Die wichtigsten Punkte
So bauen Sie ein Kommunikations-Framework für MSPs auf, das bei Ausfällen funktioniert
- Klare, proaktive Kommunikation bei IT-Ausfällen hilft Ihrem MSP, das Vertrauen der Kundschaft zu erhalten, den Druck auf den Helpdesk zu senken und Verlässlichkeit zu zeigen, wenn Systeme ausfallen.
- Klar definierte interne Rollen halten Ihr Team koordiniert und sorgen von der Erkennung bis zur Lösung für einheitliche Kommunikation.
- Eine öffentliche Statusseite liefert der Kundschaft Echtzeit-Updates und Transparenz und reduziert so Verwirrung und wiederholte Anfragen.
- Kommunikation über mehrere Kanäle (E-Mail, SMS und automatisierte Helpdesk-Alarmierungen) hält Stakeholder während des gesamten Ausfalls informiert und die Erwartungen klar.
- Automatisierung über RMM- und Helpdesk-Integrationen beschleunigt Erkennung, Ticketerstellung und Kundenbenachrichtigungen und verbessert die Reaktionszeiten.
- Nachbereitungen von Vorfällen und Berichte zur Ursachenanalyse (RCA) schaffen Verantwortlichkeit, zeigen Verbesserungspotenziale auf und stärken langfristig das Vertrauen der Kundschaft.
Kundenzufriedenheit ist der Schlüssel zum Erfolg jedes Managed Service Providers, gerade auch bei längeren Ausfällen. Die Kommunikation während eines Ausfalls entscheidet darüber, ob frustrierte Kund:innen bei Ihrem Helpdesk anrufen und Sie immer wieder dieselben Fragen beantworten müssen, statt sich auf die Behebung des Problems konzentrieren zu können.
Dieser Leitfaden liefert ein Framework für einen skalierbaren Kommunikationsplan bei Ausfällen. So kommunizieren Sie schnell und wirkungsvoll, wenn Ihr MSP die unvermeidlichen Störungen beheben muss.
So kommunizieren Sie während eines Ausfalls
Managed Service Provider (MSPs) brauchen eine Kommunikationsstrategie über mehrere Kanäle für geplante und ungeplante Ausfälle. Diese stellt die Kund:innen in den Mittelpunkt, informiert sie proaktiv und gibt ihnen die Sicherheit, dass Maßnahmen getroffen wurden, um ihre Daten zu schützen und den Betrieb so schnell wie möglich wiederherzustellen. Das wiederum erhält das Vertrauen der Kundschaft während eines Ausfalls und zeigt Ihren MSP als transparent, verlässlich und schnell bei der Problembehebung.
Passen Sie die Kernbestandteile und Methoden eines wirksamen Kommunikationsplans für IT-Ausfälle an verschiedene Schweregrade an, etwa an eingeschränkte Leistung, Teilausfälle und Totalausfälle. Für jeden Fall sollten Sie ein klar definiertes Framework erstellen, das die interne Koordination unterstützt und sicherstellt, dass alle Probleme gründlich nachverfolgt werden.
Template für den Kommunikations-Workflow bei Ausfällen
Erstellen Sie Templates bereits vor der Einarbeitung. Passen Sie jedes Template an die Kommunikationspräferenzen der Kundschaft an.
Verwenden Sie Platzhalter für wiederkehrende Variablen. Passen Sie die Inhalte für Kund:innen mit strengeren Anforderungen weiter an. Nennen Sie erwartete Lösungszeiten, Update-Intervalle und Übermittlungswege.
Sorgen Sie für eine klare Abstimmung mit der Kundschaft. Legen Sie fest, was bei einem Ausfall passiert. Nehmen Sie Unsicherheit und bestätigen Sie, dass bis zur Lösung regelmäßig informiert wird.
Ihre Templates sollten regelmäßig überarbeitet werden, um Veränderungen und Erkenntnisse aus vergangenen Ausfällen zu berücksichtigen. MSP-Plattformen helfen dabei mit einem integrierten Helpdesk, mit dem Sie auswerten, was schiefgelaufen ist, Lösungszeiten messen und die Kommunikation mit Kund:innen überprüfen.
