Wearables sollte in der BYOD-Richtlinie eines Unternehmens klar beschrieben sein, damit es weder für Prüfer:innen noch für Benutzer:innen Unklarheiten gibt. Neben der BYOD-Richtlinie sollte sie auch in diesen Dokumenten verankert sein:
- Richtlinien zur zulässigen Nutzung
- Frameworks zur Datenklassifizierung
- Regeln für den Netzwerkzugriff
Herausforderungen bei Sichtbarkeit und Kontrolle angehen
Viele Wearables verbinden sich über begleitende mobile Apps und sind dadurch nur indirekt sichtbar. Das bedeutet zugleich, dass sich diese Geräte nicht eigenständig verwalten lassen.
Um das auszugleichen, sollten Unternehmen ihre blinden Flecken mit verschiedenen Maßnahmen reduzieren, zum Beispiel:
- Durchsetzung von Governance-Richtlinien für mobile Apps
- Einschränkung bestimmter Bluetooth-Profile
- Trennung des Wearable-Datenverkehrs von sensiblen Netzwerken
- Einsatz von bedingtem Zugriff auf Basis des Gerätezustands
So reicht die Sichtbarkeit über die physische Hardware hinaus und umfasst auch die Datenpfade der Wearables.
Wearables im Kontext des IoT-Gerätemanagements
Das Management von Geräten im Internet der Dinge (IoT) umfasst alle Prozesse zur Verwaltung von IoT-Geräten. Wearables und IoT-Geräte haben dabei viele Gemeinsamkeiten, etwa:
- Eingebettete Betriebssysteme
- Kontinuierliche Erfassung von Sensordaten
- Eingeschränkte Konfigurationsschnittstellen für Unternehmen
Trotzdem gelten Wearables üblicherweise nicht als IoT-Geräte. Dennoch stimmen Unternehmen ihre Strategie für das Management von Wearables mit ihrer IoT-Management-Strategie ab. Beide sollten also Segmentierung, minimale Zugriffsfläche und Lifecycle-Tracking vorsehen, um die Datensicherheit zu wahren.
Verbreitete Irrtümer über Wearables im Unternehmensumfeld
Wearables sind harmlose Consumer-Gadgets
Wearables, die mit dem Netzwerk Ihres Unternehmens verbunden sind, können Unternehmensbenachrichtigungen offenlegen und sensible Daten synchronisieren. Damit bleiben sie ein Einfallstor für Risiken.
BYOD-Richtlinien decken Wearables ohnehin ab
Die meisten BYOD-Richtlinien gelten für Laptops, Tablets und Smartphones, nennen Wearables aber nicht ausdrücklich in ihrem Geltungsbereich. Ohne diese klare Nennung bleibt eine BYOD-Richtlinie vage und lässt sich nur schwer durchsetzen.
Wearables betreffen nur die Teams für Mobilgeräte
Wearables wirken sich zwar spürbar auf die Teams für Mobilgeräte aus, doch sie sind nicht die Einzigen, die das betrifft. Auch Sicherheits-, Compliance- und Netzwerkteams müssen die Risiken durch Wearables einkalkulieren.
BYOD-Richtlinien mit einer Governance für Wearables stärken
Wearables sind eine neue Erweiterung des Endpunkt-Ökosystems im Unternehmen. Sie bringen Vorteile für Produktivität und Innovation mit sich, werfen zugleich aber neue Governance-Fragen auf. Wenn Unternehmen Wearables formal in ihre Richtlinien für BYOD, IoT und das Endpunkt-Management aufnehmen, verringern sie blinde Flecken und stärken ihr gesamtes Sicherheitsniveau.
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