Schlüsselpunkte
- Benutzermanagement scheitert, wenn Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM) und Unified Endpoint Governance (UEG) getrennt voneinander arbeiten.
- Blinde Flecken entstehen, wenn der Zustand eines Geräts bei Zugriffsentscheidungen unberücksichtigt bleibt.
- Die Durchsetzung von Richtlinien weicht ab, sobald Identitätssysteme und Werkzeuge für das Endpunkt-Management nicht aufeinander abgestimmt sind.
- Der operative Aufwand steigt, wenn IT-Teams bei Zugriffsproblemen zwischen voneinander getrennten Systemen hin- und herwechseln müssen.
- Ohne Echtzeitprüfung des Gerätezustands und ohne Transparenz über die Endpunkte lassen sich Sicherheitsrisiken deutlich schwerer eindämmen.
Viele Unternehmen gehen davon aus, dass Benutzermanagement damit beginnt und endet, Benutzer:innen Zugriff auf die richtigen Ressourcen zu geben. Doch Benutzer:innen agieren nicht im luftleeren Raum. Sie nutzen unterschiedliche Geräte und Netzwerke, und genau dadurch entstehen schnell Risiken für Ihr Netzwerk.
Deshalb sind Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM) und Unified Endpoint Governance (UEG) eng miteinander verbunden. IAM dreht sich darum, wer eine Person ist und worauf sie zugreifen darf. Unified Endpoint Governance stellt sicher, dass sie dabei sichere und verwaltete Geräte verwendet.
Liegen diese beiden Funktionen in getrennten Systemen, entstehen blinde Flecken in Ihrer Sicherheitslage und Lücken in Ihrem Durchsetzungsmodell. Sie können den Zugriff einer Person noch so genau steuern: Meldet sie sich von einem ungepatchten Gerät oder einem nicht verwalteten Laptop an, stoßen Ihre Sicherheitsrichtlinien schnell an ihre Grenzen.
Dieser Leitfaden zeigt, warum Benutzermanagement ohne Unified Endpoint Governance scheitert.
So scheitern Frameworks für das Benutzermanagement ohne Unified Endpoint Governance
Zu wissen, wer eine Person ist und worauf sie zugreifen darf, ist das Fundament des Benutzermanagements. Doch Identität allein reicht nicht aus, um verteilte Arbeitsumgebungen abzusichern.
Sie müssen auch die Geräte berücksichtigen, von denen aus sich Benutzer:innen anmelden. Das passiert, wenn Sie Identität und Endpunkt-Management weiterhin als zwei getrennte Funktionen behandeln:
Es bilden sich blinde Flecken
Klassisches Benutzermanagement trifft Zugriffsentscheidungen anhand von zwei Fragen: Wer ist diese Person, und auf welche Ressourcen darf sie zugreifen? Der Nachteil dieses Ansatzes: Der Zustand des genutzten Geräts bleibt dabei außen vor.
Es wird weder geprüft, von welchem Gerät aus sich jemand anmeldet, noch ob dieses Gerät vollständig gepatcht ist. Genau dieser fehlende Gerätekontext lässt blinde Flecken entstehen. Ohne Endpunkt-Management kann Ihr Netzwerk keine vollständigen Risikobewertungen vornehmen.
Die Durchsetzung weicht ab
Wenn Identitäts- und Endpunktsysteme weiterhin in unterschiedliche Richtungen laufen, geraten Richtlinien aus dem Gleichgewicht.
Rollenwechsel führen nicht automatisiert zu aktualisierten Geräteeinschränkungen. Anwendungskontrollen unterscheiden sich je nachdem, von welchem Endpunkt aus sich jemand anmeldet. Und Regeln für bedingten Zugriff berücksichtigen den Gerätezustand möglicherweise nicht in Echtzeit.
Die Richtlinien existieren also, aber sie wirken nicht so, wie sie sollten. Und sobald Richtlinien abzuweichen beginnen, setzt der Zerfall ein.
Der operative Aufwand steigt
Je stärker Ihre Sicherheitsrichtlinien zersplittern, desto mehr Zeit verbringt Ihr Team damit, Probleme zu diagnostizieren, statt sie zu lösen.
Helpdesk-Techniker:innen springen zwischen Konsolen hin und her, um Zugriffsprobleme zu beheben. Sicherheitsanalyst:innen müssen Identitätsprotokolle mit dem Endpunktstatus abgleichen, nur um Vorfälle nachzuvollziehen. Compliance-Manager erstellen Compliance-Berichte von Hand.
Jede Untersuchung dauert länger, weil schlicht das Gesamtbild Ihres Systems fehlt.
