Die wichtigsten Punkte
- IT-Administrator:innen können den Verlauf der Remotedesktopverbindung (RDC) aus Datenschutz-, Sicherheits- und Troubleshooting-Gründen vollständig aus Windows entfernen.
- Gespeicherte RDC-Einträge löschen Sie, indem Sie bestimmte Registrierungsschlüssel unter HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Terminal Server Client\Default und Servers entfernen.
- Den Sprunglisten-Verlauf löschen Sie, indem Sie die Datei 1bc392b8e104a00e.automaticDestinations-ms aus %APPDATA%\Microsoft\Windows\Recent\AutomaticDestinations. entfernen
- Gespeicherte RDC-Anmeldeinformationen entfernen Sie über Systemsteuerung > Anmeldeinformationsverwaltung unter TERMSRV/<remote-computer-name>.
- Die Wiederverwendung von Anmeldeinformationen und das Speichern von Passwörtern verhindern Sie, indem Sie in der Gruppenrichtlinie „Delegierung gespeicherter Anmeldeinformationen verweigern“ aktivieren oder in der Registrierung unter HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows NT\Terminal Services den Wert DisablePasswordSaving auf 1 setzen.
Mit der Remotedesktopverbindung (RDC) können Windows-Benutzer:innen sich mit anderen Computern aus der Ferne verbinden, und Windows speichert einen Verlauf dieser Verbindungen. Die Remotedesktopverbindung (RDC) ist eine Funktion von Microsoft Windows, mit der sich Benutzer:innen aus der Ferne mit anderen Computern verbinden können. Sie kommt bei Remote-Arbeit, technischem Support, Server-Verwaltung und Virtual Desktop Infrastructure (VDI) zum Einsatz. Bei jeder Nutzung von RDC speichert Windows den Verbindungsverlauf, damit der Zugriff beim nächsten Mal schneller geht.
IT-Administrator:innen haben gute Gründe, gespeicherte Verbindungen zu löschen: Sie schützen damit die Privatsphäre, verhindern, dass andere die aufgerufenen Computer einsehen, erschweren den unbefugten Zugriff auf gespeicherte Remote-Systeme und beheben Probleme durch beschädigte oder veraltete Einträge. Dieser Artikel erklärt, mit welchen Methoden Sie den Verlauf der Remotedesktopverbindung in Windows löschen.
Eine visuelle Anleitung finden Sie in unserem Video So löschen Sie den Verlauf der Remotedesktopverbindung in Windows.
Eine sichere Anmeldung ist genauso wichtig wie das Verwalten des RDC-Verlaufs.
Hier finden Sie eine kurze Anleitung, mit der Sie die Anmeldung per Remotedesktop in Windows vereinfachen und absichern.
Hier speichert Windows den Verlauf der Remotedesktopverbindung
Wie erwähnt speichert Windows die Verbindungen, die Sie über die Remotedesktopverbindung hergestellt haben. Diese gespeicherten Verbindungen liegen unter anderem in Registry-Einträgen, Sprunglisten, zwischengespeicherten Anmeldeinformationen und einer Standard-Verbindungsdatei. Hier ein genauerer Blick auf die einzelnen Speicherorte:
1. Registry-Einträge
Die Windows-Registry ist der primäre Speicherort für den RDC-Verbindungsverlauf. Zwei bestimmte Registry-Schlüssel enthalten diese Informationen:
- HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Terminal Server Client\Default enthält eine Liste der zuletzt aufgerufenen Remote-Computer
- HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Terminal Server Client\Servers enthält Unterschlüssel für jeden aufgerufenen Remote-Computer
2. Sprunglisten
Sprunglisten bzw. der Taskleistenverlauf bieten schnellen Zugriff auf zuletzt verwendete Elemente innerhalb von Anwendungen, auch bei RDC. Ist RDC an die Taskleiste angeheftet, können zuvor verbundene Computer in der Sprungliste auftauchen. Diese Einträge liegen an folgendem Ort:
