Windows deckt einfache Alltagsaufgaben ebenso ab wie komplexe Umgebungen. Seine eigentliche Flexibilität liegt jedoch in den anpassbaren Funktionen. Optionale Funktionen wie das Windows-Subsystem für Linux oder die Remoteserver-Verwaltungstools (RSAT) sind modulare Komponenten. Sie entscheiden selbst, welche davon installiert werden, und passen Ihr Betriebssystem so genau an Ihre Anforderungen an.
Unter Windows 10 sorgt eine angepasste Installationsmedien-Konfiguration dieser Funktionen für mehr Effizienz, Sicherheit und Konsistenz. Werden wichtige Tools wie Hyper-V vorinstalliert oder ungenutzte Komponenten entfernt, verkürzt das die Bereitstellungszeit, verkleinert die Angriffsfläche und stellt die Compliance mit IT-Richtlinien sicher.
In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie optionale Funktionen direkt im Installationsmedium hinzufügen oder entfernen, eine Fähigkeit, die das Windows-Erlebnis für Unternehmen, Entwickler:innen und sogar Gamer:innen grundlegend verändert.
Eine visuelle Anleitung finden Sie in unserem Video So fügen Sie optionale Funktionen im Windows-Installationsmedium hinzu oder entfernen sie.
Schritt für Schritt: Funktionen im Windows-Installationsmedium verwalten
Hier eine kurze Checkliste der Voraussetzungen für den Einstieg:
- Windows-10-ISO oder Installationsdateien, damit Sie auf die Datei install.wim zugreifen können, das Kern-Image mit dem Betriebssystem (siehe Was ist ISO-Compliance? Übersicht und Bedeutung)
- Administratorrechte, damit Sie mit erweiterten Berechtigungen Änderungen auf Systemebene vornehmen und geschützte Dateien bearbeiten können
- DISM-Tool (integriert), ein Kommandozeilen-Dienstprogramm zum direkten Bearbeiten von Windows-Images
- Windows ADK, heruntergeladen für fortgeschrittene Aufgaben wie das Erstellen oder Ändern von WIM-Dateien von Grund auf
- 10 GB bis 15 GB freier Speicherplatz als Puffer für das Mounten und Bearbeiten großer Betriebssystem-Images
Mit diesen Schritten fügen Sie optionale Funktionen direkt in der Datei install.wim hinzu oder entfernen sie:
- Extrahieren Sie die Windows-ISO.
- Extrahieren Sie den Inhalt der Windows-ISO-Datei mit Tools wie 7-Zip in einen Ordner. In diesem Beispiel verwenden wir ‚
D:\ISO_Files'als Zielordner.
- Extrahieren Sie den Inhalt der Windows-ISO-Datei mit Tools wie 7-Zip in einen Ordner. In diesem Beispiel verwenden wir ‚
HINWEIS: Enthält Ihr Installationsmedium statt install.wim eine Datei install.esd, müssen Sie diese zuerst in eine WIM-Datei konvertieren, bevor Sie fortfahren.
- Ermitteln Sie den Image-Index.
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- Suchen Sie im Startmenü nach PowerShell, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Suchergebnis und wählen Sie Als Administrator ausführen.
- Führen Sie diesen Befehl aus, um den Image-Index zu ermitteln:
Get-WindowsImage -ImagePath "D:\ISO_Files\Sources\install.wim" | Format-Table ImageIndex, ImageName
HINWEIS: Merken Sie sich die Indexnummer Ihrer Zieledition (zum Beispiel Index 1 = Windows 10 Pro).
- Mounten Sie das Image.
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- Erstellen Sie ein Mount-Verzeichnis, zum Beispiel C:\Mount.
- Mounten Sie das Image mit PowerShell:
Mount-WindowsImage -ImagePath "D:\ISO_Files\Sources\install.wim" -Index 1 -Path "C:\Mount"
HINWEIS: Ersetzen Sie 1 durch Ihren Zielindex. Damit wird das Betriebssystem-Image zur Bearbeitung in Ihren Ordner geladen.
⚠️: Der DISM-Fehler 0xc1510111 kann auftreten, wenn Ihr Laufwerk schreibgeschützt ist oder NTFS-Berechtigungen den Schreibzugriff blockieren, selbst mit Administratorrechten oder UAC-Erhöhung. Wie Sie das Problem beheben, lesen Sie im Abschnitt Fehlerbehebung.
- Fügen Sie Funktionen hinzu oder entfernen Sie sie.
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- So fügen Sie eine Funktion hinzu:
Get-WindowsOptionalFeature -Path "C:\Mount" | Where-Object {$_.State -eq "Disabled"} | Out-GridView -PassThru | Enable-WindowsOptionalFeature -Path "C:\Mount"
Dieser Befehl öffnet ein Fenster, in dem Sie deaktivierte Funktionen zum Aktivieren auswählen können.
