Schlüsselpunkte
- Die Kostenoptimierung bei AWS muss mit Verantwortlichkeit und Transparenz beginnen: Ohne klare Kennzeichnung, Verantwortliche und Referenzwerte können Teams weder Kosten sicher senken noch Ausgaben begründen.
- Beseitigen Sie Verschwendung, bevor Sie sich auf langfristige Rabatte festlegen: Deaktivieren Sie nicht genutzte Ressourcen und entfernen Sie nicht benötigte Dienste, bevor Sie Sparpläne oder reservierte Instanzen benutzen.
- Kosteneinsparungen sollten niemals auf Kosten der Zuverlässigkeit gehen. Änderungen in Bezug auf Speicherung, Skalierung oder Datenübertragung müssen getestet und überwacht werden, um Ausfälle und Auswirkungen auf die SLA zu vermeiden.
- Eine kontinuierliche Steuerung verhindert, dass die Kosten wieder ansteigen: Budgets, Warnmeldungen, Überprüfungen und nicht dokumentierte Entscheidungen sorgen dafür, dass die Optimierung auch dann effektiv bleibt, wenn sich Umgebungen und Nutzungsmuster im Laufe der Zeit ändern.
Die Best Practices zur AWS-Kostenoptimierung sind im Allgemeinen weithin bekannt, und AWS stellt zudem eine Reihe von Tools zu ihrer Umsetzung bereit. Werden Kostensparmaßnahmen jedoch unbedacht angewendet, so kann sich dies negativ auf die Zuverlässigkeit der von Ihnen bereitgestellten Dienste auswirken, was wiederum zu Unzufriedenheit bei den Benutzer:innen sowie zu entsprechenden Konsequenzen für Ihr IT-Unternehmen führen kann.
Dieser Leitfaden bietet IT-Teams und Managed Service Providern (MSPs) Empfehlungen, mit denen sich die Herausforderung meistern lässt, die AWS-Kostenoptimierung mit der Zuverlässigkeit der Dienste in Einklang zu bringen, wobei dem Verständnis des eigenen Mehrwerts, der Zuständigkeit für die einzelnen Komponenten sowie einer fortlaufenden AWS-Cloud-Governance besondere Priorität zukommt.
Was Sie benötigen, um die Empfehlungen zur Kostenoptimierung bei AWS umzusetzen
Damit Sie Ihre AWS-Ausgaben wirksam steuern und senken können, ohne dabei die Service Excellence zu beeinträchtigen, die Ihr Unternehmen trägt und wachsen lässt, benötigen Sie Folgendes:
- Ein System von Tags, das sich den bereitgestellten AWS-Ressourcen zuweisen lässt, um diese zu kategorisieren, Zuständigkeiten zuzuordnen und eine entsprechende Aufsicht zu ermöglichen
- Ausgangswerte zur Telemetrie hinsichtlich Auslastung und Datenverkehrsmustern sowie sämtliche bereits bestehenden Service-Level-Objectives (SLOs)
- Zugriff auf Abrechnungsdaten, Servicekennzahlen sowie den AWS Cost Explorer
- Regelmäßige Besprechungen mit den Stakeholder:innen, um Budgets, Anomalien und vorgeschlagene architektonische Änderungen zu überprüfen
Da Berichten zufolge mehr als 30 % der IT-Verantwortlichen 50 % ihrer Cloud-Ausgaben verschwenden, ist es essenziell, dass Sie Ihre Cloud-Nutzung regelmäßig überprüfen, damit sichergestellt ist, dass Sie kein Geld für ungenutzte Dienste ausgeben oder Ressourcen für deren Wartung verschwenden.
