Schlüsselpunkte
- Bauen Sie eine auf Techniker:innen ausgerichtete MSP-Wissensdatenbank auf, indem Sie reale Ticketlösungen erfassen und in wiederverwendbare, durchsuchbare Artikel überführen. Das steigert Effizienz und Konsistenz im IT-Support.
- Optimieren Sie auf schnellere Ticketlösungen und weniger Eskalationen, indem Sie standardisierte Vorlagen, ein Problem-Lösung-Format, Screenshots und Skripte einsetzen, denen Techniker:innen auf Level 1 schnell folgen können.
- Verankern Sie die Erstellung von Artikeln in den täglichen Workflows (z. B. Erinnerungen beim Ticketabschluss, PSA-/RMM-Integrationen), damit Wissen laufend erfasst wird, die Einarbeitung besser gelingt und Doppelarbeit entfällt.
- Sorgen Sie mit einer strukturierten, durchsuchbaren Wissensdatenbank für Auffindbarkeit: keywordreiche Inhalte, Tagging und zentrale Plattformen lassen Techniker:innen Antworten in Sekunden finden.
- Sichern Sie die Qualität über Governance und Leistungsmessung (KB-Koordination, Peer-Reviews, Nutzungs-Dashboards, KPIs), damit Inhalte korrekt, aktuell und auf die Service-Ergebnisse ausgerichtet bleiben.
Techniker:innen auf Level 1 können die meisten wiederkehrenden IT-Probleme selbst lösen. Ohne eine zentrale MSP-Wissensdatenbank verlieren sie jedoch Zeit mit der Suche nach Antworten, wiederholen dieselben Fehler und eskalieren womöglich Tickets, die sich sofort hätten lösen lassen. Das senkt die Effizienz, frustriert Kund:innen und erzeugt unnötige Arbeitslast.
Eine auf Techniker:innen ausgerichtete Wissensdatenbank (KB) ändert das. Indem Sie Lösungen direkt aus abgeschlossenen Tickets übernehmen, Beiträge Ihres Teams fördern und die Wissenserfassung fest in die täglichen Workflows einbinden, werden aus wiederkehrenden Mustern im MSP-Alltag wiederverwendbare Lösungen.
Dieser Leitfaden zeigt im Detail, wie Sie eine praxistaugliche Wissensdatenbank aufbauen, die zu schnelleren Lösungen, einer reibungsloseren Einarbeitung und weniger Eskalationen beiträgt.
Grundlagen für den Aufbau einer internen Wissensdatenbank
Eine nützliche und umfassende Wissensdatenbank entsteht nicht allein durch die eingesetzten Tools. Sie prägt Prozesse so, dass Techniker:innen im Kundenkontakt Wissen als festen Teil ihres Workflows erfassen, aktualisieren und nutzen.
📌 Voraussetzungen:
- Bevor Sie starten, müssen Sie sich im MSP über den Umfang der Wissensdatenbank einig werden, mit Fokus auf Level 1 und wiederkehrende Probleme.
- Die Plattform, auf der die Artikel veröffentlicht werden, muss einfach und durchsuchbar sein, damit Techniker:innen während laufender Tickets schnell darauf zugreifen können.
- Definierte und standardisierte Artikelvorlagen, denen Techniker:innen leicht folgen können.
- Machen Sie Beiträge zur Wissensdatenbank zum festen Bestandteil jeder Techniker:innen-Rolle.
🎥 Sehen Sie sich die Videoversion an: So bauen Sie eine auf Techniker:innen ausgerichtete MSP-Wissensdatenbank auf.
Zentrale Bausteine einer auf Techniker:innen ausgerichteten Wissensdatenbank
Vor allem muss eine Wissensdatenbank für den IT-Support praktisch und nutzbar sein. Artikel und Anleitungen sollten kurz und durchsuchbar sein und aus echten Tickets entstehen, die Techniker:innen täglich lösen. Ziel sind Tempo und Konsistenz, damit Probleme schnell behoben werden.
📌 Anwendungsfälle:
- Techniker:innen auf Level 1 erhalten schnelle Antworten auf wiederkehrende und häufige Probleme.
- Bessere Einarbeitung, weil neue Mitarbeiter:innen eine Sammlung praxiserprobter Lösungen vorfinden.
