Die wichtigsten Punkte:
- Die Übernahme von VMware durch Broadcom verändert die Ausrichtung der Plattform: VMware konzentriert sich nun auf private und hybride Cloud-Infrastrukturen, wobei VMware Cloud Foundation zum zentralen Angebot für Virtualisierung im Unternehmen wird.
- Die VMware-Lizenzierung wurde auf ein reines Abo-Modell umgestellt: Die Abkehr von unbefristeten Lizenzen bringt für viele Unternehmen langfristig höhere Kosten mit sich und zwingt IT-Teams dazu, ihre Strategie rund um die VMware-Preisgestaltung zu überdenken.
- Tools für End-User-Computing und Sicherheit laufen aus: Produkte wie Workspace ONE und Carbon Black werden verkauft, was Unternehmen trifft, die für Endpunkt-Management und Sicherheit auf VMware setzen.
- Die Auswirkungen hängen vom Unternehmen und vom Anwendungsfall ab: Für infrastrukturlastige Unternehmen bleibt VMware möglicherweise eine gute Wahl, während andere feststellen, dass die neue Ausrichtung nicht zu ihren IT-Anforderungen passt.
- VMware-Benutzer:innen sollten jetzt mit der Prüfung von Alternativen beginnen: IT-Teams, die von Preisänderungen oder Produktverkäufen betroffen sind, sollten proaktiv Alternativen für Virtualisierung und Endpunkt-Management bewerten, um Risiken zu senken und den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Die digitale Welt verändert sich ständig, und nur wenige Situationen bringen IT-Fachleute wirklich aus der Ruhe. Die Übernahme von VMware durch Broadcom ist allerdings eine Ausnahme, denn sie betrifft Hunderttausende IT-Expert:innen und ihre Unternehmen. Aktuell verlassen sich über 500.000 Kund:innen weltweit auf die Services von VMware.
Die Broadcom-VMware-Übernahme, die am 22. November 2023 abgeschlossen wurde, kann sich auf jede:n einzelne:n dieser Benutzer:innen auswirken. Damit stellt sich die Frage, die alle beschäftigt: Welche Folgen hat die Broadcom-Übernahme für VMware-Benutzer:innen? Schauen wir uns die Antwort genauer an.
Die Bedeutung von Virtualisierungs- und Cloud-Computing-Software
Wir leben derzeit in einer faszinierenden Zeit voller technologischer Fortschritte wie Virtualisierung und Cloud-Computing. Virtualisierung ist eine besondere Technologie, mit der sich aus einem einzigen physischen System mehrere simulierte IT-Systeme erstellen lassen. Cloud-Computing wiederum bezeichnet die Bereitstellung von IT-Ressourcen und -Services über das Internet. In der heutigen digitalen Welt brauchen IT-Fachleute Tools und Lösungen, die ihre Projekte einfacher, schneller, reibungsloser und effizienter machen. Wer weniger physische Geräte benötigt und Systeme virtualisiert, senkt Kosten, steigert Effizienz und Produktivität und verbessert die Verfügbarkeit.
VMware vereint Cloud-Computing und Virtualisierung in einer einzigen Plattform und schafft so wertvolle Services für seine Benutzer:innen. Unter allen Virtualisierungsanbietern, die virtuelle Maschinen, Hypervisoren und ähnliche Services verkaufen, steht VMware mit einem Marktanteil von 44,79 % an der Spitze. VMware ist in der IT-Community aus vielen Gründen beliebt, etwa wegen der niedrigen Betriebskosten, der breiten Unterstützung für Betriebssysteme und Anwendungen sowie der Skalierbarkeit. Durch die jüngste Übernahme befürchten VMware-Benutzer:innen allerdings, dass bevorstehende Änderungen von Broadcom sie zum Wechsel auf alternative Tools zwingen könnten.
So könnte sich die Broadcom-VMware-Übernahme auf VMware-Benutzer:innen auswirken
Unternehmensübernahmen sind komplex, und die Broadcom-VMware-Übernahme kann sich auf ganz unterschiedliche Weise auf VMware-Benutzer:innen auswirken. Sehen wir uns die einzelnen Aspekte im Detail an.
Broadcoms Pläne für VMware
Am 22. November 2023 verkündete Broadcom-Präsident Hock Tan den Abschluss der Übernahme von VMware durch Broadcom im Wert von 61 Milliarden US-Dollar mit den Worten: „Heute freue ich mich sehr, die erfolgreiche Übernahme von VMware durch Broadcom bekannt zu geben, und damit den Beginn einer neuen, spannenden Ära für uns alle im Unternehmen. VMware schließt sich unserem Team an, das Engineering und Innovation in den Mittelpunkt stellt. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum weltweit führenden Unternehmen für Infrastrukturtechnologie.“
Er erläutert außerdem, was Broadcom in naher Zukunft mit VMware vorhat: Im Mittelpunkt steht ein Software-Stack namens VMware Cloud Foundation. Dieser Stack bietet zahlreiche Funktionen, die allesamt private und hybride Cloud-Infrastrukturen unterstützen. Zu den Funktionen, die VMware-Benutzer:innen erwarten, gehören Advanced-Security-Tools für mehr Sicherheit und Transparenz, VMware Tanzu für bessere App-Entwicklungsumgebungen und VMware Software Defined Edge für Unternehmens-Edges.
