Die wichtigsten Punkte
- Guided Access für Android (App-Pinning) ist eine integrierte Funktion, die ein Gerät auf eine einzige App sperrt. Ohne PIN oder Passwort können Benutzer:innen weder die App wechseln noch andere Gerätefunktionen nutzen.
- Typische Einsatzzwecke sind Kindersicherung, der Bildungsbereich (Einschränkung von Schülergeräten) und Kiosksysteme in Unternehmen. Die Beschränkung auf eine einzige App fördert die Konzentration und verhindert Missbrauch.
- Für einfache Kontrolle ist App-Pinning unter Android nützlich, sicherheitstechnisch hat es jedoch Grenzen: Benutzer:innen können weiterhin auf Daten innerhalb der App zugreifen oder unter Umständen andere Apps starten.
- Für die Gerätesicherheit auf Unternehmensniveau eignet sich Guided Access nicht, da es manuelle Eingriffe erfordert und keine zentrale Verwaltung sowie keine Compliance-Kontrollen bietet.
- Mobile-Device-Management-Lösungen (MDM) bieten Unternehmen mehr Sicherheit, Fernsteuerung und eine skalierbare Verwaltung von Android-Geräten und sind damit die bessere Alternative zum App-Pinning.
Guided Access für Android bezeichnet die Funktion, die den Zugriff auf eine einzige App beschränkt. Der Begriff „Guided Access“ stammt ursprünglich von Apples iOS und hat sich als allgemeine Bezeichnung dafür etabliert, Geräte auf eine bestimmte App zu sperren. Die Funktion, die diese Möglichkeit unter Android bietet, heißt eigentlich „App-Pinning“.
Das Sperren von Smartphone oder Tablet auf eine App ist praktisch, wenn Sie einer Freundin oder einem Freund etwas zeigen möchten, ohne dass die Person Zugriff auf den Rest Ihres Geräts erhält. Ebenso hilfreich ist es, wenn Kinder das Gerät nutzen sollen und Sie steuern möchten, welche Inhalte sie zu sehen bekommen, oder für Produktdemos im geschäftlichen Umfeld.
Dieser Leitfaden erklärt, wie App-Pinning unter Android funktioniert und Benutzer:innen einen eingeschränkten Zugriff ermöglicht, wie Sie es aktivieren und welche weiteren Android-Funktionen Ihnen helfen, den Zugriff auf Ihr Gerät zu steuern und die Sicherheit zu erhöhen.
Eine Video-Anleitung finden Sie hier: Was ist Guided Access für Android? (Video)
Guided Access unter Android im Überblick
Guided Access unter Android, korrekt als App-Pinning bezeichnet, verhindert, dass Benutzer:innen die angeheftete App verlassen, solange keine PIN oder kein Passwort eingegeben wird. Diese Funktion gibt es seit Android 5.
Es gibt einige typische Szenarien, in denen App-Pinning für einen eingeschränkten Zugriff genutzt wird:
- Zugriff von Kindern auf Inhalte beaufsichtigen: Wird der Bildschirm auf eine einzige App festgelegt, können Eltern ihr Gerät an ihre Kinder weitergeben, damit diese fernsehen oder ein Spiel spielen, ohne befürchten zu müssen, dass sie zu einer anderen, nicht freigegebenen App wechseln (etwa zu einem Online-Shop, in dem sie versehentlich etwas kaufen könnten).
- Zugriff von Schüler:innen steuern: Ähnlich können Lehrkräfte App-Pinning einsetzen, damit Schüler:innen nicht von Apps abgelenkt werden, die im aktuellen Unterricht keine Rolle spielen.
- Produktdemos und Kiosksysteme: Unternehmen setzen häufig Tablets und Smart Devices ein, um Produkte zu präsentieren oder interaktive Kiosksysteme mit eigenen Apps zu betreiben. App-Pinning verhindert, dass Gäste öffentlich zugängliche Geräte zweckentfremden.
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So aktivieren Sie App-Pinning unter Android
App-Pinning muss aktiviert werden, bevor Sie es nutzen können. Mit den folgenden Schritten aktivieren Sie App-Pinning für Guided Access unter Android 11 und höher:
- Öffnen Sie auf Ihrem Gerät die App Einstellungen.