AWS-Best-Practices zur Kostenoptimierung
Wenn Sie die in diesem Leitfaden vorgestellten Methoden anwenden, werden Sie bei jeder umgesetzten Best Practice die folgenden allgemeinen Vorteile feststellen:
| AWS-Best-Practices zur Kostenoptimierung | Zweck | Erzielter Mehrwert |
| Obligatorische Kennzeichnung von Ressourcen | Sorgt für Organisation, Zuständigkeit und Verantwortlichkeit | Klare Verantwortliche und Budgets |
| Anpassung der Unternehmensgröße vor der Festlegung auf Sparmaßnahmen | Bietet Ihnen eine genaue Ausgangsbasis für die Kostenoptimierung | Ermöglicht es Ihnen, potenzielle Einsparungen zu erkennen, ohne sich auf langfristige Pläne festlegen zu müssen |
| Planung des Lifecycles Ihrer Speicherlösung | Reduziert den Gesamtspeicherbedarf und das Datenvolumen, das auf teureren Speicherebenen gespeichert wird | Weniger Schwankungen bei den Speicherkosten bei steigendem Bedarf |
| Datenverkehrslokalität und Kontrolle des ausgehenden Datenverkehrs | Speichert die Daten in derselben AZ oder VPC | Geringere Kosten und weniger unerwartete Rechnungen durch stark ausgelastete Dienste |
| Sicherheitsvorkehrungen und Genehmigungen/Prüfungen | Verhindert Fehler | Sparmaßnahmen müssen nicht rückgängig gemacht werden, da sie die Zuverlässigkeit beeinträchtigt haben |
Bitte beachten Sie, dass diese Best Practices allgemein gültig sind: Jedes Unternehmen hat jedoch unterschiedliche rechtliche, geschäftliche und kundenbezogene Anforderungen. Sie sollten der Erbringung von Dienstleistungen Vorrang vor der Kostenoptimierung einräumen und sicherstellen, dass alle befolgten Best Practices und Empfehlungen mit Ihren Geschäftszielen und den gesetzlichen Vorschriften vereinbar sind.
Schauen wir uns das einmal genauer an:
Verwenden Sie Tags, um die Kostenverantwortung festzulegen
Führen Sie eine manuelle Überprüfung des Tech-Stacks Ihrer AWS-Ressourcen durch. Dies hilft Ihnen nicht nur dabei, Überschneidungen zu identifizieren, die beseitigt werden können, um Verschwendung zu reduzieren, ohne die Leistung oder Zuverlässigkeit zu beeinträchtigen, sondern liefert Ihnen auch die Informationen, die Sie benötigen, um jede Ressource mit einem Verantwortlichen, einer Umgebung, einem von Ihnen bereitgestellten zugehörigen Dienst sowie der entsprechenden Kostenstelle bzw. Abteilung zu verknüpfen. Ordnen Sie anschließend die Dienstleistungen den Budgets zu und legen Sie fest, wer für die mit den einzelnen Dienstleistungen verbundenen Kosten aufkommt.
Verschwendung durch bedarfsgerechte Dimensionierung vermeiden
AWS-Verschwendung äußert sich häufig in Form von ungenutzten oder nur gering ausgelasteten Instanzen und Datenbanken, unnötigen Load Balancern und elastischen IPs sowie ungenutzten EBS-Volumes und Snapshots (beispielsweise veraltete Backups).
Da sich die Nutzungsmuster ändern, geschieht vieles davon unbemerkt. Daher ist eine kontinuierliche Überwachung mithilfe von Amazon CloudWatch entscheidend, um Ressourcen zu identifizieren, die nicht mehr benötigt werden oder überdimensioniert sind. Sobald diese Ressourcen identifiziert wurden, können sie freigegeben, in ihrer Größe angepasst oder abgeschaltet werden, ohne dass dies Auswirkungen auf die Zuverlässigkeit des entsprechenden Dienstes hat, den Sie Ihren Benutzer:innen bereitstellen.
Weitere Verschwendung lässt sich vermeiden, indem vorhersehbare Nutzungsmuster erkannt und entsprechend optimiert werden: So können Sie beispielsweise Instanzen, die nicht für die Produktion genutzt werden, außerhalb der Arbeitszeiten herunterfahren, wenn nicht mit ihrer Nutzung zu rechnen ist.
Backup-Lifecycle und Speicher optimieren
Der AWS S3-Objektspeicher bietet kostengünstigen Speicherplatz für riesige Datenmengen, was jedoch nicht bedeutet, dass dabei keine unnötigen Kosten anfallen, die sich erheblich auf die IT-Budgets auswirken können.
Durch die Wahl der richtigen Speicherebene und die Nutzung des S3-Lifecycles, um Daten automatisch in kostengünstigere Archivierungsebenen zu verschieben und veraltete oder redundante Kopien zu löschen, lassen sich Ihre langfristigen Cloud-Kosten drastisch senken.
Wählen Sie bei der Auswahl der Speicherklasse für Ihre Workloads nicht einfach die Standardoption, sondern prüfen Sie Ihre Anforderungen sorgfältig, und entscheiden Sie sich für die kostengünstigste Option, die den Leistungs- und Zuverlässigkeitsanforderungen der jeweiligen Aufgabe entspricht, wozu auch die Konfiguration von Snapshots und Aufbewahrungsfristen zählt. Komprimieren und deduplizieren Sie Ihre Daten innerhalb jedes einzelnen Jobs.