Risiken lassen sich schwerer eindämmen
Wirksames Benutzermanagement geht über rollenbasierte Zugriffssteuerung hinaus. Dazu gehören:
- Prüfung von Geräten in Echtzeit
- Einheitliche Anwendungs-Governance über alle Endpunkte hinweg
- Klare Transparenz über Veränderungen der Sicherheitslage
- Automatisierte Behebung bei nicht konformen Geräten
Ohne Transparenz über die Endpunkte ist das allerdings kaum zu erreichen. Sie können beliebig viele Zugriffsrichtlinien aufstellen: Wenn Sie den Gerätezustand nicht genau in dem Moment prüfen können, in dem sich jemand anmelden möchte, setzen Sie Vertrauen voraus, ohne die Umgebung zu verifizieren.
Das Gleiche gilt für die Standardisierung von Anwendungskontrollen. Lassen sich diese Kontrollen nicht auf verwalteten und nicht verwalteten Endpunkten gleichermaßen durchsetzen, wird das gesamte Governance-Modell inkonsistent.
Ist dieser Punkt erreicht, ist das Eindämmen von Risiken nahezu unmöglich. Sie können nicht beheben, was Sie nicht sehen, und keine Kontrollen auf Geräten durchsetzen, die Sie nicht erreichen.
Unified Endpoint Management (UEM) in der Übersicht
Eine Unified Endpoint Management (UEM)-Software ist das zentrale Tool, um Endpunkte zu verwalten und abzusichern. Dazu zählen Desktops, Laptops, Mobiltelefone, Tablets und Geräte aus dem Internet der Dinge (IoT).
Im Kern gibt Ihnen UEM eine zentrale Plattform an die Hand, über die Sie sämtliche Endpunkte verwalten und absichern, auf die Ihre Benutzer:innen angewiesen sind. Noch wichtiger: UEM hilft Ihnen, klügere Zugriffsentscheidungen zu treffen, indem Sicherheitskontrollen auf Basis von Gerätezustand und Compliance durchgesetzt werden.
Ist IAM nicht mit Endpunktsignalen verknüpft, bewertet es Anmeldungen womöglich ohne ausreichenden Gerätekontext. UEM dagegen prüft den Zustand eines Geräts und liefert Compliance-Signale, die in Zugriffsentscheidungen einfließen.
Ist ein Gerät nicht verschlüsselt oder sein Betriebssystem nicht aktuell, kann das Tool den Zugriff einschränken, eine Behebung anstoßen oder automatisiert Updates ausspielen, sodass das Gerät wieder konform ist.
Genau deshalb ist es wichtig, Identitäts- und Zugriffsmanagement und Endpoint Governance aufeinander abzustimmen. So erhalten Sie die Transparenz, die nötig ist, damit Benutzer:innen sicher auf Ihre Systeme zugreifen, ohne unnötige Risiken einzubringen.
Unified Endpoint Management (UEM) und Unified Endpoint Governance (UEG) im Vergleich
UEM und UEG werden häufig verwechselt, dabei handelt es sich um zwei grundverschiedene Dinge. UEM ist ein Tool, mit dem Sie Endpunkte innerhalb einer IT-Infrastruktur überwachen und verwalten. UEG ist dagegen ein strategisches Rahmenwerk, das die Richtlinien, Compliance-Vorgaben und Sicherheitsstandards für diese Geräte festlegt.
Mit UEM setzen Sie Kontrollen also um, während UEG definiert, wie diese Kontrollen aussehen sollen und warum es sie überhaupt gibt.
Verbreitete Irrtümer über UEM
Rund um UEM halten sich einige Irrtümer, die Unternehmen daran hindern, Identität und Endpoint Governance erfolgreich zusammenzuführen. Räumen wir mit einigen davon auf:
„UEM ist doch nur MDM plus Desktop-Management“
Viele Unternehmen halten UEM für nichts anderes als Mobile Device Management (MDM), erweitert um Laptops und Desktops. Tatsächlich geht es aber darum, Identitätssignale, Gerätezustand und Compliance-Richtlinien in einem umfassenden Framework für das Benutzermanagement zusammenzubringen.
„Mehr Werkzeuge bedeuten mehr Kontrolle“
Zusätzliche Werkzeuge oder Plattformen in Ihrer Infrastruktur mögen sich nach mehr Überblick für Ihr Team anfühlen. Ohne Zusammenführung stiften sie jedoch eher Verwirrung als Klarheit.
Diese zusätzlichen Werkzeuge müssen aufeinander abgestimmt sein, damit daraus echte Kontrolle entsteht.
