Alle Geräte und Anwendungen in einem Netzwerk aktuell zu halten, ist ein zentraler Schritt für eine stabile Performance der gesamten Umgebung. Dazu gehört, dass alle notwendigen Fehlerbehebungen, Treiber-Updates und Sicherheitspatches eingespielt werden. Je nach Größe Ihres Unternehmens bedeutet es jedoch, alle Geräte gleichzeitig zu aktualisieren, die Netzwerkbandbreite zwischen Updates und Benutzer:innen aufzuteilen. Das Ergebnis: geringere Geschwindigkeiten und höhere Latenzen für alle Verbundenen.
Die Übermittlungsoptimierung von Microsoft ermöglicht eine Peer-to-Peer-Verteilung (P2P) innerhalb eines Unternehmens. Updates können so von anderen Geräten im Netzwerk bezogen werden, sodass dasselbe Update nicht immer wieder neu heruntergeladen werden muss. Updates, die auf einem Gerät für die P2P-Verteilung heruntergeladen wurden, bleiben so lange im Cache, bis ihr maximales Cache-Alter abgelaufen ist. Danach können sie gelöscht werden.
Manche möchten Updates über ein höheres maximales Cache-Alter länger vorhalten, insbesondere auf Systemen, die als Update-Hosts dienen, während Geräte mit geringer Kapazität eine kürzere Cache-Dauer benötigen. Diese Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie die Einstellung Maximales Cache-Alter der Übermittlungsoptimierung ändern und die Aufbewahrung des Update-Caches an die Anforderungen Ihres Unternehmens anpassen.
Maximales Cache-Alter für die Übermittlungsoptimierung konfigurieren
Damit die Konfiguration reibungslos gelingt, stellen Sie sicher, dass Sie Folgendes einsetzen:
- Windows 10 Home (oder neuer), wenn Sie die Änderung über den Registrierungs-Editor umsetzen möchten
- Windows 10 Pro, Enterprise oder Education (oder neuer), wenn Sie die Änderung über den Gruppenrichtlinien-Editor anwenden möchten
Bevor Sie fortfahren, öffnen Sie Systemsteuerung > Benutzerkonten und prüfen Sie, ob Sie über Administratorrechte verfügen. Diese benötigen Sie, um mit einem der beiden Windows-Konfigurationswerkzeuge Änderungen vorzunehmen.
Methode 1: Konfiguration über Gruppenrichtlinien
⚠️ Hinweis: Bevor Sie die Richtlinieneinstellung für das maximale Cache-Alter der Übermittlungsoptimierung im Editor für lokale Gruppenrichtlinien konfigurieren, empfehlen wir Ihnen, Ihre Gruppenrichtlinieneinstellungen zu sichern. So lässt sich die Änderung leicht zurücknehmen, falls etwas schiefgeht.
Achten Sie außerdem darauf, dass der gewählte Wert zu den Anforderungen Ihres Unternehmens passt. Ist er zu hoch, können die Caches der Übermittlungsoptimierung einen erheblichen Teil des Speicherplatzes eines Geräts belegen. Ist er zu niedrig, kann das die Effizienz der P2P-Übertragungen in Ihrem Netzwerk einschränken.
Editor für lokale Gruppenrichtlinien öffnen
- Drücken Sie Win + R, um Ausführen zu öffnen.
- Geben Sie gpedit.msc ein und drücken Sie dann Strg + Umschalt + Eingabetaste.
Zur Richtlinie navigieren
Folgen Sie im Editor für lokale Gruppenrichtlinien diesem Pfad:
Computerkonfiguration > Administrative Vorlagen > Windows-Komponenten > Übermittlungsoptimierung.
Richtlinieneinstellung finden und ändern
- Suchen Sie unter Übermittlungsoptimierung den Eintrag Maximales Cachealter (in Sekunden) und doppelklicken Sie darauf.
- Klicken Sie auf den Punkt neben Aktiviert und legen Sie anschließend das gewünschte maximale Cache-Alter fest.
HINWEIS: Diese Einstellung verwendet Sekunden als Zeiteinheit.
- Standardmäßig ist dieser Wert auf 259200 (3 Tage) gesetzt.
- Die folgende Tabelle zeigt Zeitwerte in Sekunden:

- Wenn Sie den gewünschten Wert eingetragen haben, klicken Sie auf Übernehmen und anschließend auf OK.