„Intelligent Tiering“ ist eine AWS-Funktion, die dies für in S3 gehostete Daten unterstützen kann, da sie Nutzungsmuster intelligent erkennt und Daten automatisch in die kostengünstigste Zugriffsebene verschiebt, die den Leistungserwartungen entspricht.
Datenübertragungs- und Egress-Kosten reduzieren
Datenübertragung und Egress werden bei der Planung des AWS-Budgets häufig übersehen. Damit sich diese Kosten verringern lassen, sollten Dienste mit intensiver Kommunikation innerhalb derselben Verfügbarkeitszone oder VPC gehalten werden. Egress-Gebühren lassen sich reduzieren, indem Sie Ihre Workloads so optimieren, dass sich das Volumen oder die Häufigkeit der über das Internet zu und von AWS übertragenen Daten verringert, und lassen sich durch den Einsatz von Caching und CDNs für öffentlich zugängliche Dienste zusätzlich optimieren.
Da eine standortübergreifende Replikation aus Gründen des RPO/RTO oder der Compliance mitunter erforderlich sein kann, sollte der regionsübergreifende Datentransfer dennoch möglichst gering gehalten werden.
Cloud-Architektur auf effizientes Skalieren ausrichten
Der Nutzen des AWS Cost Explorer lässt sich hierbei kaum überschätzen: Sobald Ihre Dienste zuverlässig laufen, können Sie damit genau feststellen, welche AWS-Komponenten für die entstehenden Kosten verantwortlich sind, Ausgangswerte festlegen und mit der Optimierung beginnen. In Kombination mit Tags tragen die im AWS Cost Explorer erstellten Berichte dazu bei, dass sämtliche Kompromisse zwischen Zuverlässigkeit und Leistung explizit gemacht werden und ersichtlich wird, an welchen Stellen sich die größten Einsparungen erzielen lassen.
Bei Diensten mit unvorhersehbaren, stark schwankenden Nutzungsmustern kann die automatische Skalierung dazu beitragen, Kosten zu senken. Da Sie bei serverlosen, ereignisgesteuerten Funktionen nur für deren tatsächliche Nutzung bezahlen, lassen sich die Kosten dadurch zusätzlich verringern.
Ein Lasttest stellt sicher, dass die Zuverlässigkeit durch Änderungen an der Architektur nicht beeinträchtigt wird.
Sich sorgfältig auf Preismodelle festlegen
AWS-Sparpläne und reservierte Instanzen können im Vergleich zur Nutzung von On-Demand-Instanzen enorme Einsparungen bieten. Um jedoch die größtmöglichen Einsparungen zu erzielen, müssen Sie sich langfristig daran binden. Dies bedeutet, dass Sie sich für die Dauer des Plans auf eine bestimmte Menge und Art an Rechenleistung beziehungsweise auf eine bestimmte Instanzgröße festlegen. Damit eine langfristige Über- oder Unterversorgung vermieden wird und Sie später nicht entweder auf Kostenoptimierungen oder auf Zuverlässigkeit verzichten müssen, empfiehlt es sich, einen Plan erst dann zu erwerben, wenn sich stabile Nutzungsmuster herausgebildet haben.
Sobald Sparpläne oder reservierte Instanzen auslaufen, sollten Sie überprüfen, ob diese vor einer erneuten Verpflichtung angepasst werden müssen.
Spot-Instanzen stellen eine weitere AWS-Funktion dar, mit der sich die Kosten erheblich senken lassen: Da diese auf „überschüssige“ Rechenkapazität der AWS-Plattform zurückgreifen, können sie bis zu 90 % günstiger ausfallen als On-Demand-Instanzen. Benötigt AWS die entsprechende Rechenkapazität jedoch zurück, wird Ihre Instanz mit einer Vorankündigung von lediglich wenigen Minuten beendet, wodurch sich Spot-Instanzen ausschließlich für zustandslose, fehlertolerante Workloads oder für Workloads mit integriertem Checkpoints eignen, die nicht auf einen dauerhaften Fortbestand der Instanzen angewiesen sind.
AWS-Gesamtbetriebskosten mithilfe von Budgets, Schutzmechanismen und Nachweisen steuern und senken
AWS ermöglicht es Ihnen, Benachrichtigungen für Kosten, Nutzung, Auslastung, Anomalien und weitere Kennzahlen einzurichten. Stellen Sie dabei sicher, dass diese Benachrichtigungen so konfiguriert sind, dass sie an den jeweiligen Verantwortlichen des betreffenden Dienstes gehen, damit dieser beurteilen kann, ob die Zuverlässigkeit eines Dienstes durch Kostensparmaßnahmen beeinträchtigt wird oder ob sich neue Optimierungsmöglichkeiten ergeben haben.
