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Was ist ein Custom OS? Der umfassende Überblick

von Team Ninja
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Kurzüberblick

Dieser NinjaOne-Blogbeitrag bietet eine umfassende Liste grundlegender CMD-Befehle und einen tiefen Einblick in die Windows-Befehle mit über 70 wichtigen CMD-Befehlen für Anfänger:innen und Fortgeschrittene. Der Blogartikel erklärt praktische Befehle der Eingabeaufforderung für die Dateiverwaltung, die Navigation in Verzeichnissen, die Fehlersuche im Netzwerk, Festplattenoperationen und die Automatisierung mit echten Beispielen zur Steigerung der Produktivität. Egal, ob Sie grundlegende CMD-Befehle lernen oder fortgeschrittene Windows CLI-Tools beherrschen möchten, dieser Leitfaden hilft Ihnen, die Eingabeaufforderung effektiver zu verwenden.

🔑 Die wichtigsten Punkte: Custom-Betriebssysteme

  • Custom OS: Ein maßgeschneidertes oder verändertes Betriebssystem, das bestimmte Anforderungen an Leistung, Sicherheit oder Hardware erfüllt, anders als Allzwecksysteme wie Windows oder Linux.
  • Darum sind sie wichtig: Custom-Betriebssysteme bieten mehr Kontrolle, optimierte Leistung und erhöhte Sicherheit für Branchen wie Gesundheitswesen, Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Militär und IoT.
    Kerneigenschaften: Meist schlank, zweckgebunden und nur mit den Treibern, APIs und Werkzeugen ausgestattet, die die Zielumgebung wirklich braucht.
  • Neu bauen oder anpassen: Unternehmen können ein komplettes Betriebssystem von Grund auf entwickeln oder ein bestehendes Linux-/Unix-System anpassen, um Kosten und Komplexität zu senken.
  • Zukünftige Trends: Zu erwarten sind Wachstum bei KI-gestützter Betriebssystemoptimierung, Echtzeit-Systemintegration und Anwendungsfällen im Edge Computing.

Betriebssysteme haben sich im Lauf der Jahre stark weiterentwickelt: von monolithischen Systemen mit einem einzigen Zweck hin zu modulareren und flexibleren Architekturen. Dieser Wandel hat die Entwicklung von Custom-Betriebssystemen ermöglicht, die entweder komplett neu entworfen oder aus bestehenden Systemen abgeleitet werden. Frühe Betriebssysteme waren starr und für bestimmte Großrechner konzipiert.

Mit dem Aufkommen von (kommerziellem) Unix wurden mehr Anpassungsmöglichkeiten und Flexibilität geschaffen. Es folgten Open-Source-Projekte wie GNU/Linux und BSD sowie Darwin, der Kern von Apples macOS. Custom-Betriebssysteme (Custom OS) sind spezialisierte Softwaresysteme, die bestimmte Anforderungen erfüllen sollen, an denen Standard-Betriebssysteme wie Windows, macOS oder Linux scheitern können. Anders als Allzweck-Betriebssysteme, die ein breites Publikum ansprechen wollen, sind Custom-Betriebssysteme gezielt auf einen bestimmten Einsatzzweck abgestimmt.

Dieser Leitfaden vermittelt ein umfassendes Verständnis von Custom-Betriebssystemen (Custom OS): ihren Zweck, ihre Vor- und Nachteile, typische Anwendungsfälle und den Entwicklungsprozess. Sie erfahren, was ein Custom OS ausmacht, wie es in verschiedenen Branchen eingesetzt wird und was bei Entwicklung und Bereitstellung zu beachten ist.

Was ist ein Custom OS?

Ein Custom-Betriebssystem ist ein Betriebssystem, das für einen bestimmten Zweck entworfen oder deutlich verändert wurde. Während Standard-Betriebssysteme eine große Bandbreite an Benutzer:innen und Anwendungen bedienen, entstehen Custom-Betriebssysteme für konkrete Anforderungen. Diese reichen von der Leistungsoptimierung für eine bestimmte Hardware-Konfiguration bis zur erhöhten Sicherheit in sensiblen Umgebungen.