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- So entfernen Sie eine Funktion:
Get-WindowsOptionalFeature -Path "C:\Mount" | Where-Object {$_.State -eq "Enabled"} | Out-GridView -PassThru | Disable-WindowsOptionalFeature -Path "C:\Mount"
Dieser Befehl öffnet ein Fenster, in dem Sie aktivierte Funktionen zum Deaktivieren auswählen können.
- Speichern Sie die Änderungen und hängen Sie das Image aus.
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- Übernehmen Sie anschließend Ihre Änderungen in die Datei install.wim:
Dismount-WindowsImage -Path "C:\Mount" -Save
- Erstellen Sie eine bootfähige ISO.
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- Erstellen Sie aus Ihren geänderten Dateien eine bootfähige ISO, um Ihr individuelles Windows-Installationsmedium fertigzustellen:
- Öffnen Sie Ihr bevorzugtes ISO-Erstellungstool (zum Beispiel OSCDIMG, Rufus, ImgBurn).
- Legen Sie als Quellordner (in der Regel D:\ISO_Files) Ihr bearbeitetes Installationsverzeichnis fest.
- Klicken Sie auf Build, damit die Bootsektoren automatisiert verarbeitet werden.
- Erstellen Sie aus Ihren geänderten Dateien eine bootfähige ISO, um Ihr individuelles Windows-Installationsmedium fertigzustellen:
Fortgeschrittene Tipps zum Anpassen von Windows-Installationsmedien
Sie kennen jetzt die Grundlagen, um optionale Funktionen im Windows-Installationsmedium hinzuzufügen und zu entfernen. Hier sind Profi-Strategien für noch mehr Optimierung:
Mehrere Funktionen mit einem Befehl aktivieren
Sie sparen zusätzlich Zeit, wenn Sie mehrere optionale Funktionen auf einmal aktivieren. Hängen Sie dazu weitere /FeatureName:-Argumente an einen einzigen DISM-Befehl an:
dism /Image:"C:\Mount" /Enable-Feature /FeatureName:NetFx3 /FeatureName:TelnetClient /All /Source:"E:\sources\sxs"
Dieser Befehl fügt .NET Framework 3.5 und den Telnet-Client in einem Durchgang hinzu. Mehr zum DISM-Befehl erfahren Sie unter So verwenden Sie den Befehl DISM für die Bereitstellung und Wartung von Windows-Images.
Funktions-Binärdateien dauerhaft entfernen
Wird eine Funktion deaktiviert, ist sie nur ausgeblendet, die Dateien bleiben erhalten. Um sie vollständig zu löschen und so Speicherplatz freizugeben und Schwachstellen zu reduzieren, ergänzen Sie /Remove:
dism /Image:"C:\Mount" /Disable-Feature /FeatureName:WindowsMediaPlayer /Remove
Verwenden Sie diesen Befehl für Funktionen, die Sie nie benötigen werden, etwa veraltete Medienplayer.
ESD ins WIM-Format konvertieren
Verwendet Ihre ISO statt install.wim die komprimierte Datei install.esd, konvertieren Sie sie mit diesem Befehl:
dism /Export-Image /SourceImageFile:"install.esd" /SourceIndex:1 /DestinationImageFile:"install.wim" /Compress:Max
ESD-Dateien sind in offiziellen Windows-10-ISOs weit verbreitet, DISM kann sie jedoch nicht direkt bearbeiten. (Details dazu finden Sie unter So konvertieren Sie unter Windows 10 eine ESD-Datei mit DISM in eine WIM-Datei.)
boot.wim für ein angepasstes Setup bearbeiten
Wenn Sie die Windows-Setup-Umgebung anpassen möchten, zum Beispiel um WinPE-Tools zu ergänzen, wenden Sie dieselben Schritte auf boot.wim an:
dism /Mount-Wim /WimFile:"E:\sources\boot.wim" /Index:1 /MountDir:"C:\BootMount"
Bearbeiten Sie die Funktionen und übernehmen Sie Ihre Änderungen. Ihre angepasste Setup-Umgebung berücksichtigt sie dann bei der Betriebssysteminstallation.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich Funktionen hinzufügen, die nicht im ursprünglichen Installationsmedium enthalten sind?
Ja, allerdings benötigen Sie die Quelldateien der jeweiligen Funktion. Wenn Sie beispielsweise .NET Framework 3.5 aktivieren, müssen Sie DISM auf den Ordner sources\sxs in Ihrer ISO oder auf eine Feature-on-Demand-ISO (FoD) verweisen. Einige neuere Funktionen benötigen während der Installation zusätzlich eine Verbindung zu Windows Update.
Spart das Entfernen von Funktionen tatsächlich Speicherplatz?
Auf jeden Fall. Mit /Disable-Feature /Remove werden die Dateien der Funktion aus install.wim gelöscht, wodurch Ihr Image kleiner wird. Stellen Sie nur sicher, dass die Funktion für Ihre Umgebung nicht unverzichtbar ist.
Funktioniert das auch unter Windows 11?
