Schlüsselpunkte
- SMB1 (SMBv1/CIFS) ist veraltet und enthält ungepatchte Schwachstellen. Microsoft hat das Protokoll 2014 für veraltet erklärt und es aus modernen Windows-Versionen standardmäßig entfernt. Sicherheitspatches werden dafür nicht mehr veröffentlicht.
- Den SMB1-Status prüfen Sie mit PowerShell über:
- Get-SmbServerConfiguration | Select EnableSMB1Protocol
- Get-WindowsOptionalFeature -Online -FeatureName “SMB*”
- Methoden zum Deaktivieren von SMB1:
- Windows-Einstellungen (GUI), ideal für einzelne Benutzer:innen.
- PowerShell-Skripte, ideal für Unternehmen und Fernverwaltung.
- Gruppenrichtlinien (GPMC), ideal für MSPs oder Domänenadministrator:innen.
- Wann SMB1 aktiviert werden sollte: nur als letzte Möglichkeit für ältere NAS-Geräte (vor 2016), ältere Drucker/Scanner (vor 2015), eingebettete Industrie- oder Medizinsysteme oder Anwendungen unter XP/Server 2003.
Das Server-Message-Block-Protokoll (SMB) ist eine zentrale Komponente des Windows-Netzwerks und ermöglicht die sichere Datei- und Druckerfreigabe zwischen Netzwerkgeräten. Das alte SMB1-Protokoll ist allerdings längst nicht so streng wie seine neueren Versionen.
SMB1 (auch SMBv1 oder CIFS genannt) ist die ursprüngliche Version dieses Protokolls und wurde in den 1980er-Jahren mit MS-DOS eingeführt. Ihm fehlen die Verschlüsselung, die verbesserte Authentifizierung und die Leistungsgewinne von SMB2 und SMB3.
Dieser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie SMB1 in Windows deaktivieren und wie Sie das SMB1-Dateifreigabeprotokoll aktivieren oder deaktivieren, wenn ältere Geräte es benötigen. Mit diesen Schritten können IT-Teams und MSPs die Schwachstellen im freigegebenen Netzwerk reduzieren.
💡 Wenn Sie lieber visuell lernen, ist unser Video SMB1-Dateifreigabeprotokoll in Windows aktivieren oder deaktivieren genau das Richtige für Sie.
Erkennen und deaktivieren Sie SMB1 und andere Schwachstellen, bevor sie zum Angriffsvektor werden
So prüfen Sie, ob SMB1 in Windows aktiviert ist
Am schnellsten prüfen Sie mit PowerShell, ob SMB1 auf Ihrem System aktiviert ist.
- Öffnen Sie über die Suche 🔎 das Terminal → PowerShell → Als Administrator ausführen.
- So prüfen Sie den Status des SMB1-Protokolls:
Get-SmbServerConfiguration | Select EnableSMB1Protocol
- So zeigen Sie alle installierten SMB-Versionen an:
Get-WindowsOptionalFeature -Online -FeatureName “SMB*”
💡 Tipp: Sie können auch die Systemsteuerung nutzen → Zu Programme navigieren → Programme und Features. Klicken Sie auf „Windows-Features aktivieren oder deaktivieren“ und suchen Sie in der Liste nach „Unterstützung für die SMB 1.0/CIFS-Dateifreigabe“, um zu sehen, ob sie aktiviert ist.
Methoden zur Konfiguration von SMB1 in Windows 11
Nutzen Sie die Tabelle, um die gewünschte Methode auszuwählen und direkt zu den passenden Schritten zu springen.
📌 Voraussetzungen:
- Prüfen Sie, ob SMB1 aktiviert ist.
- Damit die Änderungen wirksam werden, ist ein Neustart des Systems erforderlich.
- Einige Methoden erfordern möglicherweise System- und Netzwerkzugriff.
📌 Anwendungsfälle:
- SMB1 deaktivieren, um die Netzwerkprotokolle zu verschlanken.
- SMB1 umschalten, damit Systeme das veraltete Protokoll nicht mehr verwenden.
👉 Hinweis: Je nach Systemstandards oder aktiven Einstellungen können einzelne Schritte abweichen.
Klicken Sie, um eine Methode zu wählen | 💻 Ideal für einzelne Benutzer:innen | 💻💻💻 Ideal für Unternehmen |
| Methode 1: Windows-Einstellungen | ✓ | |
| Methode 2: PowerShell-Skript | ✓ | |
| Methode 3: Gruppenrichtlinie | ✓ |
💡 Tipp: Im Abschnitt Darauf sollten Sie achten finden Sie Hinweise zum Umgang mit möglichen Risiken.