Custom-Betriebssysteme bringen häufig einige oder alle der folgenden Eigenschaften mit. Da Anpassung naturgemäß sehr individuell ist, kann dieser Abschnitt nur eine grobe Orientierung geben. Grundsätzlich zählen zu den „Verkaufsargumenten“ solcher Betriebssysteme Funktionen wie:

  • Kleinerer Footprint: „Leichtere“ Betriebssysteme belegen weniger Speicherplatz, Arbeitsspeicher und Rechenleistung.
  • Zusätzliche/mitgelieferte/kommerzielle Software: Vorinstallierte Software für unterschiedliche Zwecke.
  • Zweckgebunden: Für bestimmte Aufgaben oder Branchen konzipiert.
  • Optimierte Leistung: Auf maximale Effizienz in einem bestimmten Kontext zugeschnitten.
  • Erhöhte Sicherheit: Anpassbare Sicherheitsfunktionen zum Schutz vor konkreten Bedrohungen.

Der Vergleich von Custom-Betriebssystemen mit Standardsystemen wie Windows, macOS und Linux zeigt mehrere Unterschiede. Standard-Betriebssysteme sind für den Massenmarkt gedacht und bieten einen Funktionsumfang, der für sehr viele Benutzer:innen passt. Custom-Betriebssysteme sind dagegen meist deutlich spezialisierter. Standardsysteme setzen auf breite Kompatibilität und einfache Bedienung, Custom-Betriebssysteme konzentrieren sich auf die konkreten Anforderungen ihrer Zielumgebung und opfern dafür oft (wenn auch nicht immer) allgemeine Bedienbarkeit zugunsten von Optimierung und Kontrolle.

Beispiele für Custom-Betriebssysteme:

  • Android-basierte Systeme: Angepasste Android-Versionen in bestimmten Geräten, etwa Amazons Fire OS oder Huaweis Android-Geräte ohne Google-Dienste. Streng genommen bringen selbst die Android-ROMs von Mobilgeräteherstellern wie Samsung (Installationen für Smartphones und Tablets) jede Menge nicht deinstallierbare Bloatware mit, die die Hersteller ergänzt haben. Erschwerend kommt hinzu, dass auch Mobilfunkanbieter häufig darauf bestehen, Android-ROMs für bestimmte Benutzergruppen oder Regionen zu verändern. Das treibt die Fragmentierung des Android-Ökosystems weiter voran.
  • Unix- und Linux-Distributionen: Angepasste Linux-Versionen, wie sie auf Servern oder in Embedded-Systemen laufen, lassen sich selbst leicht verändern. Viele Distros (Linux-Distributionen, auch „Flavors“ genannt) liefern Software mit, mit der Benutzer:innen ihre bereits installierte Distro anpassen und anschließend als „persönliche Distro“ in ein ISO-Installationsabbild zurückverwandeln können.
  • Windows-Varianten: Von Benutzer:innen erstellte Ableger wie Tiny11 wollen die Kernfunktionen von Windows 11 mit kleinerem Speicherbedarf und geringeren Hardware-Anforderungen bereitstellen.
  • Unternehmensspezifische Betriebssysteme: Proprietäre Systeme für den internen Einsatz in einem Unternehmen, abgestimmt auf dessen eigene Infrastruktur und Sicherheitsanforderungen. So laufen etwa die meisten großen Multifunktionsgeräte (Kopierer/Drucker/Scanner) von Herstellern wie Xerox oder Canon auf irgendeiner BSD-Variante.

Darum entstehen Custom-Betriebssysteme

Es gibt mehrere Gründe, warum sich ein Unternehmen für die Entwicklung eines Custom OS entscheidet. Standard-Betriebssysteme können bestimmte Anforderungen nicht erfüllen, insbesondere in spezialisierten Branchen oder bei außergewöhnlichen Hardware-Konfigurationen. Ein Custom OS kann zum Beispiel nötig sein, um spezielle Hardware zu unterstützen, branchenspezifische Funktionen einzubauen oder besondere Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen, die über das hinausgehen, was Standardsysteme bieten.

💡HINWEIS: Custom-Betriebssysteme unterscheiden sich stark in ihrer Komplexität, von der schlanken Neuverpackung bestehender Systeme (z. B. Tiny11) über eigene Builds auf Kernel-Ebene bis hin zu komplett neu entwickelten Betriebssystemen.