Editor für lokale Gruppenrichtlinien schließen
- Schließen Sie das Fenster, um den Editor für lokale Gruppenrichtlinien zu beenden.
- Optional können Sie die Gruppenrichtlinieneinstellungen aktualisieren, indem Sie gpupdate /force in einer Eingabeaufforderung mit erhöhten Rechten eingeben.
Methode 2: Cache der Übermittlungsoptimierung über den Registrierungs-Editor ändern
⚠️ Bedenken Sie, dass sich selbst kleine Fehler in der Registrierung systemweit auswirken können, was zu Instabilität und einer trägen Performance führen kann. Sichern Sie deshalb Ihre Registrierung, bevor Sie den Registrierungseintrag für das maximale Cache-Alter der Übermittlungsoptimierung bearbeiten.
Registrierungs-Editor öffnen
- Öffnen Sie das Dialogfeld Ausführen mit der Tastenkombination Win + R.
- Geben Sie dort regedit ein und drücken Sie Strg + Umschalt + Eingabetaste.
Den Schlüssel DeliveryOptimization finden
- Navigieren Sie zu folgendem Pfad:
- HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\DeliveryOptimization
- Falls DeliveryOptimization nicht vorhanden ist, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Schlüssel Windows, wählen Sie Neu, klicken Sie auf Schlüssel, benennen Sie ihn DeliveryOptimization und drücken Sie dann die Eingabetaste.
DWORD für das maximale Cache-Alter finden und bearbeiten
- Doppelklicken Sie unter DeliveryOptimization auf den DWORD-Wert DOMaxCacheAge.
- Ist keiner vorhanden, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf DeliveryOptimization, wählen Sie Neu, klicken Sie auf DWORD-Wert (32-Bit), benennen Sie ihn DOMaxCacheAge und drücken Sie anschließend die Eingabetaste.
- Wählen Sie im Pop-up-Fenster Dezimal als Basis des DWORD-Werts.
- Tragen Sie unter Wert das gewünschte maximale Cache-Alter in Sekunden ein.
- Um den Standardwert für das maximale Cache-Alter (3 Tage) zu verwenden, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf DOMaxCacheAge und wählen Sie Löschen.
- Klicken Sie abschließend auf OK, um die Änderungen zu übernehmen.
Registrierungsänderungen anwenden
- Schließen Sie den Registrierungs-Editor über das X oben rechts im Fenster.
- Starten Sie Ihr System neu, damit die Änderungen wirksam werden.
Empfehlungen und Hinweise, bevor Sie das maximale Cache-Alter konfigurieren
Bei der Konfiguration der Übermittlungsoptimierung ist es entscheidend, das maximale Cache-Alter richtig zu wählen, um die perfekte Balance zwischen Netzwerkeffizienz und Speicherplatznutzung zu finden, angepasst an Kapazität und Anforderungen der Umgebung. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Empfehlungen und Punkte, die Sie beachten sollten, bevor Sie das maximale Cache-Alter der Übermittlungsoptimierung anpassen.
Die Übermittlungsoptimierung muss aktiviert sein
Das maximale Cache-Alter greift nur, wenn die Übermittlungsoptimierung aktiviert ist und Inhalte wie Windows- und Microsoft-App-Updates herunterlädt und zwischenspeichert. Um zu prüfen, ob der Cache der Übermittlungsoptimierung aktiv ist, drücken Sie Win + I, um die Einstellungen zu öffnen, klicken Sie auf Update und Sicherheit, wählen Sie Übermittlungsoptimierung und stellen Sie den Schalter unter Downloads von anderen PCs zulassen auf Ein.
Niedrigere Werte sparen Speicherplatz
Ein niedrigeres maximales Cache-Alter führt dazu, dass die Cache-Dateien der Übermittlungsoptimierung häufiger gelöscht werden. Das verschafft Ihnen zwar mehr Speicherplatz, kann aber dazu führen, dass dasselbe Update mehrfach neu heruntergeladen wird, statt über eine zentrale P2P-Verteilung in der Umgebung bereitzustehen.
Höhere Werte für großflächige Umgebungen
Ein höheres maximales Cache-Alter ist von Vorteil, wenn dieselben Updates in einem großen Unternehmensnetzwerk verteilt werden. Ein größerer Cache-Wert bedeutet allerdings längere Intervalle bis zur Datenbereinigung und damit auf Dauer einen höheren Speicherbedarf.