Methode 1: SMB1 über die Einstellungen aktivieren oder deaktivieren
Diese GUI-basierte Methode empfiehlt sich für Self-Service und die Aktivierung per Fernzugriff.
- Öffnen Sie über die Suche 🔎 die Systemsteuerung.
- Navigieren Sie zu Programme → Programme und Features → Windows-Features aktivieren oder deaktivieren.
- Suchen Sie Unterstützung für die SMB 1.0/CIFS-Dateifreigabe und passen Sie die Einstellung nach Bedarf an.
- Klicken Sie auf OK, um die Änderungen zu übernehmen.
Methode 2: SMB1 in Windows 11 per PowerShell aktivieren oder deaktivieren
Führen Sie PowerShell als Administrator aus und verwenden Sie die folgenden Befehle:
SMB1-Client deaktivieren: Disable-WindowsOptionalFeature -Online -FeatureName SMB1Protocol
SMB1-Server deaktivieren: Set-SmbServerConfiguration -EnableSMB1Protocol $false -Force
SMB1-Client aktivieren: Enable-WindowsOptionalFeature -Online -FeatureName SMB1Protocol
SMB1-Server aktivieren: Set-SmbServerConfiguration -EnableSMB1Protocol $true -Force
💡 Hinweis: Unter Windows 11 ist SMB1 nach einer Neuinstallation in keiner Edition standardmäßig installiert. Bei einer sauberen Windows-11-Installation müssen Sie daher möglicherweise gar nichts unternehmen. Um den aktuellen Status von SMB1 auf Ihrem System zu prüfen, führen Sie Get-WindowsOptionalFeature -Online -FeatureName SMB1Protocol aus und sehen Sie sich das Feld State an.
Methode 3: SMB1 in Windows 11 per Gruppenrichtlinie deaktivieren
Die Gruppenrichtlinien-Verwaltungskonsole (GPMC) steht in den Windows-Editionen Pro, Enterprise und Education zur Verfügung, ist aber nicht standardmäßig installiert. Diese Methode richtet sich an Systemadministrator:innen und MSPs.
- Drücken Sie Win + R, geben Sie gpmc.msc ein und klicken Sie auf OK, um die GPMC zu öffnen.
- Erstellen oder bearbeiten Sie ein GPO, das mit der gewünschten Organisationseinheit (OU) verknüpft ist.
- Navigieren Sie zu Computerkonfiguration → Administrative Vorlagen → MS-Netzwerk-Client → Microsoft-Netzwerk-Client.
- Passen Sie SMB-v1-Clienttreiber konfigurieren nach Bedarf an.
- Gehen Sie anschließend zu Computerkonfiguration → Administrative Vorlagen → MS-Netzwerkserver → Microsoft-Netzwerkserver.
- Passen Sie SMB-v1-Server konfigurieren nach Bedarf an.
Mit dem Befehl gpupdate /force übernehmen Sie die Änderungen sofort. Andernfalls werden die neuen Einstellungen beim nächsten Aktualisierungsintervall wirksam.
👉 Sehen Sie sich zur Veranschaulichung diese GPUpdate Video-Demonstration an.
Prüfen Sie nach dem Neustart des Geräts mit dem BefehlGet-SmbServerConfiguration | Select EnableSMB1Protocol, ob SMB1 deaktiviert ist. Die Rückgabe sollte „False“ lauten, wenn SMB1 erfolgreich abgeschaltet wurde.
Diese Fälle sprechen für die Aktivierung des SMB1-Dateifreigabeprotokolls
Die Aktivierung von SMB1 bringt erhebliche Sicherheitsrisiken für Ihr Netzwerk mit sich. Setzen Sie das Freigabeprotokoll nur als letztes Mittel und mit vollem Bewusstsein für die Schwachstellen ein. Dennoch kann dieser Schritt nötig sein, um die Kompatibilität mit anderen älteren Anwendungen oder Ressourcen in Windows herzustellen.
Wenn Sie SMB1 weiterhin verwenden müssen, sollten Sie die folgenden Schritte zur Isolation und Absicherung berücksichtigen.
- Platzieren Sie Legacy-Systeme in isolierten Netzwerksegmenten.
- Setzen Sie strenge Firewall-Regeln ein, um den SMB1-Datenverkehr zu begrenzen.
- Deaktivieren Sie SMB1 auf allen Systemen mit Internetanbindung.
- Trennen Sie den SMB1-Datenverkehr mit VLANs von Ihrem Hauptnetzwerk.
- Ziehen Sie Alternativen auf Anwendungsebene oder Middleware in Betracht, um SMB1 ganz zu vermeiden.