Mögliche Vorteile eines Custom OS

  • Leistungsoptimierung: Custom-Betriebssysteme lassen sich auf die wirklich benötigten Komponenten reduzieren. Das Ergebnis sind schnellere Startzeiten, geringerer Ressourcenverbrauch und eine insgesamt höhere Effizienz.
  • Erhöhte Sicherheit: Wer die gesamte Betriebssystemumgebung kontrolliert, kann Sicherheitsmaßnahmen genau auf die zu erwartenden Bedrohungen zuschneiden und so Schwachstellen reduzieren.
  • Maßgeschneiderte Benutzererfahrung: Mit einem Custom OS können Unternehmen Benutzeroberflächen und Funktionen entwerfen, die exakt zu ihren betrieblichen Abläufen passen.

Branchen, die am meisten von Custom-Betriebssystemen profitieren

  • Gesundheitswesen: Strenge Vorgaben und die geforderte Zuverlässigkeit von Medizingeräten verlangen nach spezialisierten Systemen. Custom-Betriebssysteme sind hier oft so ausgelegt, dass sie strikte regulatorische Standards einhalten und zugleich Daten in Echtzeit verarbeiten, etwa für die kritische Patientenüberwachung.
  • Automobilbranche: Custom-Betriebssysteme steuern Infotainment- und Steuerungssysteme im Fahrzeug. Sie sorgen für Reaktionsfähigkeit in Echtzeit und die Integration mit der Fahrzeug-Hardware, einschließlich der Nvidia-KI-Chips in Tesla-Elektroautos. Für autonome Fahrtechnologien werden diese Systeme immer wichtiger, denn dort zählen Entscheidungen im Bruchteil einer Sekunde und die Einbindung zahlreicher Sensoren.
  • Luft- und Raumfahrt: In der Luftfahrt sind hochzuverlässige Systeme entscheidend. Custom-Betriebssysteme müssen hier Echtzeitverarbeitung und ausfallsichere Abläufe gewährleisten. Zusätzlich steuern sie komplexe Navigationssysteme und Kommunikationsprotokolle mit absoluter Präzision.
  • Internet der Dinge (IoT): Viele IoT-Geräte verfügen nur über begrenzte Ressourcen und erfüllen klar umrissene Funktionen. Ein schlankes Custom OS ist deshalb unverzichtbar für optimale Leistung.
  • Mobile Gaming: Die Mobile-Gaming-Branche profitiert von Custom-Betriebssystemen, die die Leistung für bestimmte Hardware-Konfigurationen optimieren und so das Spielerlebnis auf Geräten mit begrenzter Rechenleistung verbessern. Bemerkenswert ist die Zusammenarbeit von Valve mit AMD, die die effiziente Hardware des Steam Deck möglich gemacht hat. Auf dem Gerät läuft SteamOS, eine von Valve entwickelte Custom-Linux-Distribution (inzwischen auf Basis von Arch Linux), die spielorientierten Linux-Betriebssystemen für Handheld-PCs zum Durchbruch verholfen hat.
  • Militär: Der Militärsektor setzt bei geschäftskritischen Systemen auf Custom-Betriebssysteme (überwiegend gehärtete Linux-Varianten), die erhöhte Sicherheit, Zuverlässigkeit und Echtzeitverarbeitung bieten müssen. Diese Systeme arbeiten oft unter rauen Bedingungen und müssen Cyberbedrohungen standhalten. Damit sind Custom-Betriebssysteme ein zentraler Baustein der Militärtechnik.
  • Medienproduktion: Custom-Betriebssysteme treiben leistungsstarke Renderfarmen und Schnittplätze an, mit denen komplexe visuelle Effekte entstehen und umfangreiche Workflows gesteuert werden. Die Academy Software Foundation (ASWF) fördert den Einsatz von Open-Source-Software in der Filmbranche und erleichtert damit solche maßgeschneiderten Lösungen. Hinzu kommen Echtzeit-Betriebssysteme in der Musikaufnahme und der Live-Audioproduktion, die niedrige Latenz und präzises Timing sicherstellen.

Komponenten eines Custom OS

Die Kernkomponenten eines Custom OS entsprechen weitgehend denen von Standard-Betriebssystemen, sind aber häufig spezialisierter oder stärker auf konkrete Anforderungen zugeschnitten.