- Weniger Eskalationen, weil das Personal im Erstkontakt leicht nachvollziehbare Anleitungen hat.
📌 Voraussetzungen:
- Sie benötigen ein RMM oder ein Ticketing-System, das den einfachen Export gelöster Tickets oder die Verlinkung darauf erlaubt.
- Standardvorlagen, damit alle Einträge beim Lesen einheitlich wirken.
Das sind die Grundlagen einer MSP-Wissensdatenbank:
| Aufgabe | Beschreibung | Zweck |
| 1. Reale Tickets erfassen. | So werden tatsächliche Lösungen zu wiederverwendbaren Einträgen. | Techniker:innen wissen, was zu tun ist, wenn ein ähnlicher oder fast identischer Fehler auftritt. |
| 2. Für schnelle Lösungen schreiben. | Artikel sollten so geschrieben sein, dass sie schnell und leicht verständlich sind. | Techniker:innen erfassen die Einträge zügig und beheben Probleme ohne Verzögerung. |
| 3. Screenshots und Skripte festhalten. | Sie sollten Bilder, insbesondere Screenshots, sowie Skripte verwenden. | Das beseitigt Unklarheiten und Copy-and-paste-Fehler, sodass Lösungen gleich beim ersten Mal korrekt angewendet werden. |
| 4. Ein Problem-Lösung-Format nutzen. | Artikel sollten die Ursache, die Symptome und den Lösungsweg klar benennen. | So verstehen Techniker:innen das Problem schnell und können sofort an der Behebung arbeiten. |
| 5. Kundenspezifische Besonderheiten festhalten. | Listen Sie Eigenheiten wie Legacy-Systeme, Ausnahmen oder ungewöhnliche Setups auf. | Das verhindert vermeidbare Fehler, verkürzt die Diagnosezeit und hilft Techniker:innen, sich auf kundenspezifische Probleme einzustellen. |
| 6. Eine durchsuchbare Inhaltsstruktur nutzen. | Machen Sie Lösungen auffindbar und verwenden Sie passende Keywords. | So finden Techniker:innen Lösungen in Sekunden. |
| 7. Zwei Ebenen nutzen, eine für das Team, eine für Kund:innen. | Das schützt interne Notizen und gibt Kund:innen trotzdem einfache, sichere Hinweise. | Techniker:innen erhalten technische Notizen, die sie verstehen, Kund:innen eine Sprache, der sie folgen können. |
Automatisierungs-Touchpoint: Erinnerungsskript vom Ticket zum KB-Artikel
Sie können ein einfaches PowerShell-Skript verwenden, das Techniker:innen direkt nach der Behebung daran erinnert, gelöste, wiederkehrende Probleme in kurze Einträge zu überführen.
📌 Anwendungsfälle:
- So erfassen Sie wiederholbare Lösungen genau im Moment der Behebung und bewahren das Wissen.
- Weniger Doppelarbeit, weil häufige Tickets zu Einträgen werden, die Techniker:innen auf Level 1 wiederverwenden können.
- Das verbessert Einarbeitungs- und Schulungsmaterialien.
📌 Voraussetzung:
- Zugriff auf die API oder die Cmdlets Ihrer Professional Service Automation (PSA), um gelöste Tickets abzufragen.
Hier ist ein PowerShell-Skript, mit dem Techniker:innen wiederkehrende Supportprobleme erkennen und in Artikel für die Wissensdatenbank (KB) überführen können.
| # Prompt techs to convert recurring tickets into KB entries $tickets = Get-PSATickets -Filter „Status=’Resolved‘ and ResolutionTime -ge (Get-Date).Date“ foreach ($t in $tickets) { if ($t.Summary -match „password reset|email not syncing“) { Write-Host „Review for KB creation: Ticket $($t.Id) — $($t.Summary)“ } } |
So wird Wissen im Moment der Lösung erfasst, bevor die Erkenntnis verblasst, und die Lösung geht nicht verloren.
Best Practices für die Verankerung im Workflow
Eine Wissensdatenbank funktioniert nur, wenn Techniker:innen sie auch wirklich nutzen und etwas beitragen. Das gelingt, indem Sie KB-Praktiken in den Arbeitsalltag einbetten.