Die Auswirkungen von Broadcom auf VMware
Viele in der IT-Community fragen sich, wie sich Broadcom auf VMware auswirken wird. Am besten beginnt man mit einem kurzen Blick auf Broadcoms Geschichte, die sich bei jedem neu übernommenen Unternehmen zu wiederholen scheint.
Broadcom ist ein Engineering- und Technologiegigant, den es seit über 60 Jahren gibt und der typischerweise Unternehmen übernimmt, die sich auf Innovation und Zukunftstechnologien konzentrieren. Broadcom kauft Unternehmen mit führenden Produkten oder Services und hebt diese dann auf die nächste Stufe, indem es das bestehende Produkt bzw. den Service deutlich verbessert oder neue, einzigartige Funktionen hinzufügt, mit denen sie sich von der Konkurrenz abheben. Bislang sieht es so aus, als folge Broadcom bei VMware demselben Muster: Übernahme des Unternehmens und Ergänzung eines Software-Stacks, der VMware an der Spitze des Virtualisierungsmarkts halten soll.
Diese Änderungen an VMwares Services sollten Benutzer:innen kennen
Einige wesentliche Änderungen an den Services von VMware betreffen die Benutzer:innen direkt. Eine davon ist der Wechsel von der unbefristeten Lizenz zur Preisgestaltung im Abo-Modell. Das entspricht zwar eher den aktuellen Markttrends, könnte die Kosten für Benutzer:innen langfristig aber erhöhen. Hinzu kommt: Obwohl CEO Hock Tan erklärt hatte, dass die Preise durch die Fusion nicht steigen würden, wurden kurz nach Abschluss der Fusion Preiserhöhungen umgesetzt. Wie im Reddit-Forum der IT-Community diskutiert wurde, haben einige IT-Fachleute diese Entwicklung kommen sehen und ihre Services noch vor Abschluss der Übernahme bezahlt, um den Preiserhöhungen zu entgehen.
Eine weitere große Änderung ist Broadcoms Entscheidung, VMwares Sicherheitssoftware Carbon Black und das End-User-Computing-Portfolio abzustoßen, zu dem Desktop-Virtualisierung, Mobile Device Management (MDM) und Anwendungsbereitstellung gehören. Diese Bereiche wurden als nicht notwendige Assets eingestuft, die Broadcoms Fokus auf private und hybride Cloud-Umgebungen nicht unterstützen, und werden deshalb von VMware getrennt.
Sind Broadcoms Änderungen an VMware ein Vorteil oder ein Nachteil für Benutzer:innen?
Insgesamt können Benutzer:innen durch die Broadcom-VMware-Übernahme einige erhebliche Änderungen erwarten. Ob diese Änderungen zum Guten oder zum Schlechten ausfallen, lässt sich jedoch noch nicht abschließend beurteilen. Manche Neuerungen, etwa die Einführung der VMware Cloud Foundation, können für Benutzer:innen sehr vorteilhaft sein, andere, wie der Wegfall des End-User-Computing-Portfolios oder die schnellen Preissteigerungen, wirken eher negativ. Jedes Unternehmen und jede:r IT-Experte bzw. IT-Expertin hat eigene Präferenzen, Aufgaben und Workflows. Ob die Änderungen bei VMware positiv oder negativ sind, lässt sich daher derzeit nur im Einzelfall und nicht pauschal entscheiden.
Welche Optionen haben Benutzer:innen, die von der Broadcom-VMware-Übernahme betroffen sind?
Für manche Benutzer:innen sind Broadcoms Änderungen an VMware vielleicht kein großes Problem, für andere dagegen ein Ausschlusskriterium. Wenn der Wechsel von der Lizenz zur Preisgestaltung im Abo-Modell, der Verkauf des End-User-Computing-Portfolios oder andere wesentliche Änderungen Ihr Unternehmen negativ treffen, ist es womöglich Zeit, sich nach Alternativen umzusehen.
Glücklicherweise gibt es auf dem Markt für Virtualisierung und Cloud-Computing viele Anbieter zur Auswahl. Wenn Sie beispielsweise eine Lösung zur Überwachung und Verwaltung von Endpunkten suchen, die VMware Workspace One ähnelt, ist NinjaOne eine ausgezeichnete Wahl. NinjaOne steigert Produktivität und IT-Effizienz mit Transparenz über eine einheitliche Benutzeroberfläche, intuitiven Funktionen, Automatisierungsoptionen und mehr. Weitere erwähnenswerte Lösungen mit Tools oder Funktionen, die VMware ähneln, sind Nutanix Cloud Manager (NCM), IBM Turmonomic und Citrix DaaS.
Tipps für den Wechsel der End-User-Computing-Plattform
Derzeit nutzen über 60.000 Kund:innen die End-User-Computing-Plattform von VMware. Wegen der jüngsten Broadcom-Übernahme und der daraus resultierenden großen Änderungen suchen viele IT-Teams nach Alternativen.