  • Kernel: Der Kernel ist das Herzstück des Betriebssystems und verwaltet Hardware-Ressourcen sowie Systemaufrufe. In einem Custom OS lässt er sich für bestimmte Aufgaben optimieren, etwa für Echtzeitverarbeitung oder stromsparenden Betrieb. Der hochgradig anpassbare Linux-Kernel enthält Hardware-Treiber und unterstützt grundlegende Netzwerkfunktionen. Firewall-Funktionalität wird über Werkzeuge im User Space wie iptables oder nftables bereitgestellt.
  • Benutzeroberfläche (UI): Die Benutzeroberfläche lässt sich so anpassen, dass sie für eine bestimmte Benutzergruppe oder Anwendung besonders gut bedienbar ist. Ein Custom OS für ein Embedded-System bringt beispielsweise oft eine minimalistische Oberfläche mit, die sich auf die wesentlichen Funktionen beschränkt. Viele serverorientierte Betriebssysteme verzichten ganz auf eine grafische Oberfläche und laufen im „Headless-Modus“, also nur mit Kommandozeile und eventuell webbasierten Oberflächen.
  • Programmierschnittstellen (APIs): Über APIs können Entwickler:innen Software erstellen, die mit dem Betriebssystem interagiert. Eigene APIs werden so entworfen, dass sie die besonderen Funktionen und Fähigkeiten des Custom OS unterstützen und Anwendungen das volle Potenzial des Systems ausschöpfen können. Ein eigenes Custom OS erlaubt es außerdem, APIs von Drittanbietern für die mitgelieferten Softwarepakete einzubinden (siehe unten).
  • Gerätetreiber: Custom-Betriebssysteme enthalten häufig Gerätetreiber, die eigens für die Hardware-Konfigurationen entwickelt oder angepasst wurden, auf denen sie laufen sollen. Das sorgt für Kompatibilität und optimale Leistung. Manche Closed-Source-Treiber sind bekanntermaßen nur schwer unter Linux oder BSD zum Laufen zu bringen.
  • Systemwerkzeuge: Dabei handelt es sich um Tools und Programme für wichtige Wartungs- und Verwaltungsaufgaben. In einem Custom OS können Systemwerkzeuge auf Aufgaben wie die Überwachung des Systemzustands, die Verwaltung von Updates oder die Leistungsoptimierung spezialisiert sein. Eine auf Endanwender:innen ausgerichtete Linux-Distro bringt zum Beispiel kaum die komplette Sammlung an Netzwerkdiagnose-Tools mit, die sicherheitsorientierte Distros wie Kali Linux oder TAILS von Haus aus liefern.
  • Mitgelieferte Software: Kommerzielle Software lässt sich unter Linux mitunter nur schwer betreiben, gerade für Benutzer:innen ohne IT-Fachkenntnisse. Ein eigenes Custom OS ist eine Möglichkeit, Ihren Benutzer:innen das bestmögliche Out-of-the-Box-Erlebnis zu bieten.

So entsteht ein Custom OS

Die Entwicklung eines Custom OS folgt einem strukturierten Ablauf, der mit sorgfältiger Planung und Anforderungsanalyse beginnt.

  • Erste Planung und Anforderungsanalyse: In dieser Phase werden die konkreten Anforderungen des Projekts festgelegt, etwa Leistungsziele, Sicherheitsvorgaben und die Kompatibilität mit bestehenden Systemen. Die Analyse hilft dabei, Funktionen zu priorisieren und den gesamten Entwicklungsprozess zu steuern.
  • Design und Architektur: Sobald die Anforderungen klar sind, folgt der Entwurf der Systemarchitektur. Dazu gehören Entscheidungen über den Kernel-Typ, die Modularität und das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten. Die Designphase ist entscheidend dafür, dass das System skalierbar und wartbar bleibt und die Leistungsanforderungen erfüllt.
  • Programmierung und Entwicklungswerkzeuge: Die eigentliche Entwicklung umfasst das Programmieren von Kernel, Treibern und weiteren Komponenten. Zum Erstellen und Testen des Systems kommen Werkzeuge wie Cross-Compiler, Debugger und Emulatoren zum Einsatz. Üblicherweise wird in dieser Phase mit Sprachen wie C, C++, Rust und Assembler gearbeitet.
  • Testen und Debugging: Tests sind ein zentraler Teil des Entwicklungsprozesses. Dazu zählen Funktionstests, die zeigen, ob das System wie erwartet arbeitet, sowie Sicherheitstests, um Schwachstellen zu finden und zu beheben. Debugging-Werkzeuge kommen dabei intensiv zum Einsatz, um auftretende Probleme zu lösen.
  • Bereitstellung und Wartung: Nach ausführlichen Tests wird das Betriebssystem in der Zielumgebung bereitgestellt. Laufende Wartung ist nötig, damit das System sicher und aktuell bleibt. Dazu gehören Patches, Updates und die Reaktion auf neue Sicherheitsbedrohungen.

