/
/

Terminaldienste und RDP in der Ereignisanzeige auditieren

von Team Ninja
How to Audit Terminal Services and RDP in Event Viewer blog banner image

Kurzüberblick

Dieser NinjaOne-Blogbeitrag bietet eine umfassende Liste grundlegender CMD-Befehle und einen tiefen Einblick in die Windows-Befehle mit über 70 wichtigen CMD-Befehlen für Anfänger:innen und Fortgeschrittene. Der Blogartikel erklärt praktische Befehle der Eingabeaufforderung für die Dateiverwaltung, die Navigation in Verzeichnissen, die Fehlersuche im Netzwerk, Festplattenoperationen und die Automatisierung mit echten Beispielen zur Steigerung der Produktivität. Egal, ob Sie grundlegende CMD-Befehle lernen oder fortgeschrittene Windows CLI-Tools beherrschen möchten, dieser Leitfaden hilft Ihnen, die Eingabeaufforderung effektiver zu verwenden.

Die wichtigsten Punkte

  • Bestimmen Sie die genauen Ereignis-IDs und Protokollspeicherorte für relevante RDP-Aktivitäten, etwa 1149, 4624 und 4625, und aktivieren Sie die entsprechenden Protokolle.
  • Legen Sie Baselines fest und erstellen Sie Alarmierungsregeln für fehlgeschlagene Anmeldungen, Verbindungen außerhalb der Geschäftszeiten und wiederholte Versuche, um Rauschen zu reduzieren und Missbrauch früh zu erkennen.
  • Automatisieren Sie die Protokollerfassung mit PowerShell-Skripten, geplanten Aufgaben oder der integrierten Windows-Ereignisweiterleitung, um RDP-Logs zur Analyse an einen zentralen Ort zu senden.

Ohne ein strukturiertes Vorgehen bei der Nachverfolgung und Prüfung von Remotedesktop-Sitzungen können verdächtige Anmeldungen unbemerkt bleiben. Die Folge sind mühsame Audit-Prozesse und Compliance-Lücken. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie RDP-bezogene Windows-Ereignisprotokolle mit der Ereignisanzeige erfassen und auswerten. So erkennen Teams verdächtige Aktivitäten und erfüllen gleichzeitig ihre Audit-Anforderungen.

RDP-Logs prüfen: So gehen Sie in 5 Schritten vor

Stellen Sie vorab sicher, dass Sie über administrative Zugriffsrechte, aktivierte erweiterte Überwachungsrichtlinien und einen zentralen Speicherort für die exportierten RDP-Logs verfügen.

Voraussetzungen für das Abfragen von RDP-Logs

  • Lokale oder Domänen-Administratorrechte, um RDP-Logs zu aktivieren und abzufragen.
  • Eine erweiterte Überwachungsrichtlinie, die Anmelde- und Abmeldeereignisse in der Überwachungskategorie Anmelden/Abmelden erfasst.
  • Aktivierte Betriebsprotokolle für TerminalServices‑RemoteConnectionManager und TerminalServices‑LocalSessionManager in der Ereignisanzeige.
  • Ein zentraler Log-Collector, ein SIEM oder eine freigegebene Netzwerkablage zum Speichern der exportierten RDP-Logdateien.

Außerdem benötigen Sie auf jedem Endpunkt PowerShell (oder eine vergleichbare Skript-Engine) für die automatisierte Extraktion der Protokolle. Sind diese Punkte erfüllt, können Sie direkt mit dem empfohlenen Vorgehen starten.

1. Die wichtigsten RDP- und Terminaldienste-Protokolle identifizieren

Ereignisprotokolle enthalten enorme Datenmengen. Filtern Sie das Rauschen heraus und bestimmen Sie gezielt die Protokolle und Ereignis-IDs, die RDP-Aktivitäten abbilden.

Ereignis-ID Beschreibung
1149 Erfolgreiche RDP-Verbindungsanfrage (RemoteConnectionManager)
4624 Erfolgreiche Anmeldung (Sicherheitsprotokoll)
4625 Fehlgeschlagene Anmeldung (Sicherheitsprotokoll)
4634 Abmeldung (Sicherheitsprotokoll)
4647 Von Benutzer:innen ausgelöste Abmeldung (Sicherheitsprotokoll)
21 Sitzungsanmeldung (LocalSessionManager)
22 Start der Sitzungsshell (LocalSessionManager)
24 Sitzungstrennung (LocalSessionManager)
25 Wiederverbindung der Sitzung (LocalSessionManager)
4778 Wiederverbindung einer Remotesitzung (TerminalServices)
4779 Trennung einer Remotesitzung (TerminalServices)

Konzentrieren Sie sich auf die wichtigsten Ereignis-IDs: 1149 (erfolgreiche Verbindung), 4624/4625 (Anmeldung erfolgreich/fehlgeschlagen), 4634/4647 (Abmeldung), 21, 22, 24, 25 (Lebenszyklus der Sitzung) sowie 4778/4779 (Wiederverbindung/Trennung).