- %APPDATA%\Microsoft\Windows\Recent\AutomaticDestinations
- %APPDATA%\Microsoft\Windows\Recent\CustomDestinations
3. Zwischengespeicherte Anmeldeinformationen
Zwischengespeicherte Anmeldeinformationen bzw. die Windows-Anmeldeinformationsverwaltung speichern die Anmeldedaten, wenn während einer RDC-Sitzung die Option Anmeldedaten speichern ausgewählt wurde. So rufen Sie gespeicherte RDC-Anmeldeinformationen auf:
- Öffnen Sie Systemsteuerung > Anmeldeinformationsverwaltung
- Wählen Sie Windows-Anmeldeinformationen
- Suchen Sie nach gespeicherten Einträgen unter TERMSRV/<remote-computer-name>
4. Standard-Verbindungsdatei
Windows speichert außerdem die Einstellungen Ihrer letzten RDC-Sitzung in einer Datei namens Default.rdp, die in Ihrem Ordner „Dokumente“ liegt (%UserProfile%\Documents\Default.rdp). Diese Datei ist unabhängig vom Registry-basierten Verlauf und den Sprunglisten und wird beim nächsten Start der Remotedesktopverbindung automatisiert neu angelegt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Methoden zum Löschen des RDC-Verlaufs
A. Über die Windows-Registry
1. Registrierungs-Editor öffnen
- Drücken Sie Win + R, geben Sie regedit ein und drücken Sie die Eingabetaste.
2. Zum Verbindungsverlauf navigieren
- Gehen Sie zu: HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Terminal Server Client\Default
- Klicken Sie im rechten Bereich mit der rechten Maustaste auf jeden MRU#-Eintrag und wählen Sie Löschen.
3. Gespeicherte Server entfernen:
- Navigieren Sie zu: HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Terminal Server Client\Servers
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Computernamen, den Sie löschen möchten, und wählen Sie Löschen.
4. Registrierungs-Editor schließen
- Starten Sie die Remotedesktopverbindung neu, um zu prüfen, ob die Einträge verschwunden sind.
B. RDC-Verlauf über die Eingabeaufforderung löschen
1. Eingabeaufforderung als Administrator öffnen:
- Drücken Sie Win + R, geben Sie cmd ein und drücken Sie Strg + Umschalt + Eingabetaste.
2. Gespeicherte RDC-Einträge löschen
- Führen Sie den folgenden Befehl aus:
- reg delete
"HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Terminal Server Client\Default"/f
- reg delete
- Löschen Sie anschließend die gespeicherten Server:
- reg delete
"HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Terminal Server Client\Servers"/f
- reg delete
- Führen Sie den folgenden Befehl aus:
3. Eingabeaufforderung schließen
C. Gruppenrichtlinien für mehr Privatsphäre anpassen (optional)
Windows bietet zwar keine Gruppenrichtlinie, die das Speichern des Verlaufs der Remotedesktopverbindung (RDC) vollständig verhindert. Administrator:innen können aber verwandte Einstellungen konfigurieren, um die Privatsphäre zu verbessern und die Preisgabe von Anmeldeinformationen zu reduzieren.
1. Gruppenrichtlinien-Editor öffnen
- Drücken Sie Win + R, geben Sie msc ein und drücken Sie die Eingabetaste, um den Editor für lokale Gruppenrichtlinien zu öffnen.
2. Zuletzt angemeldeten Benutzernamen ausblenden:
- Navigieren Sie zu:
Computerkonfiguration > Windows-Einstellungen > Sicherheitseinstellungen > Lokale Richtlinien > Sicherheitsoptionen
- Suchen Sie die Richtlinie „Interaktive Anmeldung: Letzten angemeldeten Benutzer nicht anzeigen“ (auf älteren Systemen „Interaktive Anmeldung: Letzten Benutzernamen nicht anzeigen“).
- Doppelklicken Sie darauf, wählen Sie „Aktiviert“ und klicken Sie auf „OK“.
- Damit zeigt Windows den zuletzt angemeldeten Benutzer nicht mehr auf dem Anmeldebildschirm an.