Vor- und Nachteile

Custom-Betriebssysteme bringen deutliche Vorteile, aber auch erhebliche Herausforderungen mit sich. Wer etwa ein eigenes, sicherheitsorientiertes Betriebssystem entwickeln will, muss Kosten und Nutzen genau gegeneinander abwägen. Dem steht der klare Vorteil gegenüber, bei einer verbreiteten Distro mit speziellen Repositorys für sicherheitsgehärtete Pakete viel mehr Augen von Benutzer:innen und Entwickler:innen auf Fehler blicken zu lassen.

Vorteile

  • Maßgeschneiderte Leistung: Custom-Betriebssysteme lassen sich für bestimmte Aufgaben optimieren und erreichen so eine höhere Leistung als Allzwecksysteme.
  • Erhöhte Sicherheit: Durch die Anpassung des Betriebssystems lässt sich die Angriffsfläche verkleinern und es lassen sich Sicherheitsfunktionen gegen ganz konkrete Bedrohungen einbauen.
  • Kontrolle über Updates: Unternehmen bestimmen selbst, wann und wie Updates eingespielt werden, und vermeiden so Störungen, wie sie automatische Updates in Standard-Betriebssystemen verursachen können.

Nachteile

  • Hohe Entwicklungskosten: Der Aufbau eines Custom OS ist ressourcenintensiv und erfordert viel Zeit und Fachwissen.
  • Komplexität: Entwicklung und Pflege eines Custom OS sind anspruchsvoll, gerade für kleinere Teams.
  • Aufwand bei der Wartung: Standard-Betriebssysteme erhalten regelmäßig Updates und Patches aus einer großen Entwickler-Community. Ein Custom OS dagegen braucht fortlaufende Wartung und Support, damit es sicher und funktionsfähig bleibt.

Herausforderungen und Überlegungen

Bei der Entwicklung eines Custom OS gilt es, mehrere Herausforderungen sorgfältig abzuwägen.

  • Entwicklungsaufwand: Ein Custom OS zu erstellen, verschlingt erhebliche Ressourcen: Zeit, Geld und technisches Know-how. Der Entwicklungsprozess kann langwierig und komplex sein, mit einer steilen Lernkurve für alle, die mit Betriebssystemarchitektur nicht vertraut sind.
  • Rechtliche und lizenzrechtliche Aspekte: Beim Aufbau eines Custom OS muss das rechtliche Umfeld sorgfältig berücksichtigt werden. Dazu gehört, gegebenenfalls Open-Source-Lizenzen einzuhalten und geistige Eigentumsrechte zu schützen. In manchen Branchen kommt die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben hinzu.
  • Langfristiger Support und Updates: Ein Custom OS über Jahre hinweg zu pflegen, ist anspruchsvoll. Dazu zählen laufende Sicherheitsupdates, das Schließen von Schwachstellen und die Sicherstellung, dass das System mit der technischen Entwicklung Schritt hält. Unternehmen brauchen einen Plan für den langfristigen Support, sei es mit eigenen Ressourcen oder über externe Partnerschaften.

Eigene Software-Repositorys als Alternative

Ein komplettes Custom OS ist vielleicht gar nicht das, was Sie brauchen. Software lässt sich auch anders kontrolliert ausliefern, etwa über ein oder mehrere eigene Linux-Software-Repositorys für verschiedene verbreitete Linux-Betriebssysteme, zum Beispiel in den Formaten DEB und RPM. So steuern Sie Software-Abhängigkeiten und Bibliotheksversionen auf jeder geeigneten Zieldistribution von Drittanbietern.