Führen Sie Richtlinien ein, die von der Nutzung kostenintensiver Standardeinstellungen abraten, und überprüfen Sie die Kostendaten regelmäßig, um mögliche AWS-Kostenoptimierungen zu identifizieren. Mittels Automatisierung lassen sich diese Informationen automatisch erfassen, aufbereiten, in entsprechende Empfehlungen umwandeln und zur weiteren Überprüfung veröffentlichen.
IT-Kostenoptimierung und AWS-Cloud-Governance
Da eine kontinuierliche Beobachtung der AWS-Kosten eine ständige Aufsicht erfordert, lässt sich diese in der Praxis nur schwer aufrechterhalten und gerät leicht in Vergessenheit, sobald andere, dringendere Aufgaben des IT-Managements und -Supports auftreten. Wird das AWS-Kostenmanagement dabei zu einem blinden Fleck, können die Rechnungen rasch ansteigen. Bleibt dies über längere Zeit unbeachtet, können sich zudem ineffiziente Ausgangswerte und Erwartungen hinsichtlich der Kosten etablieren.
Sobald sich herausstellt, dass die Aufgaben der AWS-Cloud-Governance vernachlässigt wurden und Geld sowie Ressourcen für den Erwerb und die Wartung ungenutzter AWS-Infrastruktur aufgewendet wurden, werden die Stakeholder entsprechende Rechenschaft einfordern oder sich womöglich nach alternativen Dienstleistern umsehen. Aus diesem Grund ist es essenziell, dass die Aufsicht über AWS in Ihren IT-Governance-Plan einbezogen wird.
Wie sich die AWS-Kosten mit fortlaufender, von NinjaOne unterstützter Automatisierung niedrig halten lassen
NinjaOne vereint sämtliche Ihrer Cloud-übergreifenden und lokalen Ressourcen unter einer einzigen Management-Plattform. Remote-Monitoring und -Management, Endpunkt-Management, lokales Backup und SaaS-Backup sowie Dokumentation werden dabei in einer einzigen Weboberfläche mit integrierter Automatisierung vereint.
Dies kann Sie sowohl bei der AWS-Kostenoptimierung als auch bei der fortlaufenden AWS-Cloud-Governance unterstützen, indem es Ihnen Tools zur Verfügung stellt, mit denen sich die Erfassung von Kosten- und Nutzungsdaten skripten, ungenutzte Ressourcen kennzeichnen und Änderungsvorschläge durch das Erstellen und Eskalieren von Tickets einbringen lassen. Da sich zudem automatisch Berichte erstellen lassen, die geschätzte Einsparungen ausweisen und Änderungsprotokolle einbeziehen, stehen diese anschließend in einer sicheren, cloudbasierten Dokumentation jederzeit zur Einsicht und Überprüfung bereit.
Quick-Start-Guide
NinjaOne verfügt über keine integrierten Funktionen zur AWS-Kostenoptimierung. Die Kernfunktionen von NinjaOne konzentrieren sich auf:
– Endpunkt-Management (RMM, Patching, MDM)
– IT-Asset-Management (ITAM)
– Netzwerkmanagement (NMS)
– Nachverfolgung des Geräte-Lifecycles
Wobei NinjaOne helfen kann
Obwohl NinjaOne die AWS-Kosten nicht unmittelbar optimiert, kann es Bemühungen zur Kostensenkung dennoch indirekt unterstützen, indem es:
– cloudverbundene Geräte sowie deren Lifecycle-Status nachverfolgt
– Software-Patches verwaltet, damit Systeme sicher und effizient bleiben
– den Zustand der Endpunkte überwacht, um wenig ausgelastete oder problembehaftete Geräte zu identifizieren, die möglicherweise unnötige Cloud-Workloads ausführen
Zur Kostenoptimierung bei AWS
Um die Kosten zu senken, ohne dabei die Zuverlässigkeit zu beeinträchtigen, benötigen Sie in der Regel Folgendes:
– AWS Cost Explorer oder AWS Trusted Advisor zur Kostenanalyse
– AWS Compute Optimizer für Empfehlungen zur passenden Dimensionierung
– Reservierte Instanzen oder Sparpläne für Rabatte im Rahmen fester Verpflichtungen
– Autoscaling-Richtlinien, um die Kapazität an die jeweilige Nachfrage anzupassen
– CloudWatch-Monitoring zur Leistungsüberwachung