3. Wiederverwendung von Anmeldeinformationen verhindern:
- Navigieren Sie zu: Computerkonfiguration > Administrative Vorlagen > System > Delegierung von Anmeldeinformationen
- Suchen und aktivieren Sie Delegierung von gespeicherten Anmeldeinformationen verweigern, damit Windows gespeicherte Anmeldeinformationen nicht mehr automatisiert für RDP oder andere Authentifizierungsvorgänge verwendet.
D. RDC-Sprunglisteneinträge löschen (über den Explorer)
1. Explorer öffnen
- Drücken Sie Win + E.
2. Zum Sprunglisten-Ordner navigieren
- Gehen Sie zu: %APPDATA%\Microsoft\Windows\Recent\AutomaticDestinations
3. Sprunglisten-Datei finden
- Suchen Sie nach einer Datei mit dem Namen 1bc392b8e104a00e.automaticDestinations-ms.
4. Datei löschen
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie Löschen.
5. Explorer neu starten
- Drücken Sie Strg + Umschalt + Esc, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Windows-Explorer und wählen Sie Neu starten.
E. Standard-Verbindungsdatei entfernen
1. Explorer öffnen
- Drücken Sie Win + E.
2. Zum Ordner „Dokumente“ navigieren
- Wechseln Sie in Ihren Ordner „Dokumente“.
3. Standard-Verbindungsdatei finden
- Suchen Sie nach einer Datei mit dem Namen Default.rdp.
4. Datei löschen
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie Löschen. Windows legt diese Datei beim nächsten Start der Remotedesktopverbindung automatisiert neu an.
F. Mit Drittanbieter-Tools
1. Ein vertrauenswürdiges Reinigungstool herunterladen
- Beispiele: CCleaner, BleachBit.
2. Tool ausführen und RDC-Verlauf auswählen:
- Öffnen Sie das Tool und suchen Sie nach Optionen rund um den Windows-Verlauf oder MRU-Listen.
3. Verlauf löschen:
- Folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm, um die RDC-Spuren zu entfernen.
4. Tool schließen und RDC neu starten.
Auf einen Blick: Methoden zum Löschen des RDC-Verlaufs
| Methode | Wo | Geeignet für |
| Windows-Registry | Schlüssel Terminal Server Client\Default und \Servers | Präzise, einmalige Bereinigung |
| Eingabeaufforderung | reg delete-Befehle | Skripte oder Remote-Ausführung |
| Gruppenrichtlinie | Lokale Sicherheitsrichtlinie / Delegierung von Anmeldeinformationen | Unternehmensweiter Umgang mit Anmeldeinformationen |
| Explorer (Sprungliste) | Sprunglisten-Datei unter AutomaticDestinations | Löschen des Taskleistenverlaufs |
| Standard-Verbindungsdatei | Default.rdp im Ordner „Dokumente“ | Löschen der zuletzt genutzten Einzelverbindung |
| Drittanbieter-Tools | CCleaner, BleachBit | Umfassendere Systembereinigung über RDC hinaus |
Darauf sollten Sie achten
Fehlerhafte Änderungen an der Registry können die Systemstabilität beeinträchtigen. Sichern Sie die betroffenen Schlüssel daher, bevor Sie sie löschen (Methode „Windows-Registry“, Abschnitt A). Prüfen Sie den Computernamen, bevor Sie einen Unterschlüssel unter Servers löschen, denn beim falschen Eintrag kappen Sie den Zugriff auf einen Rechner, den Sie noch brauchen.
So verhindern Sie, dass Remotedesktop einen Verlauf speichert
Windows bietet keine integrierte Einstellung, die das Speichern des RDC-Verlaufs vollständig unterbindet. Sie können die Privatsphäre jedoch verbessern und weniger Anmeldeinformationen vorhalten:
A. Speichern von Passwörtern deaktivieren:
- Navigieren Sie in der Registry zu HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows NT\Terminal Services (legen Sie den Schlüssel „Terminal Services“ unter „Windows NT“ an, falls er noch nicht existiert).
- Erstellen Sie einen D
B. Wiederverwendung von Anmeldeinformationen per Gruppenrichtlinie einschränken
- Öffnen Sie den Gruppenrichtlinien-Editor und gehen Sie zu: Computerkonfiguration → Administrative Vorlagen → System → Delegierung von Anmeldeinformationen.