Der Wechsel der End-User-Computing-Plattform macht meist wenig Spaß. Er ist zeitaufwendig und mühsam. Mit etwas Planung und Vorbereitung können IT-Fachleute den Prozess jedoch für alle Beteiligten reibungsloser, schneller und einfacher gestalten. Nutzen Sie diese Tipps für einen reibungslosen und effizienten Umstieg auf Ihre neue Softwarelösung:
1) Stellen Sie sicher, dass die neue Lösung zu Ihrem IT-Team passt
Bevor Sie Pläne schmieden oder Ihre IT-Infrastruktur verändern, sollten Sie prüfen, ob Ihre neue End-User-Computing-Plattform alle benötigten Tools und Funktionen bietet. Wenn Sie zum Beispiel eine Lösung für die Überwachung und Verwaltung virtueller Maschinen suchen, brauchen Sie eine Plattform mit vollständiger Transparenz, automatisierten Benachrichtigungen und Alarmierungen, umfassenden Berichten und intuitiven Funktionen zur VM-Verwaltung, wie NinjaOne. Prüfen Sie vor der Implementierung immer doppelt, ob Ihre neue Plattform alles mitbringt, was Ihr IT-Team braucht.
2) Erstellen Sie einen Plan für den Wechsel
Ein Software-Wechsel wird für alle Beteiligten leichter, wenn Sie einen Schritt-für-Schritt-Plan aufstellen. Dieser Plan beschreibt den Ablauf von Anfang bis Ende, sodass alle auf demselben Stand sind. Sie können außerdem Zeitpläne aufnehmen, damit alle Aufgaben und Projekte rund um den Umstieg fristgerecht abgeschlossen werden.
3) Bieten Sie Schulungen und Tutorials an
Bei einer neuen End-User-Computing-Plattform gibt es fast immer eine Lernkurve. Deshalb sollten Sie allen, die das Tool nutzen werden, Schulungen oder Tutorials anbieten. Oft stellen neue Partner ausführliche Schulungen, Demos und Rundgänge bereit, damit Sie das Maximum aus Ihrer Softwarelösung herausholen. NinjaOne bietet zum Beispiel nicht nur zahlreiche kostenlose NinjaOne-RMM-Demos online an, sondern auch hilfreiche Rundgänge, Tutorials und ähnliche Ressourcen für Partner.
4) Kommunizieren Sie während des gesamten Umstiegs
Während des gesamten Umstiegs auf die neue Plattform ist eine regelmäßige Kommunikation mit allen Beteiligten entscheidend. Fehlende Kommunikation erzeugt alle möglichen Engpässe. Vermeiden Sie Probleme deshalb von Anfang an, indem Sie Änderungen und Erwartungen per Telefonat, E-Mail oder Nachricht kommunizieren.
5) Prüfen Sie, ob alle aktuellen Daten und Systeme in die neue Lösung übertragen wurden
Das Letzte, was IT-Teams brauchen, ist ein neues System, während die alten Daten und Informationen noch im alten System liegen. Für eine reibungslose Implementierung übertragen Sie Ihre Daten und integrieren Ihre bestehenden Systeme mit dem neuen. Kompatibilität ist dabei entscheidend, denn wenn Ihre Systeme nicht kompatibel sind, können Sie Ihre neuen Tools nicht effektiv nutzen.
Müssen Sie für Ihre hybriden oder remote arbeitenden IT-Teams von VMwares Workspace ONE auf eine neue Lösung umsteigen? Dann ziehen Sie NinjaOne in Betracht, eine intuitive RMM-Plattform, die bei G2 auf Platz 1 in den Kategorien Endpunkt-Management, RMM und Patch-Management steht. Die Endpoint-Management-Lösung von NinjaOne unterstützt IT-Teams bei der Verwaltung und Überwachung physischer und virtueller Maschinen und sorgt dafür, dass Ihre IT-Infrastruktur jederzeit sicher ist und optimal funktioniert. Automatisieren Sie Aufgaben, gewinnen Sie vollständige Transparenz über alle Ihre Systeme und verwalten Sie Ihre IT-Umgebungen mit NinjaOne über eine einheitliche Benutzeroberfläche.
Fazit
In den kommenden Monaten werden VMware-Benutzer:innen weitere Änderungen durch die Broadcom-VMware-Übernahme erleben. Welche Auswirkungen die Übernahme insgesamt auf die Benutzer:innen hat, lässt sich jedoch nur im Einzelfall beurteilen, da jedes IT-Team VMware und seine Tools unterschiedlich einsetzt.
Wenn VMwares neuer Software-Stack, die kommenden Funktionen und der Fokus auf private und hybride Cloud-Umgebungen die Ziele Ihres IT-Teams unterstützen, kann sich die Broadcom-VMware-Übernahme positiv auf Ihr Unternehmen auswirken.
Wenn VMwares neue abobasierte Preisgestaltung, der Verkauf der Sicherheitssoftware Carbon Black samt End-User-Computing-Portfolio und weitere wesentliche Änderungen durch Broadcom Ihr IT-Team dagegen negativ treffen, ist es vielleicht Zeit, sich nach einer neuen Lösung umzusehen.