- Wechseln Sie zu Sicherheit (oder Sicherheit und Datenschutz) und anschließend zu Erweitert (je nach Gerät auch Weitere Sicherheits- und Datenschutzeinstellungen).
- Tippen Sie auf App-Pinning.
- Aktivieren Sie App-Pinning und legen Sie die PIN oder das Passwort fest, mit dem Sie das Gerät aus einer angehefteten App heraus wieder entsperren.
Um App-Pinning zu deaktivieren, schalten Sie es in den App-Pinning-Einstellungen einfach wieder aus. Beachten Sie, dass die Bezeichnungen der Menüpunkte je nach Hersteller Ihres Android-Geräts leicht abweichen können.
So nutzen Sie Guided Access für Android mit App-Pinning
Gehen Sie folgendermaßen vor, um eine App anzuheften und sie zur einzigen nutzbaren App auf Ihrem Android-Gerät zu machen:
- Öffnen Sie die App, die Sie anheften möchten.
- Öffnen Sie die Übersicht, auch App-Switcher genannt (in der Regel durch Wischen nach oben oder Tippen auf das quadratische Symbol am unteren Bildschirmrand).
- Öffnen Sie das Menü der App und tippen Sie auf das Pin-Symbol.
Auch hier können sich die Details je nach Android-Version und Gerätehersteller etwas unterscheiden, die Funktion zum App-Pinning sollte aber gut erkennbar sein. Sobald Sie eine App anheften, wird Ihnen angezeigt, wie Sie sie auf Ihrem Gerät wieder lösen. Üblicherweise drücken Sie dazu gleichzeitig die Tasten Übersicht und Zurück und geben anschließend Ihre PIN oder Ihren Code ein.
Kindersicherungen unter Android
Eltern nutzen den eingeschränkten Zugriff unter Android per App-Pinning häufig, um festzulegen, was auf ihren Geräten verfügbar ist. Wenn Sie es zu diesem Zweck einsetzen, lohnt sich ein Blick auf die Kindersicherungen von Android: Damit können Sie den Zugriff auf Inhalte im Play Store einschränken und die Bildschirmzeit Ihrer Kinder steuern.
Tipps zum Einschränken des App-Zugriffs unter Android
Wenn Sie den App-Zugriff unter Android per App-Pinning einschränken, ist Ihr Gerät damit nicht vollständig geschützt. Alle privaten Daten, auf die die App zugreifen kann, bleiben weiterhin verfügbar, und die angeheftete App kann nach wie vor andere Apps starten. Im privaten Umfeld ist das unproblematisch, für die meisten Bildungs- und Geschäftsszenarien reicht es jedoch nicht aus (auch wenn es dort oft so eingesetzt wird). Für mehr Kontrolle und Gerätesicherheit sollten Sie MDM in Betracht ziehen. Werfen Sie einen Blick auf die NinjaOne MDM FAQ.
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Im Unternehmen bieten Guided Access und App-Pinning zu wenig Schutz
Die Verwaltung von Android-Geräten in Unternehmensumgebungen erfordert deutlich robustere Sicherheit, als Guided Access bzw. App-Pinning bieten kann. Bei Demo-Geräten reicht App-Pinning nicht aus, um Unternehmensgeräte und Netzwerke vor Missbrauch zu schützen, und die Daten auf dem Gerät selbst bleiben ungeschützt.
Auch für Unternehmen und Bildungseinrichtungen, die ihre Geräte überwachen müssen, genügt App-Pinning nicht: Es ist unflexibel, lässt sich umgehen und erfordert manuelle Eingriffe. Den Anforderungen an den Schutz sensibler Unternehmensdaten und vertraulicher Kundendaten wird es nicht gerecht. In solchen Szenarien sollten Sie Mobile Device Management (MDM) bereitstellen, damit Ihr IT-Team volle Transparenz über Ihre Mobilgeräte erhält, deren Sicherheit und Aktualität gewährleistet und festlegt, was Benutzer:innen damit tun dürfen.