Die Zukunft von Custom-Betriebssystemen

Zu den prägenden Trends für Custom-Betriebssysteme zählt die KI-Integration: Betriebssysteme werden künstliche Intelligenz zunehmend für Automatisierung und Optimierung nutzen. Auch Echtzeit-Betriebssysteme verbreiten sich stärker, vor allem in Branchen wie der Automobil- sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie, in denen pünktliche Verarbeitung entscheidend ist.

Echtzeit-Betriebssysteme (RTOS) wie FreeRTOS und VxWorks kommen immer häufiger in sicherheitskritischen Bereichen zum Einsatz. Sie unterscheiden sich von allgemeinen Custom-Betriebssystemen dadurch, dass sie Verhaltensvorgaben für zeitkritische Aufgaben zulassen.

Hinzu kommt, dass der Aufstieg des Edge Computing die Nachfrage nach schlanken, verteilten Betriebssystemen für klar umrissene Aufgaben antreibt. Mit dem technischen Fortschritt dürften Custom-Betriebssysteme in Branchen, die spezialisierte Rechenumgebungen benötigen, noch weiter an Bedeutung gewinnen. Zu erwarten sind fortschrittlichere Funktionen in Custom-Betriebssystemen, etwa KI-gestützte Optimierung und Echtzeitverarbeitung. Damit werden sie zu unverzichtbaren Werkzeugen für Branchen wie das Gesundheitswesen, die Automobilindustrie und das Finanzwesen.

Sehen Sie sich Was ist ein Custom OS? an und erfahren Sie, warum Unternehmen eigene Betriebssysteme entwickeln.

Heutige Anforderungen mit den Innovationen von morgen verbinden

Zusammengefasst bieten Custom-Betriebssysteme besondere Vorteile bei Leistung, Sicherheit und Anpassbarkeit. Ihre Entwicklung ist allerdings komplex und ressourcenintensiv und verlangt sorgfältige Planung, saubere Umsetzung und langfristigen Support. Trotz dieser Hürden ist das Potenzial von Custom-Betriebssystemen beachtlich, gerade weil Branchen immer spezialisiertere und sicherere Rechenumgebungen verlangen.

Für Unternehmen mit speziellen Anforderungen, die Standard-Betriebssysteme nicht erfüllen können, ist die Entwicklung eines Custom OS ein Weg zu mehr Effizienz, Sicherheit und Kontrolle.

FAQs

Ein Custom-Betriebssystem (Custom OS) ist eine Softwareumgebung, die entwickelt oder angepasst wurde, um bestimmte Anforderungen an Hardware, Leistung oder Sicherheit zu erfüllen.

Unternehmen entwickeln Custom-Betriebssysteme, um die Leistung zu optimieren, die Sicherheit zu erhöhen, die Kompatibilität mit spezieller Hardware sicherzustellen oder branchenspezifische Vorgaben einzuhalten. Custom-Betriebssysteme bieten mehr Kontrolle über das Systemverhalten und über Updates.

Ein Custom OS punktet unter anderem mit schlanker Architektur, schnelleren Startzeiten, kleinerer Angriffsfläche, zweckgebundenen Benutzeroberflächen und einer besseren Integration mit proprietären Systemen oder Anwendungen.

Branchen wie Gesundheitswesen, Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, IoT und Gaming nutzen Custom-Betriebssysteme für Echtzeitverarbeitung, Compliance, Hardening und Kontrolle auf Hardware-Ebene.

Beispiele sind Fire OS (auf Android-Basis), SteamOS (eine auf Gaming ausgerichtete Linux-Distro), Tiny11 (eine abgespeckte Windows-11-Variante) sowie proprietäre Embedded-Systeme in Medizin- oder Industriegeräten.

Eine eigene Linux-Distro aufzusetzen, ist oft praktikabler und kostengünstiger, als ein Betriebssystem von Grund auf neu zu entwickeln. So entstehen kontrollierte Softwareumgebungen auf Basis vertrauter Kernel und Pakete, insbesondere über eigene DEB- oder RPM-Repositorys.

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