📌 Anwendungsfälle:
- Techniker:innen tragen regelmäßig bei, ohne dass die Ticketbearbeitung ausgebremst wird.
- Qualität und Genauigkeit der Einträge steigen durch Review und Feedback, während die Inhalte aktuell, relevant und sichtbar bleiben.
📌 Voraussetzungen:
- Eine PSA- oder Helpdesk-Integration sowie Nutzungsrichtlinien
- Sie brauchen klare Regeln für das Beitragen, Prüfen und Ausmustern von Artikeln.
Hier einige Best Practices für die Verankerung im Workflow:
| Best Practice | Zweck | Umsetzung |
| Artikelerstellung zum Teil der Ticketlösung machen | Hält Lösungen fest, solange sie frisch sind, und macht die Dokumentation zu keiner separaten Pflichtaufgabe. | Fügen Sie beim Schließen von Tickets eine KB-Erinnerung ein. Nehmen Sie diesen Schritt in die Einarbeitung auf. |
| Peer-Review | Verbessert Klarheit und Richtigkeit der Artikel. | Lassen Sie Entwürfe vor der Veröffentlichung von Kolleg:innen prüfen. |
| Artikel durchsuchbar machen | Beschleunigt die Lösung, weil Antworten leicht auffindbar sind. | Integrieren Sie die KB-Suche in Ihre PSA oder Ihren Helpdesk. Alternativ können Sie auch darauf zurückgreifen. |
| Nutzung messen | Zeigt, welche Artikel hilfreich sind und welche nicht genutzt werden. | Beobachten Sie Aufrufzahlen und Feedback aus dem Team. |
| Beitragende würdigen | Das motiviert Techniker:innen, Einträge zu ergänzen und zu verbessern. | Heben Sie Top-Beitragende in Teammeetings oder Dashboards hervor und belohnen Sie kontinuierliche Autorenschaft. |
| Quartalsweise Überprüfung | Hält die Wissensdatenbank relevant. | Planen Sie Aufräumarbeiten in den Reviews ein, entfernen Sie veraltete und überholte Artikel. Heben Sie neue oder viel genutzte hervor. |
Governance und visuelle Steuerung
Eine auf Techniker:innen ausgerichtete MSP-Wissensdatenbank muss gut gepflegt und gesteuert werden, um nützlich zu bleiben. Ohne Aufsicht veralten Artikel, werden uneinheitlich, schwer auffindbar und schwer verständlich.
📌 Anwendungsfälle:
- Das verhindert, dass veraltete oder doppelte Inhalte die Wissensdatenbank überfrachten.
- Das steigert Wert und Nutzen der Wissensdatenbank und macht Fortschritt sowie Beiträge des Teams sichtbar.
📌 Voraussetzungen:
- Sie brauchen eine benannte Koordination oder Leitung für die Wissensdatenbank mit der nötigen Fachkenntnis und Befugnis, Prüfprozesse durchzuführen.
- Ein Tool für Berichterstattung oder Dashboards, das Nutzungs- und Beitragsdaten aus dem KB-System ziehen kann
Das sind die Aufgaben beim Betrieb Ihrer Wissensdatenbank:
| Aufgabe | Zweck | Umsetzung |
| Eine KB-Koordination benennen | Hält die Wissensdatenbank einheitlich, sauber getaggt und regelmäßig geprüft. | Beauftragen Sie eine leitende Fachkraft oder Führungskraft mit Struktur, Tagging und Review-Zyklen. |
| Entwürfe und Nutzung über ein Dashboard verfolgen | Macht die Wissensdatenbank nützlicher und messbar | Verfolgen Sie offene Entwürfe, meistgenutzte Artikel, überfällige Reviews und Beiträge des Teams. |
| Den Zustand der Wissensdatenbank als Service-Kennzahl behandeln | Stellt sicher, dass die Pflege fester Bestandteil von Workflow und Service bleibt | Nehmen Sie den KB-Zustand in die Team-KPIs auf, besprechen Sie ihn in Meetings und messen Sie seine Wirkung. |
⚠️ Darauf sollten Sie achten
| Risiken | Mögliche Folgen | Gegenmaßnahmen |
| Keine KB-Koordination benannt | Artikel veralten, werden uneinheitlich und verlieren an Verlässlichkeit. | Benennen Sie eine Koordinationsrolle und rotieren Sie sie bei Bedarf. |
| Zu strenge Prüfprozesse | Bremsen Beiträge aus und demotivieren das Team. | Halten Sie Reviews schlank. Konzentrieren Sie sich allein auf Verständlichkeit und Nutzbarkeit. |
| Die Wissensdatenbank als optional behandeln | Geringe Akzeptanz und Nutzung | Machen Sie die Pflege zum Teil Ihrer Service-Kennzahlen und prüfen Sie sie regelmäßig. |
| Peer-Reviews und Feedback aus dem Team ignorieren | Artikel enthalten womöglich falsche Informationen und entfernen sich von Ihren Anforderungen. | Holen Sie Feedback zur Nützlichkeit ein und aktualisieren Sie entsprechend. |
So unterstützt NinjaOne den Aufbau Ihrer Wissensdatenbank
Die Integrationen und Tools von NinjaOne helfen Ihnen mit zahlreichen Funktionen beim Aufbau Ihrer Wissensdatenbank.