- Aktivieren Sie die Richtlinie „Delegierung von gespeicherten Anmeldeinformationen verweigern“, um die Wiederverwendung gespeicherter Anmeldeinformationen zu blockieren.
C. Einen portablen RDC-Client verwenden:
- Portable Versionen von Remotedesktop speichern weder MRU-Verlauf noch zwischengespeicherte Anmeldeinformationen.
Das gilt für die Windows App
Wenn Sie sich mit Azure Virtual Desktop, Windows 365 oder Microsoft Dev Box verbinden, beachten Sie: Microsoft hat die separate App „Remote Desktop“ 2025 aus dem Microsoft Store entfernt und diese Funktionalität in die Windows App überführt. Das in diesem Leitfaden behandelte Tool Remotedesktopverbindung (mstsc.exe) ist davon nicht betroffen und bleibt Bestandteil von Windows. Wenn Sie Cloud-Ressourcen über die Windows App erreichen, löschen Sie deren Verbindungsverlauf direkt in der App selbst (diese Daten werden getrennt von den oben beschriebenen Schritten gespeichert und von ihnen nicht berührt).
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Anwendungsfälle für das Löschen des RDC-Verlaufs
Das Löschen des Verlaufs der Remotedesktopverbindung erfüllt viele Zwecke. Hier sind die häufigsten Anwendungsfälle.
1. Schutz sensibler Informationen
Das Löschen des RDC-Verlaufs ist eine wirksame Sicherheitsmaßnahme zum Schutz sensibler Informationen, vor allem an gemeinsam genutzten oder öffentlichen Computern. So wird Unbefugten erschwert, zuvor aufgerufene Systeme einzusehen oder sogar zu konfigurieren. Bleibt der RDC-Verlauf bestehen, können kritische Informationen wie interne Servernamen und Netzwerkdetails offengelegt werden. Deshalb ist es für viele schlicht vernünftig, den RDC-Verlauf zu löschen und so Sicherheitsrisiken zu senken.
2. Behebung von Verbindungsproblemen
Wird der RDC-Verlauf gelöscht, muss das System die Verbindungsdetails neu abrufen, etwa wenn sich eine IP-Adresse ändert, DNS-Einträge aktualisiert werden oder Anmeldeinformationen veralten. Veraltete oder beschädigte RDC-Einträge können Verbindungsprobleme, Authentifizierungsfehler oder hartnäckige Störungen beim Zugriff auf Remote-Systeme verursachen. Deshalb entfernen IT-Administrator:innen diese RDC-Einträge, um Fehler zu beheben und einen reibungslosen Fernzugriff sicherzustellen.
3. Mehr Privatsphäre in Unternehmensumgebungen
In Unternehmensumgebungen kann ein verbleibender RDC-Verlauf auf einem gemeinsam genutzten oder firmeneigenen Gerät unbefugten Zugriff oder Angriffe über Anmeldeinformationen begünstigen. Werden Details der internen Infrastruktur wie Servernamen und Workstation-Adressen offengelegt, drohen Sicherheitsvorfälle oder Compliance-Verstöße. Wer den RDC-Verlauf regelmäßig löscht, verhindert die unbeabsichtigte Preisgabe von Details zu Remote-Verbindungen und stärkt die gesamte IT-Sicherheitslage.
So bleiben Ihre Remote-Verbindungen sicher
Der Verlauf der Remotedesktopverbindung ist ein praktisches Windows-Tool, wenn Sie frühere Remote-Verbindungen für bestimmte Zwecke nachschlagen müssen.
Da diese RDC-Einträge jedoch sensible Informationen enthalten können, sollten Sie sie regelmäßig löschen, um unbefugten Zugriff zu vermeiden, sensible Daten zu schützen und eine sichere Umgebung für den Fernzugriff zu erhalten.
Dieser Artikel zeigt die Methoden zum Löschen des RDC-Verlaufs, damit Sie diese wichtige Sicherheitsmaßnahme umsetzen und Ihre Remote-Verbindungen sicher halten können.