Gehen Sie beim Erstellen dieser Templates nach dem folgenden Prozess vor, damit die nachstehenden Best Practices abgedeckt sind:
| Bestandteil | Zweck / Nutzen |
| Vorformulierte Ausfall-Templates | Beschleunigen die Reaktion und sorgen für einen einheitlichen Ton |
| Festgelegte Kommunikationsrollen | Vermeiden Lücken und doppelte Ansprache |
| Öffentliche Statusseite | Zentrale Informationsquelle für Updates an die Kundschaft |
| Empathische Alarmierungen über mehrere Kanäle | Passen zu den Präferenzen der Kundschaft und erhalten das Vertrauen |
| Automatisierte Auslöser | Reduzieren Verzögerungen und sorgen für regelmäßige Updates |
| Kommunikation nach dem Vorfall | Stärkt Transparenz und Verantwortlichkeit |
Schritt 1: Interne Rollen und Verantwortungsstruktur festlegen
Bei der Kommunikation während eines Ausfalls kommt es auf Klarheit an. Sie müssen schnell und eindeutig festlegen, wer dafür verantwortlich ist, dass Ihr Team koordiniert arbeitet, und wer die Kundschaft auf dem Laufenden hält.
Diese Rollen sollten Sie in Ihrem Template für die Kommunikation bei Vorfällen definieren:
- Incident Lead: Koordiniert die interne Triage und sorgt dafür, dass alle Teammitglieder bei der Behebung des Problems Hand in Hand arbeiten
- Kommunikationsverantwortliche:r: Übernimmt die Kommunikation nach außen an die Kundschaft, verhindert Informationslücken und stellt sicher, dass alle Kundenanfragen gehört und beantwortet werden
- Executive Notifier: Bereitet interne oder VIP-Benachrichtigungen vor, die zusätzliche Details, Erläuterungen oder eine eigene Ansprache erfordern
Neben der Dokumentation, die Sie aufbewahren und Ihren Kund:innen zur Verfügung stellen, sollten Sie außerdem ein internes Runbook mit Rollenbeschreibungen und Kontaktdaten für eine schnelle Reaktion pflegen.
Schritt 2: Eine öffentliche Statusseite aufbauen und pflegen
Um das Anfragevolumen und die Belastung Ihres Teams während eines Ausfalls zu senken, können Sie Ihrer Kundschaft eine Statusseite mit laufenden Updates bereitstellen.
Wenn Sie kundenspezifische Helpdesks oder Support-Portale betreiben, sind diese ideale Orte für Updates: Ihre Kund:innen kennen diese Anlaufstelle bereits als erste Adresse bei Problemen. Sie können Ihr Ticketsystem außerdem so einstellen, dass neue Tickets automatisiert mit einer Erklärung und einem Link zu Ihrer Ausfallseite für weitere Updates beantwortet werden.
Ein zentrales Element jeder Statusseite ist der Zeitstempel: Ihre Kund:innen müssen sich gut betreut fühlen. Ändert sich der Status längere Zeit nicht, entsteht schnell der Eindruck, man habe sie vergessen, selbst wenn sich schlicht tatsächlich nichts verändert hat.
Schritt 3: Über mehrere Kanäle kommunizieren und Erwartungen setzen
Bereiten Sie Benachrichtigungs-Templates vor, bevor die Ursache eines Ausfalls feststeht. Informieren Sie Ihre Kundschaft sofort darüber, dass eine Untersuchung läuft.
Senden Sie Updates an die wichtigsten Stakeholder per SMS oder direkter E-Mail. Diese Kommunikation signalisiert Priorität und laufende Bemühungen um eine Lösung.
Nutzen Sie vorformulierte Antworten, die Sie schnell anpassen können. So reduzieren Sie den Aufwand und stellen zeitnahe Ausfallmeldungen sicher.
Eingehende Supportanfragen lassen sich mit automatischen Antworten bearbeiten, wenn weniger Details nötig sind. Helpdesk-Automatisierung hilft dabei, die Zeit zu verringern, die Ihre Techniker:innen mit der Bearbeitung eingehender Anfragen verbringen, damit sie sich auf die eigentliche Ursache konzentrieren können.
Schritt 4: Erstreaktion und Update-Auslöser automatisieren
Je schneller ein Ausfall erkannt wird, desto schneller können Sie mit der Behebung beginnen und das der Kundschaft mitteilen. Fernwartung und -Verwaltung (RMM) kann das automatisieren: Großflächige Ausfälle werden erkannt, Ihr Technikteam wird für die Untersuchung alarmiert und die Kundschaft erfährt, dass ein Problem erkannt wurde und in der Triage ist. Tickets lassen sich automatisiert erstellen, wenn Ihre RMM- und Helpdesk-Plattformen diese Form der Integration unterstützen.