Mit den Einstellungen zur maximalen Cache-Größe kombinieren
Sie können das maximale Cache-Alter sinnvoll ergänzen, indem Sie zusätzlich die Einstellungen für die maximale Cachegröße und die absolute maximale Cachegröße nutzen. Diese Einstellungen finden Sie im Knoten „Übermittlungsoptimierung“ und erlauben es Ihnen, eine feste Obergrenze dafür festzulegen, wie viel Speicherplatz die Caches der Übermittlungsoptimierung belegen dürfen.
Anwendungsfälle für Übermittlungsoptimierung und maximales Cache-Alter
Hier sind einige Szenarien, in denen sich die Konfiguration von Übermittlungsoptimierung und maximalem Cache-Alter auszahlt.
Gemeinsam genutzte Laborumgebungen
Stellen Sie sich ein Computerlabor mit mehr als 100 Windows-Rechnern vor, die ähnlich konfiguriert sind. Sobald ein Update ausgerollt werden soll, benötigen all diese Rechner dieselben Dateien. Wenn hundert Geräte um begrenzte Bandbreite konkurrieren, verlangsamt das den Update-Prozess erheblich.
Ist die Übermittlungsoptimierung aktiviert, lassen sich dieselben Updates wiederverwenden und auf alle Geräte im selben Netzwerk anwenden. Das senkt den Bandbreitenbedarf und beschleunigt die Updates über viele Geräte hinweg.
Ein höheres maximales Cache-Alter ist für dieses Szenario ideal, denn es hält Update-Dateien länger im Cache und erhöht so die Chance auf eine Wiederverwendung.
Außenstellen mit begrenzter Bandbreite
Manche Außenstellen und Zweigstellen (ROBOs) haben aufgrund ihrer geografischen Lage eine langsame Internetverbindung. Nehmen wir an, in einer Außenstelle stehen 10 Windows-Rechner und alle 10 Geräte benötigen ein 2 GB großes Update.
Statt gleichzeitig 20 GB an Update-Dateien herunterzuladen, kann ein Rechner das komplette Update beziehen und es über seinen Cache der Übermittlungsoptimierung im Netzwerk teilen. So bleiben alle Geräte in dieser Außenstelle aktuell, ohne zu viel Bandbreite zu verbrauchen.
Erfahren Sie, wie Sie die Bandbreite für das Herunterladen und Hochladen von Windows- und App-Updates begrenzen.
VDI-Umgebungen (Virtual Desktop Infrastructure)
Eine Umgebung mit Virtual Desktop Infrastructure (VDI) ermöglicht es Benutzer:innen, auf Desktop-Sitzungen zuzugreifen, die aus einem zentralen Golden Image bereitgestellt werden. Ohne Übermittlungsoptimierung lädt möglicherweise jede mit dem Server verbundene VM (Virtual Machine) dieselben Updates einzeln herunter. Die Folge sind enormer Datenverkehr beim Start und eine hohe Belastung der Netzwerkressourcen.
Mit der Übermittlungsoptimierung und optional einem persistenten Cache senken Sie den Bandbreitenverbrauch deutlich und verbessern die Startzeiten über den gesamten Gerätebestand einer VDI hinweg.
Übermittlungsoptimierung durch Anpassen des maximalen Cache-Alters verbessern
Je nach Anwendungsfall in einem Unternehmens- oder gemeinsam genutzten Netzwerk bietet ein angepasstes maximales Cache-Alter mehr Kontrolle über die Performance der Update-Bereitstellung und die Speichernutzung. Diese Einstellung können Sie über den Gruppenrichtlinien-Editor anpassen, wenn Sie Windows 10 Pro, Enterprise oder Education einsetzen. Nutzen Sie Windows 10 Home oder bevorzugen Sie einen anderen Weg, können Sie die Änderung auch im Registrierungs-Editor vornehmen, der in allen Editionen verfügbar ist.
Setzen Sie das Cache-Alter in Ihrer Umgebung auf einen hohen Wert, damit Update-Dateien länger erhalten bleiben und andere Geräte dieselben Updates nutzen können. Das reduziert den Bandbreitenverbrauch. Denken Sie daran: Ein höheres maximales Cache-Alter bedeutet auch längere Intervalle zwischen den Cache-Löschungen, was auf Dauer einen großen Teil des Speicherplatzes beanspruchen kann. Konfigurieren Sie die Einstellungen deshalb so, dass Speicherplatz und Bandbreitenmanagement in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.