|
Was kann NinjaOne? |
Was es ist |
Wie es hilft |
| KB-Artikel mit Tickets verknüpfen | Verbindet Einträge und IT-Dokumentation direkt mit Tickets in NinjaOne | Gibt Techniker:innen während der Triage sofortigen Zugriff auf Lösungen |
| Lösungsnotizen automatisiert befüllen | Nutzt Skriptmodule, um aus Ticketnotizen Artikelentwürfe zu erstellen | Erfasst Wissen, ohne dem Team Mehrarbeit aufzubürden |
| KB-Zusammenfassungen in Asset-Datensätzen ablegen | Ergänzt NinjaOne-Asset-Datensätze um kundenspezifische KB-Hinweise | Hilft dem Team, Eigenheiten bestimmter Systeme schneller zu beherrschen |
| Individuelle Dashboards | Visualisieren die KB-Nutzung nach Tickettyp in NinjaOne. | Zeigt, welche Artikel praxistauglich sind und wo Lücken bestehen |
| Wiederkehrende Tickets markieren | Erkennt Tickets mit geringem Aufwand, für die es noch keinen KB-Artikel gibt | Zeigt Chancen auf, neue Einträge zu erstellen und Wiederholungen zu reduzieren |
So wird Techniker:innen-Wissen zum Vorteil Ihres MSP
Der Aufbau einer wirksamen MSP-Wissensdatenbank kostet Zeit und viel Teamleistung, doch sie wächst Ticket für Ticket. Durch Beiträge aus dem Team, konsistente Aktualisierungen und schlanke, aber wirksame Prüfprozesse wird daraus ein echter Unternehmenswert.
Wenn Sie Ticketwissen festhalten, verkürzen Sie Lösungszeiten, erleichtern die Einarbeitung und machen Ihre Workflows effizienter.
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Quick-Start-Guide
Das sind die wichtigsten Funktionen:
Funktionen der Wissensdatenbank
- Wissensdatenbank mit Dateien und Ordnern aufbauen
- Unterstützt sowohl NinjaOne-eigene Dokumente als auch Microsoft-Dokumente (Word, PowerPoint, Excel)
- Erweiterte Rechteverwaltung für den Zugriff auf die Wissensdatenbank
Wichtige Funktionen
- Techniker:innen können den Zugriff auf Ordner der Wissensdatenbank auf bestimmte Rollen beschränken
- Versionsverlauf für Artikel der Wissensdatenbank
- Möglichkeit, globale Ordner der Wissensdatenbank mit Endbenutzer:innen zu teilen
- Protokollierung von Änderungen mit Details wie:
- Datum und Uhrzeit jeder Änderung
- Verantwortliche:r Techniker:in für die Aktualisierung
- Option, frühere Versionen anzusehen und wiederherzustellen
Weitere Vorteile
- Checklisten lassen sich auf globaler Ebene, Divisions- oder Organisationsebene anlegen
- Checklisten bestimmten Personen zuweisen
- Fälligkeitsdaten für den Abschluss von Checklisten festlegen
Die Wissensdatenbank ist flexibel und lässt sich an die spezifischen Dokumentationsanforderungen eines MSP anpassen. Damit ist sie ein hervorragendes Tool für ein auf Techniker:innen ausgerichtetes Wissensmanagement.