„UEM reduziert den Arbeitsaufwand ganz von allein“
Und schließlich glauben viele Unternehmen, die Bereitstellung einer UEM-Software senke sofort ihren Arbeitsaufwand. In Wirklichkeit hilft ein UEM-Tool nur dann, manuelle Aufgaben zu eliminieren, wenn die unterstützten Prozesse aufeinander abgestimmt sind.
Tipps für die Abstimmung von Identität und Endpunkten
Die Abstimmung von Identität und Endpunkten gelingt nicht über Nacht. Dafür braucht es ein bewusstes Design, die richtigen Werkzeuge und klar definierte Abläufe, um einen skalierbaren und verlässlichen Prozess aufzubauen.
Hier sind einige praktische Tipps, wie Sie Identität und Endpoint Governance zusammenbringen.
- Koppeln Sie Ihre Zugriffsrichtlinien an die Gerätekonformität: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Vorgaben für bedingten Zugriff den Gerätezustand einbeziehen. Vor der Freigabe muss geprüft werden, ob ein Gerät verschlüsselt, gepatcht oder konform ist.
- Legen Sie eine klare Endpunkt-Baseline für alle Kund:innen fest: Definieren Sie, was ein konformes Gerät ausmacht. Legen Sie Baselines für Patching, Verschlüsselung, Sicherheitsagenten und Konfigurationseinstellungen fest. Das erleichtert die Durchsetzung von Kontrollen über mehrere Endpunkte hinweg.
- Automatisieren Sie, wo immer es geht: Konfigurieren Sie die von Ihnen gewählte UEM-Software so, dass sie Patches automatisiert ausspielt, fehlende Agenten bereitstellt oder den Zugriff vorübergehend einschränkt, wenn ein Gerät aus der Compliance fällt.
- Prüfen Sie regelmäßig auf Compliance-Abweichungen: Selbst die stabilsten Systeme geraten hin und wieder aus der Compliance. Überprüfen Sie deshalb in regelmäßigen Abständen, ob Rollenwechsel die richtigen Richtlinien auslösen.
Unified Endpoint Governance: der Schlüssel zu modernem Benutzermanagement
Benutzermanagement scheitert nur selten an schlecht entworfenen Identitätssystemen. Die meisten modernen Unternehmen haben die Grundlagen für ein wirksames IAM bereits geschaffen.
Die Probleme beginnen dort, wo allein die Identität darüber entscheidet, wem vertraut wird.
Die Anmeldeinformationen einer Person mögen gültig sein, doch das heißt nicht zwangsläufig, dass auch das genutzte Gerät sicher ist. Meldet sich eine einzige Person über ein nicht verwaltetes Gerät an, steht Ihr gesamtes System auf dem Spiel.
Deshalb ist Unified Endpoint Governance so wichtig, gerade in verteilten Arbeitsumgebungen.
UEM führt Identität und Geräteaufsicht in einem einzigen, abgestimmten Rahmenwerk zusammen. So entsteht Vertrauen nicht nur auf Basis der Person, sondern auch auf Basis des Zustands des Geräts, mit dem sie arbeitet.
Quick-Start-Guide
Das kann NinjaOne
Lifecycle-Management für Geräte und Assets:
- Geräte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg verfolgen (vom Kauf bis zur Außerbetriebnahme)
- Zentrale Asset-Informationen, benutzerdefinierte Felder und Asset-bezogene Aktivitäten verwalten
- Geräte automatisiert zwischen nicht verwaltetem und verwaltetem Status umstellen
- Freigaben für die Geräteregistrierung unterstützen (manuell oder automatisiert)
- Geräten Richtlinien, Besitzer:innen, Tags und zugehörige Elemente zuweisen
Rollenbasierter Zugriff und Berechtigungen:
- Techniker:innen benötigen bestimmte Aktualisierungsberechtigungen für Geräterollen, um Geräte vorzubereiten
- Geräterollen lassen sich mit rollenspezifischen Zuordnungsregeln konfigurieren
- Unterstützung für Geräteverwaltung nach Organisation und Standort
Governance für Richtlinien und Compliance:
- Richtlinien erstellen und auf Endpunkte anwenden (Windows, Mac, Linux)
- Einstellungen auf Geräteebene konfigurieren, darunter Software-Patching und Sicherheitsrichtlinien
- Unterstützung für Freigabe-Workflows bei Geräteregistrierung und Software-Updates
- Automatisierte Durchsetzung von Richtlinien auf allen verwalteten Endpunkten
Mobile Device Management (MDM):
- Zero-Touch-Enrollment für Android-Geräte mit automatisierter Konfiguration
- Unterstützung für Enrollment-Profile und tokenbasierte Gerätezuweisung
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