Sorgen Sie abschließend dafür, dass die erweiterte Überwachungsrichtlinie Anmelde- und Abmeldeereignisse im Sicherheitsprotokoll aufzeichnet. Dokumentieren Sie zudem die Protokollpfade und IDs in einem Referenzblatt, damit Sie bei Untersuchungen und beim Anlegen von Alarmierungen schnell nachschlagen können.

2. Ereignisse mit PowerShell abfragen und exportieren

Mit Get‑WinEvent rufen Sie die gewünschten Ereignis-IDs und Protokolle ab und leiten die Ausgabe anschließend an Export‑Csv weiter, um die Ergebnisse als CSV-Datei für Analysen oder die Berichterstattung zu speichern. Die Get-WinEvent Parameter geben Ihnen einen Überblick, um ein eigenes Skript für beliebige Aufgaben zusammenzustellen.

Als NinjaOne-Anwender:in können Sie außerdem das fertige Skript Ereignisprotokolle mit PowerShell anzeigen nutzen. Damit lassen sich bestimmte Ereignis-IDs ausschließen und Ereignisse nach Inhalt der Meldung filtern, was umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten eröffnet.

3. Baselines und Alarmierungsregeln festlegen

Mit realistischen Baselines und einem Fokus auf auffällige RDP-Aktivitäten erkennen und analysieren Sie gängige Angriffe effizient, etwa Credential Stuffing, Brute-Force-Versuche oder laterale Bewegungen im Netzwerk. Hier einige praxisnahe Beispiele für Alarmierungsregeln, die Sie sofort umsetzen können.

Normales RDP-Verhalten definieren

Ermitteln Sie für jedes System die typischen Benutzer:innen, die üblichen Anmeldezeiten und die erwarteten Quell-IP-Bereiche. Halten Sie außerdem Basiswerte fest, etwa die durchschnittliche Anzahl täglicher Verbindungen und die Spitzenzeiten bei Anmeldungen.

Alarmierungen auf Basis von Anomalien erstellen

Um verdächtige Aktivitäten weiter einzugrenzen, legen Sie Schwellenwerte fest: mehr als 5 fehlgeschlagene Anmeldeereignisse (4625) von derselben IP innerhalb von 10 Minuten, erfolgreiche RDP-Verbindungen (1149) außerhalb der Geschäftszeiten sowie schnelle Abfolgen von Trennung und Wiederverbindung (24 → 25) bei wechselnder Client-IP.

Alarmierungen in Ihrer Überwachungsplattform einrichten

Konfigurieren Sie Ihr SIEM oder die Alarmierungsrichtlinien in NinjaOne so, dass RDP-Aktivitäten direkt auf den verwalteten Endpunkten überwacht werden. In NinjaOne erstellen Sie eigene Alarmierungsbedingungen auf Basis bestimmter Ereignis-IDs oder vom Agenten erfasster Systemmetriken und legen passende Benachrichtigungskanäle fest (E-Mail, Ticketing, SMS oder Integrationen wie Slack).

Passen Sie die Schwellenwerte mit der Zeit an, um Fehlalarme zu reduzieren: Verfeinern Sie Bedingungen und Ausnahmen, sobald Sie normale Nutzungsmuster und Wartungsfenster kennen. Prüfen Sie ausgelöste Alarmierungen regelmäßig und aktualisieren Sie Regeln und Baselines, wenn sich Nutzungsmuster oder Infrastruktur verändern.

4. Aufbewahrungsdauer verlängern und Protokollkapazität erhöhen

Leicht übersehen: Die Standardgrößen der Ereignisprotokolle reichen für Untersuchungen oft nicht aus.

Um die Standardgröße anzupassen, verwenden Sie den Befehl wevtutil in einer Eingabeaufforderung mit erhöhten Rechten. Mit wevtutil sl (sl = set-log, ändert die Protokollkonfiguration) und dem Parameter /ms (maximale Größe in Byte) passen Sie die Konfiguration eines bestimmten Protokolls an (z. B. wevtutil sl <logname> /ms:<bytes>).

Laut Microsoft beträgt die minimale Protokollgröße 1048576 Byte (1024 KB). Protokolldateien sind zudem immer ein Vielfaches von 64 KB, jeder eingegebene Wert wird also entsprechend gerundet. Änderungen greifen sofort und bleiben auch nach einem Neustart erhalten.

Der Parameter /rt:<Retention> lässt sich wiederum auf true oder false setzen (z. B. /rt:true). Bei true stellt das System die Protokollierung ein, sobald die Protokolle ihre Kapazitätsgrenze erreicht haben. Die Daten müssen dann manuell gelöscht werden.

Mit false überschreibt das System bei Bedarf die ältesten Ereignisse.

Hinweis: Steht der Aufbewahrungsmodus des Ereignisprotokolls auf true und erreicht das Protokoll seine maximale Größe, behält Windows die vorhandenen Ereignisse bei und verwirft neu eintreffende Ereignisse. Damit keine wichtigen Sicherheits- oder Audit-Daten verloren gehen, sollten Sie die Protokollkapazität erhöhen und bei durchgehender Protokollierung die Option zum Überschreiben bei Bedarf nutzen.