Das Vorgehen ist ähnlich, Funktionsnamen und Verfügbarkeit können jedoch abweichen. Führen Sie die Befehle aus Schritt 4 immer aus, um die Kompatibilität zu prüfen. Diese Befehle öffnen ein Fenster, in dem Sie Funktionen zum Aktivieren oder Deaktivieren auswählen können.
Lässt sich das für große Rollouts automatisieren?
Ja. Mit Tools wie dem Microsoft Deployment Toolkit (MDT) oder System Center Configuration Manager (SCCM) können Sie Befehle per Skript ausführen. Für eigene Workflows kombinieren Sie PowerShell mit DISM, um install.wim-Dateien über mehrere Images hinweg im Stapel zu bearbeiten.
Häufige Probleme mit Windows-Installationsmedien beheben
Problem: Fehler „Funktion nicht gefunden“
Meldet DISM, dass eine Funktion nicht existiert, prüfen Sie zwei Dinge:
- Quellpfad: Stellen Sie sicher, dass der Schalter /Source auf den richtigen Ordner sources\sxs in Ihrer ISO oder in den extrahierten Dateien verweist.
- FeatureName: Überprüfen Sie den exakten Namen mit dism /Image:
"C:\Mount"/Get-Features.
Problem: „DISM-Fehler 0xc1510111“
Dieser Fehler kann auftreten, wenn Ihr Laufwerk schreibgeschützt ist oder NTFS-Berechtigungen den Schreibzugriff blockieren, selbst mit Administratorrechten oder UAC-Erhöhung. So beheben Sie ihn:
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Laufwerk und wählen Sie Eigenschaften.
- Wechseln Sie zu Sicherheit > Erweitert und erteilen Sie Vollzugriff.
HINWEIS: Weitere Details finden Sie unter So ändern Sie Berechtigungen unter Windows 10: Dateien, Ordner und mehr.
Besteht der Fehler weiterhin, handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein schreibgeschütztes ISO-Laufwerk, dessen Berechtigungen sich nicht anpassen lassen. So lösen Sie das:
- Erstellen Sie einen neuen Ordner auf einem beschreibbaren NTFS-Laufwerk, zum Beispiel C:\ISOFiles.
- Kopieren Sie alle Inhalte der gemounteten ISO in diesen Ordner.
- Wechseln Sie nach dem Kopieren zu C:\ISOFiles\sources\install.wim.
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Ordner, wählen Sie Eigenschaften und entfernen Sie gegebenenfalls das Häkchen bei Schreibgeschützt.
Alternativ können Sie die ISO neu erstellen. Dafür haben Sie folgende Möglichkeiten:
- Verwenden Sie das Tool Oscdimg (aus dem Windows ADK).
- ODER nutzen Sie Drittanbieter-Tools wie PowerISO, UltraISO oder Rufus, um einen bootfähigen USB-Stick zu erstellen.
Anschließend können Sie die WIM-Datei gefahrlos vom neuen Speicherort aus mounten.
Problem: „Mount-Verzeichnis nicht gefunden / in Verwendung“
Diese Meldung bedeutet in der Regel, dass DISM nicht auf Ihren Mount-Ordner zugreifen kann. So beheben Sie das:
- Erstellen Sie den Ordner manuell, zum Beispiel C:\Mount).
- ODER mounten Sie Images nicht in Ordner mit eingeschränkten Rechten.
Problem: Fehler „Zugriff verweigert“
DISM benötigt erweiterte Rechte, um Systemdateien zu ändern. Gehen Sie so vor:
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Eingabeaufforderung > Als Administrator ausführen.
- Mounten Sie Images nicht in Ordner mit eingeschränkten Rechten (zum Beispiel Programme).
Problem: DISM „Änderungen können nicht übernommen werden“
Weigert sich DISM, die Bearbeitungen zu speichern:
- Schließen Sie alle geöffneten Dateien im Mount-Verzeichnis.
- Hängen Sie zunächst alle verwaisten Images mit dism /Cleanup-Wim aus.
Installationsmedien unter Windows 10 wie ein Profi anpassen
Windows-Installationsmedien sind keine Einheitslösung. Sie sind eine Leinwand, auf der IT-Teams und erfahrene Anwender:innen effiziente, sichere und zweckgenaue Systeme gestalten können.
Indem Sie wichtige Tools wie Hyper-V ergänzen oder unnötigen Ballast entfernen, stellen Sie sicher, dass Ihre Bereitstellungen zu den Anforderungen des Unternehmens passen. Tools wie DISM geben Ihnen die Kontrolle. Prüfen Sie Änderungen aber immer zuerst in einer VM (Virtual Machine), um böse Überraschungen zu vermeiden.
Achten Sie bei proprietären Funktionen auf die Lizenz-Compliance, automatisieren Sie Workflows für größere Mengen und denken Sie daran: Ein schlankes, vorkonfiguriertes Image spart Stunden an Nacharbeit nach der Installation. Mit diesen Strategien installieren Sie Windows nicht einfach nur, Sie konstruieren es so, dass es intelligenter arbeitet.