In Ihrer Dokumentation sollten Sie für jede Kundin und jeden Kunden definieren, was als eingeschränkte Leistung, Teilausfall oder Totalausfall gilt, damit nach der Erkennung auch die Auswirkung kommuniziert werden kann. Das hängt von der Art des jeweiligen Geschäfts ab. Halten Sie die wichtigsten Stakeholder nach der Erstmeldung mit regelmäßigen Updates in den vereinbarten Zeitabständen auf dem Laufenden.
Schritt 5: Nachbereitung des Vorfalls und Kommunikation der Ursachenanalyse (RCA)
Sie sollten informieren, sobald der Service wiederhergestellt wird. In manchen Fällen können einzelne betroffene Benutzer:innen schon vor der vollständigen Wiederherstellung weiterarbeiten. Melden Sie eine Lösung aber nur, wenn sie wirklich sicher ist, sonst sorgt das für Frust oder erweckt den Eindruck eines zweiten Ausfalls.
Erstellen Sie nach der Behebung des Vorfalls einen vollständigen Bericht. Dokumentieren Sie die Grundursache, die Schritte zur Minderung und die vorbeugenden Maßnahmen.
Legen Sie eine detaillierte interne Version dieses Berichts an. Passen Sie sie für die Kundschaft an deren technisches Verständnis an.
Überprüfen Sie Ihre Kommunikationsstrategien und Workflows für Ausfälle regelmäßig. Stellen Sie sicher, dass sie zur Kapazität Ihres Teams passen und die Erwartungen der Kundschaft erfüllen.
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Ihre Kommunikations-Templates für Ausfälle und Ihre SLAs lassen sich zentral speichern, Alarmierungen und Tickets automatisiert auslösen, um sofort auf Vorfälle zu reagieren (über die Benachrichtigungsmethode, die für Ihr Team und Ihre Kundschaft am besten passt), und Dashboards informieren Stakeholder über den Status der Infrastruktur, auf die ihr Geschäft angewiesen ist.
Ausfälle sind unvermeidlich, selbst in den am besten konzipierten und umgesetzten IT-Systemen. Sobald Kund:innen das verstanden haben, werden Vorfälle zur Gelegenheit, Vertrauen aufzubauen: Sie zeigen, wie gut vorbereitet und praxisnah Ihr MSP arbeitet, festigen die Beziehung zu Ihrer Kundschaft und stärken Ihren Ruf.
Quick-Start-Guide
Kommunikations-Framework für MSPs bei Ausfällen
Kernbestandteile:
1. Proaktive Benachrichtigung
, Klare Kanäle für die Kommunikation des Ausfallstatus einrichten
, Zeitnah über das Problem informieren
, Mehrere Kommunikationswege nutzen (z. B. E-Mail, Dashboard-Benachrichtigungen)
2. Informationen sammeln
, Wichtige Details schnell erfassen:
, Name der Kundin/des Kunden bzw. Partners
, Konkret betroffene Unternehmen
, Anzahl betroffener Geräte
, Konkrete Symptome oder Fehlermeldungen
3. Eskalationsprotokolle
, Einen klaren Eskalationsweg für die verschiedenen Schweregrade festlegen
, Definieren, wer wann benachrichtigt werden muss
, Vordefinierte Kommunikations-Templates für verschiedene Szenarien bereithalten
4. Transparenz und Frequenz
, Sich zu regelmäßigen Status-Updates verpflichten
, Auch ohne sofortige vollständige Lösung den Fortschritt kommunizieren
, Klare Erwartungen zu Untersuchungs- und Behebungszeiträumen setzen
5. Kommunikation nach dem Vorfall
, Einen umfassenden Vorfallsbericht bereitstellen
, Die Grundursache erläutern (sofern identifiziert)
, Die Schritte darlegen, die ähnliche Vorfälle künftig verhindern
Best Practices aus den internen Prozessen von NinjaOne:
, Interne Kommunikationskanäle wie Slack für Echtzeit-Updates nutzen
, Ausführliche Ticketnotizen und Nachverfolgung pflegen
, Die passenden technischen Fachexpert:innen (SMEs) einbeziehen
, Sicherstellen, dass die Führungsebene über Probleme mit hoher Priorität Bescheid weiß
Profi-Tipp: Erstellen Sie beim Aufbau Ihres Frameworks Entscheidungsbäume und Kommunikations-Templates, die sich bei unterschiedlichen Arten von Ausfällen schnell einsetzen lassen.