5. RDP-Aktivitäten korrelieren und Berichte erstellen

Verknüpfen Sie die erfassten RDP-Ereignisse mit Benutzer-, Geräte- und IP-Daten, um aus Rohdaten verwertbare Erkenntnisse und audit-taugliche Dokumentation zu machen. So können Sie einen Wochenbericht erstellen, der erfolgreiche Verbindungen, fehlgeschlagene Versuche, Zugriffe außerhalb der Geschäftszeiten und einzelne Client-Herkünfte ausweist.

Einen ergänzenden Leitfaden finden Sie hier: Ereignisprotokollierung automatisieren für unterschiedliche Umgebungen oder Kund:innen.

Strategien für die RDP-Überwachung mit NinjaOne

NinjaOne schließt die Lücken in Ihrem Prozess zur RDP-Überwachung, indem die Plattform das Ausrollen von Überwachungsrichtlinien und das Anlegen von Alarmierungen automatisiert. So erhalten Sie eine verlässliche, prüfbare Transparenz über jede Remotedesktop-Sitzung.

Die NinjaOne-Skriptbibliothek und die zahlreichen Werkzeuge für das Richtlinienmanagement ermöglichen es Ihnen zudem, RDP-Logs zentral und mit minimalem manuellem Aufwand zu verwalten. Das sorgt für eine gleichmäßigere Sicherheitsabdeckung und setzt wertvolle Ressourcen in Ihrem IT-Stack frei.

Verwandte Themen:

FAQs

Bei passend dimensionierten Protokollen und sinnvollen Erfassungsintervallen sind die Auswirkungen minimal.

Größere Protokolldateien verhindern Datenverluste in Phasen mit hohem Aufkommen und bewahren genügend Historie für Beweissicherung und Analyse.

Speichern Sie die CSV-Dateien in einer verschlüsselten Netzwerkfreigabe mit reinen Leserechten und aktivieren Sie die Überwachung der Dateiintegrität.

Werten Sie RDP-Ereignisse zusammen mit Asset-Informationen, Schwachstellen-Scans und Netzwerkflussprotokollen aus, um auffällige Sitzungen zu identifizieren.

Lokale Anmeldungen erzeugen Ereignis 4624 mit Anmeldetyp 2, RDP-Sitzungen nutzen Anmeldetyp 10. Filtern Sie auf das Feld LogonType, um beide zu trennen.

Das könnte Sie auch interessieren

Sind Sie bereit, die schwierigsten Aufgaben der IT zu vereinfachen?

NinjaOne Allgemeine Geschäftsbedingungen für Skripte

Indem Sie unten auf die Schaltfläche „Ich akzeptiere“ klicken, erklären Sie Ihr Einverständnis mit den folgenden rechtlichen Bedingungen sowie mit unseren Nutzungsbedingungen:

  • Eigentumsrechte: NinjaOne besitzt und wird weiterhin alle Rechte, Titel und Interessen an dem Skript (einschließlich des Urheberrechts) behalten. NinjaOne gewährt Ihnen eine eingeschränkte Lizenz zur Nutzung des Skripts in Übereinstimmung mit diesen rechtlichen Bedingungen.
  • Einschränkung der Nutzung: Sie dürfen das Skript nur für Ihre legitimen persönlichen oder internen Geschäftszwecke verwenden und es nicht an Dritte weitergeben.
  • Verbot der Wiederveröffentlichung: Sie sind unter keinen Umständen berechtigt, das Skript in einer Skriptbibliothek, die einem anderen Softwareanbieter gehört oder von diesem kontrolliert wird, erneut zu veröffentlichen.
  • Gewährleistungsausschluss: Das Skript wird „wie gesehen“ und „wie verfügbar“ bereitgestellt, ohne jegliche Garantie. NinjaOne gibt keine Versprechen oder Garantien, dass das Skript frei von Fehlern ist oder dass es Ihre speziellen Bedürfnisse oder Erwartungen erfüllt.
  • Risikoübernahme: Die Verwendung des Skripts erfolgt auf eigene Gefahr. Sie erkennen an, dass die Nutzung des Skripts mit bestimmten Risiken verbunden ist, und Sie verstehen und übernehmen jedes dieser Risiken.
  • Verzicht und Freigabe: Sie machen NinjaOne nicht für nachteilige oder unbeabsichtigte Folgen verantwortlich, die sich aus Ihrer Nutzung des Skripts ergeben, und Sie verzichten auf alle gesetzlichen oder billigkeitsrechtlichen Rechte oder Rechtsmittel, die Sie gegen NinjaOne im Zusammenhang mit Ihrer Nutzung des Skripts haben könnten.
  • EULA: Wenn Sie ein NinjaOne-Kunde sind, unterliegt Ihre Nutzung des Skripts dem für Sie geltenden Endbenutzer-Lizenzvertrag (EULA).