Systeme mit SMB1 setzen sich nicht nur bekannten Exploits und CVEs aus, sie können auch gegen Compliance-Anforderungen (Datenschutz-Grundverordnung, HIPAA, PCI) verstoßen und Strafen nach sich ziehen. Das Protokoll aktiv zu lassen, ist auch deshalb hochproblematisch, weil für SMB1 keine Sicherheitspatches mehr veröffentlicht werden.
💡 Hinweis: Microsoft hat den Support für SMB1 eingestellt, und zwar bereits seit 2022.
⚠️ Darauf sollten Sie beim Aktivieren oder Deaktivieren von SMB1 achten
Nachfolgend finden Sie häufige Risiken, ihre möglichen Folgen und praktische Wege, um Probleme beim Ändern der SMB1-Einstellungen rückgängig zu machen oder zu vermeiden.
| Risiken | Mögliche Folgen | Gegenmaßnahmen |
| Legacy-Anwendungen, die für Windows XP/Server 2003 entwickelt wurden | Anwendungsfehler, Abstürze oder kein Zugriff mehr auf Dateifreigaben | ➤ Nutzen Sie Containerisierung oder Virtualisierung, um die SMB1-Nutzung zu isolieren. ➤ Entwickeln Sie Modernisierungs- oder Ablösepläne für eine langfristige Migration. |
| Nicht segmentierte Netzwerke, die weiterhin SMB1 nutzen | Malware kann sich seitlich im Netzwerk ausbreiten, sobald ein System kompromittiert ist | ➤ Segmentieren Sie Netzwerke mit VLANs und Firewalls. ➤ Beschränken Sie den SMB1-Datenverkehr auf bestimmte, kontrollierte Zonen. |
| Industriesteuerungen, Kassensysteme und medizinische Geräte mit älteren eingebetteten Betriebssystemen | Geschäftskritische Abläufe können ausfallen, was zu Ausfallzeit oder Sicherheitsrisiken führt | ➤ Wo Updates nicht möglich sind, isolieren Sie diese Systeme in segmentierten Netzwerken mit strengen Firewall-/ACL-Regeln. ➤ Ziehen Sie Middleware oder Virtualisierung in Betracht, um SMB1-Abhängigkeiten zu überbrücken. |
Erzwingen Sie zusätzlich nach Möglichkeit die Verwendung von SMB2 oder SMB3, indem Sie Mindestanforderungen für die SMB-Sicherheit per Gruppenrichtlinie konfigurieren:
- Drücken Sie Win + R, geben Sie gpmc.msc ein und klicken Sie auf OK, um die GPMC zu öffnen.
- Navigieren Sie zu Computerkonfiguration → Administrative Vorlagen → Netzwerk → Lanman-Arbeitsstation.
- Setzen Sie Unsichere Gastanmeldungen aktivieren auf Deaktiviert.
Konfigurieren Sie anschließend die Registry, um die Mindestversion von SMB zu erzwingen:
- Drücken Sie Win + R, geben Sie regedit ein und klicken Sie auf OK, um den Registrierungs-Editor zu öffnen.
- Navigieren Sie zum folgenden Pfad oder kopieren Sie ihn in die Adressleiste der Registry. Ist der Pfad unvollständig, legen Sie den benötigten Schlüssel an.
HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\LanmanServer\Parameters
- Erstellen oder ändern Sie den DWORD-Wert (32-Bit) SMB2.
- Öffnen Sie ihn und setzen Sie die Wertdaten auf 1, um netzwerkweit SMB2 oder höher vorauszusetzen.
Führen Sie regelmäßig netzwerkweite Audits durch, um Systeme zu finden, die noch das SMB1-Protokoll verwenden. Nutzen Sie dafür zum Beispiel Tools wie Wireshark oder den nativen Windows-Befehl netsh, um den Netzwerkverkehr zu erfassen und auf SMB-Protokollnutzung zu analysieren.
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Best Practices für die Sicherheit beim Umgang mit dem SMB1-Protokoll
Eine widerstandsfähige IT-Sicherheit erfordert einen proaktiven Umgang mit alten Protokollen wie SMB1. Eine vollständige Entfernung kann Unternehmen mit älteren Systemen zwar vor Herausforderungen stellen, doch die Vorteile bei Bedienbarkeit und Sicherheit überwiegen die Kompatibilitätsbedenken bei Weitem.
Wenn Sie den Schritten in diesem Leitfaden folgen, können Sie SMB1 in Windows schnell deaktivieren und dort, wo nötig, geeignete Isolationsmaßnahmen umsetzen. So schützen Sie Ihre Systeme nicht nur vor bekannten Schwachstellen und Exploits, sondern verbessern auch die Leistung und bereiten Ihre Infrastruktur auf künftige Sicherheits- und Compliance-Anforderungen vor.
